Anika Meier

Besuch auf dem Vitra Campus

Von Scheunen und Stühlen auf Instagram

10/31/2016 - 10:53

In Berlin will das Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron ein Museum bauen, das aussieht wie eine Scheune. In Weil am Rhein steht bereits ein – zumindest von außen – ähnliches Gebäude. Unsere Bloggerin Anika Meier hat sich auf dem dortigen Vitra Campus umgesehen

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Anika Meier

Malerei im Web 2.0

Wenn Kunst zur Kulisse wird

10/04/2016 - 11:14

"Painting 2.0" ist der Titel einer Ausstellung über die Malerei im Informationszeitalter. Die Kuratoren haben eine Definition dieses Begriffs vorgegeben. Was aber, wenn man Painting 2.0 wörtlich nimmt und sich ansieht, was mit der Malerei im Web 2.0 passiert?

Painting 2.0 ist keine Sonderfarbe in einem Farbsystem, obwohl es ein bisschen danach klingt. Und Painting 2.0 soll auch nicht das bezeichnen, was wir mit unseren Aufnahmen in Snapchat oder in den Stories auf Instagram anstellen, wenn uns das Foto selbst nicht genug ist und wir unbedingt noch Lustiges oder Informatives mit all den bunten Farben, Stickern und Emojis hinzufügen müssen. Das hätte Painting 2.0 zwar meinen können, wenn man in der Wikipedia unter Web 2.0 nachschlägt: Der Nutzer konsumiert nicht nur, "er stellt als Prosument Inhalte zur Verfügung." Soll es aber nicht. Zumindest nicht direkt.

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Anika Meier

Beziehungsfotos auf Instagram

Damien in Love

09/26/2016 - 11:44

Er ist Bad Boy und Cash Cow des britischen Kunstbetriebs und jetzt auch noch einer dieser Instagram Husbands: Die Postings seiner jungen Freundin Katie Keight offenbaren eine neue Seite des Celebrity-Künstlers Damien Hirst

2016 ist bisher kein gutes Jahr. Es hat uns David Bowie, Prince und Daniel Josefsohn genommen. Und jetzt auch noch die Liebe. Die Liebe ist tot. Mindestens. Was sonst? Brangelina haben sich getrennt und sind fortan wieder als Brad Pitt und Angelina Jolie unterwegs. Sie hatte die Scheidung eingereicht. Weil er, so die Medienberichte, ein Drogen-, Alkohol- und Aggressionsproblem habe und sie außerdem mit seinen Erziehungsmethoden nicht einverstanden sei, weshalb sie das alleinige Sorgerecht für all die gemeinsam gezeugten und adoptierten Kinder beantragt hat.

Höchste Zeit also, auf die Suche nach der verloren geglaubten Liebe zu gehen. Auf Instagram wird man schnell fündig und kann, ohne in Boulevardmagazinen blättern zu müssen, in Schlaf- und Badezimmer von Menschen gucken, die sich sonst nicht unbedingt über Paparazzi vor ihrer Haustüre freuen.

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Anika Meier

Über den Fotografie-Kritiker Teju Cole

Das Leben ist kein Comicheft

09/01/2016 - 12:30

Hand hoch, bitte! Wem sagt der Name Teju Cole etwas? Ich würde tatsächlich um ein Handzeichen bitten, säßen wir gemeinsam in einem Raum. Es würden sicherlich die Personen die Hand heben, die schon immer das Feuilleton der überregionalen Tageszeitungen scannen, die regelmäßig online die "New York Times", den "Guardian" und das ganze Internet lesen wollen. Bei diesem Versuch kann man naturgemäß nur scheitern. Unmöglich ist auch, dabei nicht über Teju Cole zu stolpern.

Teju Cole ist Fotografie-Kritiker des "New York Times Magazine", er schreibt dort eine Kolumne unter dem Titel "On Photography" ("Über Fotografie"), angelehnt an das bekannte Buch von Susan Sontag. Er fotografiert selbst und schreibt Romane und Essays über Politik, Literatur, Kunst, Musik und das Reisen. Eigentlich schreibt er unablässig, weshalb gerade in Amerika seine erste Sammlung von Essays "Known and Strange Things" erscheinen konnte. In Deutschland gibt es das Buch ab 26. September, sein Verlag nennt ihn in der Vorankündigung einen der wichtigsten jungen Intellektuellen der USA.

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Anika Meier

Instagram in der Ferienzeit

Was war das für 1 Sommerloch?

09/01/2016 - 12:06

Der Sommer ist fast vorbei und das Sommerloch schon bald wieder zugeschüttet. Hoffentlich. Wer mit den Füßen im Wasser und einem Buch in der Hand an einem Pool oder – noch besser – am Meer hing, der konnte sich die Zeit außerdem damit vertreiben, viele Texte über Studien und Rankings und irgendwas mit Instagram zu lesen, denn kulturell war nicht viel los. Wer die Tagespolitik live mitverfolgte, der wusste vor lauter Eilmeldungen an manchen Tagen nicht, was zuerst lesen. "Was war das für 1 Sommerloch?", fragte Jan Böhmermann in seiner Sendung nach der Sommerpause. Politisch gab es zu viele relevante Themen, in Amerika erschossen Polizisten unbewaffnete Schwarze, ein 17-Jähriger schlägt in einem Regionalzug bei Würzburg mit einer Axt um sich, verletzt vier Menschen schwer und wird von der Polizei getötet, ein 18-Jähriger erschießt mit dem Motiv Ausländerfeindlichkeit in München neun Menschen. Nichts wünschte man sich an diesen Tagen mehr, als einen Sommer mit Sommerloch.

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Anika Meier

Erfolgreiche Bilder auf Instagram

Wie fotografische Innovationen Mainstream wurden

08/01/2016 - 12:21

Zehntausende von Fotos mache er jedes Jahr, sagte Martin Parr einst, wenn sich darunter zehn gute Fotos finden, war es ein gutes Jahr. Über die Qualität seiner Bilder spricht der wohl bedeutendste britische Fotograf in Interviews mit höflicher Bescheidenheit. Von Henri Cartier-Bresson stammt das bekannte Zitat: "Deine ersten 10.000 Bilder sind Deine schlechtesten." Im digitalen Zeitalter dürften es ein paar mehr sein, womöglich 100.000.

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Anika Meier

Social-Media-Fotografie

Was kommt nach Instagram?

07/22/2016 - 12:41

Die Zukunft der Fotografie ist bewegt. Überall ruckelt, zuckelt und wackelt es. Zumindest in den sozialen Medien und in neuen Apps. Deren Gründer sagen meist – mindestens so bewegt wie ihr neues Produkt –, dass es unser Denken über Bilder verändert. Polaroid hat das schon einmal geschafft. Mit Sofortbildkameras, die im Nu entwickelten und damit ermöglichten, dass Bilder so schnell angeschaut werden konnten, wie sie gemacht wurden. Jetzt gibt es eine neue App, die zwar den Namen des Unternehmens trägt, das aber hat damit nicht viel zu tun. Polaroid Swing macht Bilder, die noch Foto und schon Kurzfilm sind, die sich eine Sekunde lang bewegen, wenn man mit dem Finger darüber streicht oder das Smartphone nach links und rechts kippt – aber auch wirklich nur eine Sekunde. Man selbst kann Bewegung in beliebiger Geschwindigkeit ins Bild bringen, es stoppen, animieren, stoppen, animieren oder es einfach nur angucken. Fotografie mit Gimmick. Polaroid Swing funktioniert am besten mit Bildern, die sich als Scherzartikel geben.

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Anika Meier

Anika Meier über Feminismus 4.0

Netzfeminismus? Ja bitte!

07/04/2016 - 16:11

Das sind die interessantesten neuen Künstlerinnen in den sozialen Netzwerken

Kann man das Patriarchat mit Selfies besiegen? Das fragt die aktuelle Ausgabe von Monopol. Eine polemische Frage. Die neue Generation feministischer Künstlerinnen, die in den sozialen Medien wie Tumblr und Instagram ihr Ausdrucksmedium gefunden hat, muss immer wieder Kritik einstecken. Aber handelt es sich tatsächlich nur um eine Egoshow von Narzisstinnen, die sich im Web 2.0 ihre eigene Bühne schaffen?

Auf den sozialen Netzwerken mit ihren restriktiven Regeln werden die Bilder von Künstlerinnen wie Petra Collins, Arvida Byström und Molly Soda regelmäßig zensiert, weil sie zu viel Schamhaar, Körperflüssigkeiten, Menstruatsionsblut und nackte Haut zeigen. Die Zensur und ein anderer Umgang mit dem weiblichen Körper in den Medien ist ihr Thema, dagegen kämpfen sie an.

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Anika Meier

Anika Meier über Food-Fotos

Der neue Esskapismus

06/28/2016 - 17:47

Hashtags wie einfach nur #foodporn und #foodie waren einmal. Was sind die neuen Trends bei der Essensfotografie in den sozialen Medien?

Das Dandy Diner ist ein Fall für die Polizei. Das bekommt zumindest mitgeteilt, wer in das Suchfeld bei Google nach dem veganen Imbiss der beiden Modeblogger Jakob Haupt und David Roth sucht. Dandy Diner wie Dandy Diary, das Männermodeblog. Bei der Eröffnung im April wollte halb Hip-Berlin dabei sein, und da in der Hauptstadt ein paar mehr Leute hip sind, musste die Party in Neukölln frühzeitig von der Polizei abgebrochen werden.

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Anika Meier

Anika Meier über Influencer in den sozialen Medien

Pass auf, was du postest!

06/01/2016 - 11:13

Während die einen immer noch, schon oder mal wieder das Fotografieren im Museum verbieten wollen, haben die anderen den fotografierenden Besucher als Influencer entdeckt. Influencer, das ist das Wort, das auf Digitalkonferenzen mindestens 45 Mal pro Minute fällt und in keinem Vortragstitel fehlen darf, wenn es um die sozialen Medien geht. Influencer, das sind die Personen, die in den sozialen Medien über eine nennenswerte Reichweite verfügen und vermeintlich Einfluss auf ihre vielen Follower haben. Viele Follower in Zahlen gesprochen sind 10.000 bis 1. 000 000 und mehr. Kürzlich haben die Pariser Museen eine Influencer-Kampagne gestartet, Hashtag #parallelesparismusees, in deren Rahmen 10 Instagrammer bekannte Kunstwerke aus den Kultureinrichtungen der Stadt neu interpretieren sollten. Die Beiträge wurden auf Instagram veröffentlicht, machten im Netz die Runde und sind noch bis Ende Juli im Bahnhof Saint-Lazare in Paris ausgestellt.

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Anika Meier

Anika Meier über Spaßbilder in Museen

Keine Selfie-Stationen mehr!

05/27/2016 - 12:17

Selfies können ziemlich viel, sie sind sogar fast so etwas wie allmächtig. Sie machen Menschen attraktiver, denken die Menschen, die ständig Selfies von sich posten und dafür täglich 597 Anläufe brauchen. Das richtige Selfie verhilft auf Tinder zu einem Date mit einem möglicherweise wie auch immer passenden Partner, wenn vielleicht auch nur für die nächsten fünf bis 15 Minuten. Auf Instagram verliert man mit dem falschen Selfie ziemlich viele Follower, Snapchat wiederum will und braucht das Selfie, egal wie, am besten super albern, super awesome, super cool mit Face Swap, Filter und Stickern gepimpt. Selfies von Promis bringen Papparazzi um Aufträge, machen allerdings Fans von Justin Bieber sehr sehr glücklich. Was aber Selfies am besten können: Die Kunstwelt auf den Kopf stellen.

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