Anika Meier

Social-Media-Fotografie

Was kommt nach Instagram?

07/22/2016 - 12:41

Die Zukunft der Fotografie ist bewegt. Überall ruckelt, zuckelt und wackelt es. Zumindest in den sozialen Medien und in neuen Apps. Deren Gründer sagen meist – mindestens so bewegt wie ihr neues Produkt –, dass es unser Denken über Bilder verändert. Polaroid hat das schon einmal geschafft. Mit Sofortbildkameras, die im Nu entwickelten und damit ermöglichten, dass Bilder so schnell angeschaut werden konnten, wie sie gemacht wurden. Jetzt gibt es eine neue App, die zwar den Namen des Unternehmens trägt, das aber hat damit nicht viel zu tun. Polaroid Swing macht Bilder, die noch Foto und schon Kurzfilm sind, die sich eine Sekunde lang bewegen, wenn man mit dem Finger darüber streicht oder das Smartphone nach links und rechts kippt – aber auch wirklich nur eine Sekunde. Man selbst kann Bewegung in beliebiger Geschwindigkeit ins Bild bringen, es stoppen, animieren, stoppen, animieren oder es einfach nur angucken. Fotografie mit Gimmick. Polaroid Swing funktioniert am besten mit Bildern, die sich als Scherzartikel geben.

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Anika Meier

Anika Meier über Feminismus 4.0

Netzfeminismus? Ja bitte!

07/04/2016 - 16:11

Das sind die interessantesten neuen Künstlerinnen in den sozialen Netzwerken

Kann man das Patriarchat mit Selfies besiegen? Das fragt die aktuelle Ausgabe von Monopol. Eine polemische Frage. Die neue Generation feministischer Künstlerinnen, die in den sozialen Medien wie Tumblr und Instagram ihr Ausdrucksmedium gefunden hat, muss immer wieder Kritik einstecken. Aber handelt es sich tatsächlich nur um eine Egoshow von Narzisstinnen, die sich im Web 2.0 ihre eigene Bühne schaffen?

Auf den sozialen Netzwerken mit ihren restriktiven Regeln werden die Bilder von Künstlerinnen wie Petra Collins, Arvida Byström und Molly Soda regelmäßig zensiert, weil sie zu viel Schamhaar, Körperflüssigkeiten, Menstruatsionsblut und nackte Haut zeigen. Die Zensur und ein anderer Umgang mit dem weiblichen Körper in den Medien ist ihr Thema, dagegen kämpfen sie an.

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Anika Meier

Anika Meier über Food-Fotos

Der neue Esskapismus

06/28/2016 - 17:47

Hashtags wie einfach nur #foodporn und #foodie waren einmal. Was sind die neuen Trends bei der Essensfotografie in den sozialen Medien?

Das Dandy Diner ist ein Fall für die Polizei. Das bekommt zumindest mitgeteilt, wer in das Suchfeld bei Google nach dem veganen Imbiss der beiden Modeblogger Jakob Haupt und David Roth sucht. Dandy Diner wie Dandy Diary, das Männermodeblog. Bei der Eröffnung im April wollte halb Hip-Berlin dabei sein, und da in der Hauptstadt ein paar mehr Leute hip sind, musste die Party in Neukölln frühzeitig von der Polizei abgebrochen werden.

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Anika Meier

Anika Meier über Influencer in den sozialen Medien

Pass auf, was du postest!

06/01/2016 - 11:13

Während die einen immer noch, schon oder mal wieder das Fotografieren im Museum verbieten wollen, haben die anderen den fotografierenden Besucher als Influencer entdeckt. Influencer, das ist das Wort, das auf Digitalkonferenzen mindestens 45 Mal pro Minute fällt und in keinem Vortragstitel fehlen darf, wenn es um die sozialen Medien geht. Influencer, das sind die Personen, die in den sozialen Medien über eine nennenswerte Reichweite verfügen und vermeintlich Einfluss auf ihre vielen Follower haben. Viele Follower in Zahlen gesprochen sind 10.000 bis 1. 000 000 und mehr. Kürzlich haben die Pariser Museen eine Influencer-Kampagne gestartet, Hashtag #parallelesparismusees, in deren Rahmen 10 Instagrammer bekannte Kunstwerke aus den Kultureinrichtungen der Stadt neu interpretieren sollten. Die Beiträge wurden auf Instagram veröffentlicht, machten im Netz die Runde und sind noch bis Ende Juli im Bahnhof Saint-Lazare in Paris ausgestellt.

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Anika Meier

Anika Meier über Spaßbilder in Museen

Keine Selfie-Stationen mehr!

05/27/2016 - 12:17

Selfies können ziemlich viel, sie sind sogar fast so etwas wie allmächtig. Sie machen Menschen attraktiver, denken die Menschen, die ständig Selfies von sich posten und dafür täglich 597 Anläufe brauchen. Das richtige Selfie verhilft auf Tinder zu einem Date mit einem möglicherweise wie auch immer passenden Partner, wenn vielleicht auch nur für die nächsten fünf bis 15 Minuten. Auf Instagram verliert man mit dem falschen Selfie ziemlich viele Follower, Snapchat wiederum will und braucht das Selfie, egal wie, am besten super albern, super awesome, super cool mit Face Swap, Filter und Stickern gepimpt. Selfies von Promis bringen Papparazzi um Aufträge, machen allerdings Fans von Justin Bieber sehr sehr glücklich. Was aber Selfies am besten können: Die Kunstwelt auf den Kopf stellen.

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Anika Meier

Wegweiser

Künstler in Zeiten von Selfies

04/29/2016 - 16:37

Selfie, Relfie, Face Swap: Die Möglichkeiten des digitalen Selbstporträts sind verwirrend vielfältig. Ein Ratgeber für Künstler

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Anika Meier

Anika Meier über die Relevanz von Kunstblogs

"Blogger sind die wichtigeren Journalisten"

04/20/2016 - 17:43

"Blogger sind die wichtigeren Journalisten", sagte der Bildhauer Erwin Wurm und meinte es vielleicht auch so. Jedenfalls gewährte er einer Runde ausgewählter Kunst- und Lifestyleblogger Zutritt zu seiner zu diesem Zeitpunkt noch im Aufbau befindlichen Ausstellung "Bei Mutti" in der Berlinischen Galerie. Der Österreicher hat keinen ausgeprägten Mutterkomplex wie Jonathan Meese. Er freut sich einfach nur bei Mutti in Deutschland zu sein, die ihre Grenzen aufmacht und ihn damit ein offenes Europa kennenlernen lässt, das er als Kind der Nachkriegsgeneration bisher nicht kannte.

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Anika Meier

Über die Bedeutung von Follower-Zahlen

Like mich am Arsch

03/31/2016 - 15:21

Immer mehr Kunstwelt-Akteure benutzen Instagram. Doch lässt sich die Bedeutung eines Künstlers oder Kurators anhand von Follower-Zahlen auf einer kommerziellen Foto-Plattform messen?

Anton Corbijn ist verzweifelt. Vielleicht ist er aber auch einfach nur ein bisschen enttäuscht angesichts der Ankündigung von Instagram, die Sortierreihenfolge der Beiträge werde sich in Zukunft ändern. Das Wort Algorithmus fiel, da ist der Kopf schnell beim Zuckerberg. Und seinem Unternehmen Facebook, zu dem Instagram seit 2012 gehört. Und da Facebook generell schlecht ist, man darf ja nicht einmal irgendwas mit weiblichen Brustwarzen zeigen, ist sicherlich auch schlimm, was Instagram von Facebook übernimmt, in diesem Fall also der Algorithmus.

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Anika Meier

Schau zu Selbstporträts in Frankfurt

Ein Selfie ist ein Selfie ist ein Selfie

03/29/2016 - 12:57

In einer Ausstellung in der Frankfurter Schirn suchen Künstler nach einer zeitgemäßen Form der Selbstdarstellung

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Anika Meier

10 Tipps

Museen auf Instagram

02/29/2016 - 18:41

Zehn Museen und Ausstellungshäuser, denen man auf Instagram folgen sollte

Ein Kurator sagte im Rahmen einer Podiumsdiskussion vor einigen Wochen: "Wir werden ja hier auch für etwas bezahlt. Wir werden nicht dafür bezahlt, dass wir die Jugend bespaßen. Wir werden dafür bezahlt, Bildungsarbeit für nachfolgende Generationen zu leisten." Auf dem Podium in der Staatlichen Kunsthalle ging es um Museen und soziale Medien, es sollte darüber gesprochen werden, wie Bilder in den sozialen Netzwerken verwendet werden und wie das Internet die Funktion des Museums verändert. Der Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich versuchte auf dem Podium zu vermitteln, dass Museen in den sozialen Medien sogar einen Vorsprung haben müssten, dass sich die Aufgaben des Kurators sogar bis in die sozialen Medien verlängern könnten, da beide, Museum und Kurator, eigentlich schon immer mit Bildern arbeiten.

Die Podiumsdiskussion auf YouTube:

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Anika Meier

Stephen Shore und Instagram

Dialog mit der Jugend

02/16/2016 - 15:17

Stephen Shore, einer der bedeutendsten Fotografen der Gegenwart, hat seine Arbeit ganz auf die Fotosharing-App Instagram verlegt. Anika Meier hat den Künstler und sein Social-Media-Verhalten zu seiner Ausstellungseröffnung bei C/O Berlin beobachtet

Zwei ältere Damen stehen in der Retrospektive von Stephen Shore im C/O Berlin und schauen auf die große Leinwand, die seinen Instagram-Account abbildet. Ihre Finger fahren immer wieder aufgeregt in die Luft, zeigen auf Bilder, die im nächsten Augenblick schon nicht mehr zu sehen sind.

"Instagram, das habe ich schon einmal gehört."

"Ach, guck mal, das ist er vielleicht. Der auf dem Bild da sieht aus wie Stephen Shore."

"Ja, also Instagram, das habe ich noch nie verstanden. Was soll ich damit? Wer soll sich denn meine Bilder ansehen?"

"Ah, da, ein Fisch. Oh, jetzt ist er wieder weg!"

"Ach, guck mal, was steht denn da? Oben rechts?"

"Follow. Folgen sollst Du ihm."

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