Die Monopol-Redaktion

Galerienausstellungen

Unterwegs auf Eröffnungen in Berlin

11/26/2018 - 12:45

Ein Wochenende Kunst: Die Monopol-Redaktion berichtet von Galerie-Eröffnungen in Berlin

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US-Maler David Reed

Abstraktion als Zeitmaschine

11/19/2018 - 11:39

Seit über vier Jahrzehnten malt David Reed abstrakte Bilder, er hat Farbfeldmalerei genauso in sich aufgenommen wie die Pop Art. Jetzt nutzt er alle Finessen der digitalen Technik, und selten sieht man Malerei, die ihre eigene Geschichte auf so heutige Weise präsent hält wie seine barock überbordenden Leinwände. Elke Buhr hat den Künstler in Zürich getroffen

David Reed ist keiner, der gern im Eröffnungstrubel schnell ein paar Weisheiten loswird, er möchte lieber vorher in Ruhe reden. Als wir uns in der Galerie Häusler Contemporary in Zürich treffen, ist alles fertig und er ein bisschen blass: der Jetlag, er ist aus New York angereist

Reed, 72 Jahre alt, ist eine anrührende Mischung aus jungenhaft und zerbrechlich und für einen dann doch recht berühmten Künstler fast ein bisschen schüchtern. Er ist erleichtert, als ich ihn bitte, mit mir durch die Ausstellung zu gehen. Es rede sich besser, wenn man ein Werk vor sich hat, sagt er.

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Luxembourg Art Week

Wenn du glänzt, glänze ich auch

11/12/2018 - 13:53

Ein Besuch der Luxembourg Art Week zeigt, womit sich junge Künstler beschäftigen. Philipp Hindahl war vor Ort

Fliegt man nach Luxemburg, sieht man erst die Mosel, den mäandernden Grenzfluss, dann bewaldete Hügel, deren Kuppen freibleiben. Darauf kleine Schlösser, wie mitten auf Golfplätzen. Dann die Landung, grauer Flughafen. Die Luxembourg Art Week findet nunmehr zum dritten Mal statt, mitten in der Stadt, in der Halle Victor Hugo. Das ist normalerweise eine Sporthalle. Niemand fragt mich nach einer Akkreditierung, einer Eintrittskarte oder sonst etwas, und das, obwohl die Messe noch gar nicht eröffnet ist. Hier ist jeder ein VIP. 

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Hurtigruten

Auf Kunstkreuzfahrt entlang der norwegischen Küste

10/29/2018 - 10:56

Das Kulturfestival Coast Contemporary schippert auf einem Kreuzfahrtschiff die nordnorwegische Küste entlang - Natur und Nacktperformance inklusive. Saskia Trebing war für uns an Bord

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Kunstbuchmesse "Friends with Books" in Berlin

Nichts erklären. Sehen und denken reicht!

10/22/2018 - 08:18

Was am Wochenende auf der Kunstbuchmesse "Friends with Books" in Berlin an Energie, Wissen, Intelligenz und Freude zusammenkam, ist in Zahlen nicht auszudrücken. Silke Hohmann versucht es mit Worten 

Je mehr Bücher man hat, desto höhere Mauern kann man überwinden. Das ist kein semi-schlauer Wohlfühl-Aphorismus, sondern letztlich eine Frage von Statik und Balance. Bücher aufeinanderstapeln, draufklettern, sich drüber schwingen –  so macht es der Künstler und Spezialist für Alltagsskulpturen Brad Downey auf einem Poster vor, das auf der Messe "Friends with Books" für 10 Euro zu kaufen war.

Um zu entkommen, nutzen viele Leser von einst heute Serien von Streamingdiensten, ergab eine kürzlich erschienene Studie des Börsenvereins. 6,3 Millionen Käufer hat der Buchmarkt seit 2013 verloren. Die Menschen sind zu lange online, sie swipen und tippen und lesen umsonst, anstatt zu kaufen und zu blättern. Über Mauern klettern sie auch nicht mehr.

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"Carnegie International" in Pittsburgh

15 Minuten Ruhm, dann allgemeiner Aufbruch

10/15/2018 - 11:09

Der Industrielle Andrew Carnegie gründete 1896 eine Ausstellung, die alle zwei bis fünf Jahre in Pittsburgh den Stand der Kunst in der Gegenwart abbilden sollte. Die "Carnegie International" wurde am Wochenende zum 57. Mal eröffnet - und auch in dieser Traditionsschau stellen sich neue Fragen nach dem Kanon. Ein Besuch

Pittsburgh ist bekannt für seine Stahlindustrie, die über 400 Brücken über die unaussprechlichen Flüsse Allegheny und Monongahela, sowie die Produktionsstätten des Heinz-Ketchup, den die Bewohner schon zum Frühstück in großzügigen Mengen verzehren. Allerdings lässt sich in der zweitgrößten Stadt des Bundesstaates Pennsylvania auch einiges an Kunst entdecken. Das Andy Warhol Museum zeugt davon, dass im Stadtteil Oakland vor 90 Jahren der polnische Immigrantensohn Andy Warhola geboren wurde, der schon während seines Illustrationsstudiums an der Pittsburger Universität das zweite a seines Nachnamens verschwinden ließ und später in New York seine 15 Minuten Ruhm zu ein paar Jahrzehnten ausweitete. 

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Wenn Erhabenheit krank macht

Gibt es das Stendhal-Syndrom eigentlich wirklich?

10/11/2018 - 17:13

Schwindel, Panik, Wirrnis: Das Stendhal-Syndrom beschreibt Überwältigungserlebnisse im Angesicht der Kunst. Doch ob es diese psychosomatische Störung wirklich gibt, ist umstritten. Daniel Völzke hat in Florenz, wo das Phänomen vor über 200 Jahren zum ersten Mal beschrieben wurde, einen Selbstversuch gestartet

Erhabenheit, Immersion und Überwältigung sind ja eigentlich etwas Schönes: sich auflösen wie ein Zuckerwürfel in der Kunst, eintauchen, loslassen. Mich erfüllt diese Vorstellung allerdings mit Entsetzen. 

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"Between Points"

Nachtfahrt mit Waschbär

09/24/2018 - 12:35

Wie bringt man Fluxus in die Gegenwart? Mit einer Bootsfahrt! Unterwegs durch Berlin mit der Performance Agency und dem Archivio Conz

Waschbären sollen ja sehr scheu sein. Die beiden im Archivio Conz schauen jedenfalls nur sehr kurz um die Ecke und hoppeln dann sofort hinter die Regale – etwas unbeholfen, denn ein Mensch in einem Waschbärkostüm erreicht einfach niemals die huschende Eleganz des Originaltiers. Macht nichts, der Effekt ist trotzdem lustig.

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Various Others in München

Wer reinkommt, ist drin

09/17/2018 - 16:50

Junge Galeristen wollen den Kunststandort München über die Stadtgrenzen bekannter machen. Das Rezept: Internationale Kooperationen und ein neues Galerienwochende. Ein Bericht

"Mir kommt es ein bisschen so vor, als ob Sie hier mit Papas Mercedes vorfahren", sagte die Galeristin Gudrun Spielvogel zu Johannes Sperling in einem Streitgespräch, das die Münchner "Abendzeitung" abgedruckt hat. Sperling gehört zu den Mitorganisatoren von Various Others, dem Galerienwochenende in München. Eigentlich müsste man genauer sagen, einem Galerienwochenende. Denn in der bayerischen Hauptstadt gibt es außerdem noch die Open Art. 

Sperling, junger Galerist, gründete den "Verein zur Förderung der Außenwirkung Münchens als Kunststandort", und damit hänge er sich an die Open Art, findet Spielvogel. Daher der Mercedes-Vergleich. "Im Grunde ist alles schon da", sagt sie. Damit meint sie: die Infrastrukturen, die Sammler. 

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Filmfestival Venedig

In der Endlosschleife

09/06/2018 - 13:20

Monopol-Redakteur Jens Hinrichsen reiht sich in venezianische Kinoschlangen ein, grummelt angesichts von Überlängen und lobt einen unterschätzten Massenchoreographen

Der beste Regisseur dieser Mostra ist zweifellos Umberto. Cecil B. DeMille würde keine überzeugenderen Massenszenen hinbekommen. Umberto heißt er wahrscheinlich gar nicht. Den Namen habe ich mir ausgedacht, aber wie Umberto wirklich heißt, ist ja egal: Dieser Mann hat Format, Größe, er ist ein Künstler. Fantastisch, wie Umberto mit natürlicher Autorität und kräftiger Stimme die Journalistenmenge vor dem Sala Grande dirigiert. Ohne Umberto würde das Chaos ausbrechen. Dank ihm wissen wir, in welche Schlange wir uns einreihen müssen. Er schickt die Fachbesucher mit roten, blauen oder grünen Marken in verschiedene Warteschlangen. Und er sorgt dafür, dass die Schlangen sich wirklich schlängeln, weil neben dem größten Kino am Lido nur beschränkt Platz ist. Ohne Umberto wäre für Passanten kein Durchkommen.

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Unterwegs in Kopenhagen

Demokratie und Geschäft

09/03/2018 - 13:55

Am Wochenende fand zum dritten Mal die Code Art Fair in Kopenhagen statt. Ein Rundgang über die Messe und in der dänischen Hauptstadt

Das Messezentrum liegt wie eine kleine Satellitenstadt vor dem Stadtzentrum Kopenhagens, und die Fläche der Code Art Fair ist überschaubar: Die Verkaufsschau bedeckt gerade einmal das Erdgeschoss einer Halle. Dehydriert, weil man vergisst, etwas anderes zu trinken als Schaumwein und Kaffee, verengt sich die Wahrnehmung auf das, was da an den weißen Stellwänden hängt oder davor steht. 

Ganz vergessen lässt sich der Rest der Welt jedoch nicht, weil die Politik ihren Weg in den Kunstbetrieb findet, in den letzten Wochen mehr als sonst. Daniela Steinfeld von der Düsseldorfer Galerie Van Horn sagt zumindest, wenn man sie fragt, ob jemand mit antidemokratischen Ansichten überhaupt Kunst machen könne, das sei ja überhaupt nicht möglich. Denn, so Steinfeld, die Freiheit, Kunst machen zu können, und es dann auch zu tun, sei schon ein Bekenntnis zur Demokratie. 

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