Hans Bussert

Personal-Shopper-Kolumne

Blumenkauf mit dem Galeristen Robert Grunenberg

11/22/2018 - 15:21

Hans Bussert geht gerne einkaufen, sehr gerne sogar. Weil er aber gar nicht so viel braucht, wie er kaufen könnte, begleitet er für uns in einer neuen Kolumne jeden Monat Konsumwillige beim Shoppen. Mit Robert Grunenberg war er in der Berliner Blumenhandlung Marsano, um Blumensträuße für dessen Galerie auszusuchen

Um 10.09 Uhr erreicht mich eine Mail von Robert: "Bin hier, die Blumenauswahl ist aktuell ein wenig limitiert, wollen wir lieber zu Marsano?" Robert Grunenberg und ich sind zum Blumenkaufen bei Brutto Gusto verabredet. Ich hatte zehn Uhr vorgeschlagen, mir den Termin aber für eine Stunde später in meinen iCal eingetragen. Roberts Nachricht kommt mir also sehr entgegen. Nicht mal dreißig Minuten später betritt der Galerist den Blumenladen in der Charlottenstrasse. Hinter sich zieht er einen Rollkoffer, er hat ein paar Tage in Norddeutschland verbracht und erzählt vom herbstlichen Camouflage der Heidelandschaft dort. Das Angebot von Marsano, vor dem wir jetzt stehen, ist im Gegensatz dazu allerdings mehr Emil Nolde als Horst Janssen – rein formalästethisch betrachtet, wie Robert bemerkt.

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Die Monopol-Redaktion

US-Maler David Reed

Abstraktion als Zeitmaschine

11/19/2018 - 11:39

Seit über vier Jahrzehnten malt David Reed abstrakte Bilder, er hat Farbfeldmalerei genauso in sich aufgenommen wie die Pop Art. Jetzt nutzt er alle Finessen der digitalen Technik, und selten sieht man Malerei, die ihre eigene Geschichte auf so heutige Weise präsent hält wie seine barock überbordenden Leinwände. Elke Buhr hat den Künstler in Zürich getroffen

David Reed ist keiner, der gern im Eröffnungstrubel schnell ein paar Weisheiten loswird, er möchte lieber vorher in Ruhe reden. Als wir uns in der Galerie Häusler Contemporary in Zürich treffen, ist alles fertig und er ein bisschen blass: der Jetlag, er ist aus New York angereist

Reed, 72 Jahre alt, ist eine anrührende Mischung aus jungenhaft und zerbrechlich und für einen dann doch recht berühmten Künstler fast ein bisschen schüchtern. Er ist erleichtert, als ich ihn bitte, mit mir durch die Ausstellung zu gehen. Es rede sich besser, wenn man ein Werk vor sich hat, sagt er.

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Die Monopol-Redaktion

Luxembourg Art Week

Wenn du glänzt, glänze ich auch

11/12/2018 - 13:53

Ein Besuch der Luxembourg Art Week zeigt, womit sich junge Künstler beschäftigen. Philipp Hindahl war vor Ort

Fliegt man nach Luxemburg, sieht man erst die Mosel, den mäandernden Grenzfluss, dann bewaldete Hügel, deren Kuppen freibleiben. Darauf kleine Schlösser, wie mitten auf Golfplätzen. Dann die Landung, grauer Flughafen. Die Luxembourg Art Week findet nunmehr zum dritten Mal statt, mitten in der Stadt, in der Halle Victor Hugo. Das ist normalerweise eine Sporthalle. Niemand fragt mich nach einer Akkreditierung, einer Eintrittskarte oder sonst etwas, und das, obwohl die Messe noch gar nicht eröffnet ist. Hier ist jeder ein VIP. 

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Anika Meier

Kunst nach den sozialen Medien

Was ist eigentlich aus der Post-Internet-Art geworden?

11/01/2018 - 17:31

Noch vor zwei Jahren war Post-Internet-Art eine angesagte Kunstbewegung. Und heute? Anika Meier macht sich auf die Suche

An Post-Internet-Art erinnern sich wahrscheinlich noch alle. Also an den Begriff, der eine Kunstrichtung meint, die uns trotz des Namens nicht erzählen möchte, dass es das Internet nicht mehr gibt. Ganz im Gegenteil, die Post-Internet-Art hat das Internet und seine Kultur ein- und wieder ausgeatmet. 

Als der Begriff noch heiß war, so heiß, dass zumindest Künstler nicht damit in Berührung kommen wollten, wurden eine Menge Texte geschrieben, die Post-Internet-Art erklärten. Was ist das? Was kann das? Wie fühlt sich das an? So ungefähr wie heute über Influencer berichtet wird. Was machen die? Warum tun die das? Wann hört das wieder auf?

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Anne Waak

Stil-Kolumne

"Elementarteilchen" für den November

11/01/2018 - 16:38

Anika Meier

Instagram-Account The Worst of the Worst

Der Banksy der Kunstkritik

10/29/2018 - 22:48

Der anonyme Instagram-Account The Worst of the Worst nörgelt an Kunstwerken, Künstlern und Ausstellungen rum – und verbreitet mit seiner übellaunigen Bildpolemik gute Laune. Wer steckt dahinter? Monopol-Kolumnistin Anika Meier ermittelt

Der Banksy der Kunstkritik. Zugegeben, das ist ein wenig übertrieben, vielleicht sogar sehr. Aber man wird ja wohl noch überschwänglich sein dürfen. So gut, wie ein Werk nach erfolgreicher Versteigerung bei Sotheby‘s noch an Ort und Stelle durch den Schredder zu jagen, ist die Idee allemal. Der überdrehte Vergleich zu Banksy beruht auf einer anderen Parallele, keine Sorge, dazu später. 

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Die Monopol-Redaktion

Hurtigruten

Auf Kunstkreuzfahrt entlang der norwegischen Küste

10/29/2018 - 10:56

Das Kulturfestival Coast Contemporary schippert auf einem Kreuzfahrtschiff die nordnorwegische Küste entlang - Natur und Nacktperformance inklusive. Saskia Trebing war für uns an Bord

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Anna Gien

Das wird schon

Fabulieren mit den Römischen Votzen

10/23/2018 - 12:16

Eigentlich wollte Monopol-Kolumnistin Anna Gien mit der Künstlerinnen-Rap-Gruppe Römische Votzen in Frankfurt Flaschen drehen. Doch das Spiel vergaßen die Frauen schnell im angeregten Gespräch über die Umwertung von Codes und Hip-Hop als künstlerische Praxis

Ich mag Frankfurt. Ich weiß nicht, ob es an den geschmeidigen Rudeln nervöser Anzugträger liegt, den starrenden Blicken und pochenden Schläfen morgens um 7.45 Uhr im Großraumabteil des Sprinters, der Grünen Soße, dem Kopfbahnhof oder dem Rotlichtviertel, aber irgendwie war diese Stadt für mich schon immer krass sexualisiert. Frankfurt ist die Stadt, in der ich vom Geld gefickt werden will, und zwar nicht metaphorisch sondern eher so Danae-Style – Goldregen Penetration, Münzgeldfontänen. 

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Hans Bussert

Personal Shopper

Auf dem Flohmarkt mit Gregor Hildebrandt

10/22/2018 - 11:46

Hans Bussert geht gerne einkaufen, sehr gerne sogar. Weil er aber gar nicht so viel braucht, wie er kaufen könnte, begleitet er für uns in einer neuen Kolumne jeden Monat Konsumwillige beim Shoppen. Im Sommer war er mit dem Künstler Gregor Hildebrandt auf dem Flohmarkt

Drei Euro für eine Roland-Kaiser-Kassette? Ihm geht es ja nicht um die Aufnahme, sagt Gregor. Obwohl "Schachmatt", ein Kaiser-Hit von 1979, natürlich ganz passend sei. Gregor Hildebrandt stimmt mich auf unseren bevorstehenden Flohmarktbummel ein. Wir haben Gnocchi und Löwenzahnsalat gegessen (sehr bissfest) und gehen in Richtung Arkonaplatz-Flohmarkt.

Als Gregor Hildebrandts Personal Shopper hatte ich mich darauf vorbereitet, viele Kassetten tragen zu müssen. Zwei Nylonbeutel habe ich dabei, um darin BASFs, Maxells und andere Tapes zu verstauen. Der kunstmäßig wahrscheinlich größte Verwerter von analogen Datenträgern soll in Ruhe stöbern können. Es kommt anders, schon allein deshalb, weil Gregor hauptsächlich Schachfiguren kaufen will.

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Die Monopol-Redaktion

Kunstbuchmesse "Friends with Books" in Berlin

Nichts erklären. Sehen und denken reicht!

10/22/2018 - 08:18

Was am Wochenende auf der Kunstbuchmesse "Friends with Books" in Berlin an Energie, Wissen, Intelligenz und Freude zusammenkam, ist in Zahlen nicht auszudrücken. Silke Hohmann versucht es mit Worten 

Je mehr Bücher man hat, desto höhere Mauern kann man überwinden. Das ist kein semi-schlauer Wohlfühl-Aphorismus, sondern letztlich eine Frage von Statik und Balance. Bücher aufeinanderstapeln, draufklettern, sich drüber schwingen –  so macht es der Künstler und Spezialist für Alltagsskulpturen Brad Downey auf einem Poster vor, das auf der Messe "Friends with Books" für 10 Euro zu kaufen war.

Um zu entkommen, nutzen viele Leser von einst heute Serien von Streamingdiensten, ergab eine kürzlich erschienene Studie des Börsenvereins. 6,3 Millionen Käufer hat der Buchmarkt seit 2013 verloren. Die Menschen sind zu lange online, sie swipen und tippen und lesen umsonst, anstatt zu kaufen und zu blättern. Über Mauern klettern sie auch nicht mehr.

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Die Monopol-Redaktion

"Carnegie International" in Pittsburgh

15 Minuten Ruhm, dann allgemeiner Aufbruch

10/15/2018 - 11:09

Der Industrielle Andrew Carnegie gründete 1896 eine Ausstellung, die alle zwei bis fünf Jahre in Pittsburgh den Stand der Kunst in der Gegenwart abbilden sollte. Die "Carnegie International" wurde am Wochenende zum 57. Mal eröffnet - und auch in dieser Traditionsschau stellen sich neue Fragen nach dem Kanon. Ein Besuch

Pittsburgh ist bekannt für seine Stahlindustrie, die über 400 Brücken über die unaussprechlichen Flüsse Allegheny und Monongahela, sowie die Produktionsstätten des Heinz-Ketchup, den die Bewohner schon zum Frühstück in großzügigen Mengen verzehren. Allerdings lässt sich in der zweitgrößten Stadt des Bundesstaates Pennsylvania auch einiges an Kunst entdecken. Das Andy Warhol Museum zeugt davon, dass im Stadtteil Oakland vor 90 Jahren der polnische Immigrantensohn Andy Warhola geboren wurde, der schon während seines Illustrationsstudiums an der Pittsburger Universität das zweite a seines Nachnamens verschwinden ließ und später in New York seine 15 Minuten Ruhm zu ein paar Jahrzehnten ausweitete. 

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