"Peace"-Ausstellung in Frankfurt

Agnieszka Polska: The Body of Words

07/04/2017 - 18:07

Text: Marie Sophie Beckmann

Alles fließt. Alles breitet sich aus. Das Meer schlägt Wellen, Töne erzeugen ein Echo. Rauschen, Surren. Eine sorgfältig modellierte Soundcollage, die unter der Kopfhaut kribbelt und noch bis in die Fingerspitzen wirkt. Und dazwischen: Stille. Eine beinahe meditative, kontemplative Ruhe umgibt einen beim Betrachten von Agnieszka Polskas Videoarbeiten. Das Moment der Kontemplation ist durchaus intendiert, so die Künstlerin. Jedes Projekt soll Zeit und Konzentration in Anspruch nehmen, sowohl die der Künstlerin als auch die des Rezipienten. Dabei ist man binnen weniger Momente in den Bann einer verschwörerisch-verführerischen Stimme gezogen und lässt sich nur allzu gern von tanzenden Buchstaben und kaleidoskopischen Landschaften hypnotisieren.

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Anika Meier

"Reality Artist" Signe Pierce

"Ich bin Pop und ich bin Kunst"

07/01/2017 - 10:26

Gekleidet wie ein außerirdisches, ambiges Porno-Starlet ist Signe Pierce durch Vergnügnungsviertel gelaufen – und wurde beschimpft und angegriffen. Das Video dieser entlarvenden Performance wurde ein Youtube-Hit. Doch Internet-Ruhm reicht der 28-jährigen Amerikanerin nicht. Als "Reality Artist" will sie der Kunstwelt zeigen, was Performance Art in Zeiten von Instagram kann

Die amerikanische Künstlerin Signe Pierce hat vor ein paar Jahren mit ihrer Arbeit "American Reflexxx" einen Viralhit gelandet. So plump wie dieser Einstieg in den Text ist das knapp 15-minütige Video nicht, das mittlerweile auf YouTube über 1,6 Millionen Mal angesehen wurde. Mit ihrer damaligen Partnerin, der Filmregisseurin Alli Coates, ist Signe Pierce ins Stadtzentrum von Myrtle Beach, South Carolina, gefahren, um eine Stunde lang zu filmen, wie sie im Mini-Rock auf High Heels mit einer spiegelnden Maske vor dem Gesicht durch die Stadt läuft. Sie werden nicht glauben, was dann passiert ist.

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Anika Meier

Teju Coles erstes Fotobuch

FOMO beim Lesen

06/26/2017 - 11:38

Teju Cole schreibt als "New York Times"-Kolumnist geistreich und genau über Fotografie. Und er ist selbst Fotograf. Gerade ist sein erstes Fotobuch "Blind Spot" erschienen. Wer dem nigerianisch-amerikanische Schriftsteller auf Instagram folgt, hat beim Blättern und Lesen ganz sicher ein Déjà-vu-Erlebnis. Und kann sich Anregungen holen für die eigenen Bilder vom bevorstehenden Sommerurlaub

Es ist ja immer so eine Sache, was man selbst fotografiert, wenn sowieso alle fotografieren. Unangenehm wird es maximal im Urlaub, weil man zumindest Bilder als Erinnerungen mit nach Hause nehmen möchte, denn mehr bleibt einem nicht nach zehn Tagen Abhängen am Strand und Ablaufen der Sehenswürdigkeiten. In die Familien-WhatsApp-Gruppe, die schmerzfreie Zone, was Peinlichkeiten angeht, kann man hineinposten, was man möchte. Besonders Mama freut sich eh über alles, was von den Kindern kommt, auch über 20 Selfies mit dem Boyfriend vor diversen Sehenswürdigkeiten. Den Freunden auf Instagram kann man das nicht antun und sich selbst noch weniger.

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Conglomerate

Web-TV-Serie

Conglomerate – Block Three

06/12/2017 - 17:33

Conglomerate ist eine Online-TV-Plattform, die im Berliner Projektraum "Kinderhook & Caracas" beheimatet ist. In verschiedenen "Blocks" produziert das Team von Conglomerate (Sol Calero, Ethan Hayes-Chute, Derek Howard, Christopher Kline und Dafna Maimon) sein eigenes TV-Programm und lädt Künstler aus Berlin und der ganzen Welt dazu ein, Gastbeiträge beizusteuern.

"Block Three" stellt Beiträge von Melanie Bonajo, Joe Clark, Claudia Comte, Avi Krispin, Marco Montiel-Soto, Soda Plains, Ming Wong und Lauryn Youden vor.

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Anika Meier

Instagram und die Neue Übersichtlichkeit

Was ist bloß aus der Fotografie geworden?

06/01/2017 - 13:13

Auf Instagram ist alles auf die maximale Subjektivität hin ausgerichtet: mein Essen, meine Füße, mein Kaffee, meine Wohnung. Was bedeutet das für die Entwicklung der Fotografie?

Was ist bloß aus der Fotografie geworden? Das könnte man sich fragen, wenn man durch die Ausstellung "Fotografien werden Bilder. Die Becher-Klasse" im Frankfurter Städel Museum läuft. Dort hängen auf zwei Stockwerke verteilt die Arbeiten der Struffkys, von Candida Höfer, Jörg Sasse, Axel Hütte, Tata Ronkholz und Petra Wunderlich, der ersten Studentengeneration der so genannten Becher-Klasse also. Ihre Lehrer Bernd und Hilla Becher fehlen natürlich nicht (ausführliche Review der Ausstellung in der Juni-Ausgabe von Monopol).

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Anika Meier

Handy-Fotografie

Instagram sollte ein bisschen mehr wie bei Wolfgang Tillmans sein

05/31/2017 - 12:06

Die Fotoplattform Instagram hat einen zweifelhaften Ruf. Wie man sie vorbildlich nutzt, zeigt der Künstler Wolfgang Tillmans

Was bei Fotografen ziemlich gut funktioniert: wenn sie etwas gegen Selfies oder Instagram sagen. Am besten ist natürlich, Selfies und Instagram in einem Satz zu bashen. Peter Lindbergh sagte kürzlich vor der Eröffnung einer Ausstellung: "Ich finde, Selfies sind eigentlich so ziemlich das Blödeste, was es überhaupt gibt." Daraus wurde eine Meldung der Deutschen Presse Agentur, in der außerdem stand, dass er es noch blöder findet, wie Frauen in Magazinen aussehen. Photoshop macht alle gleich glatt. Und Instagram alle gleich langweilig und berechenbar. Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt, machen mit oder machen uns über diejenigen lustig, die mitmachen. Im Zweifel predigen wir Entschleunigung und Digital Detox – ein Tag ohne Smartphone ist die persönliche Herausforderung im 21. Jahrhundert.

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Anika Meier

Digitale Kunstvermittlung

Was geht denn, Museen?

05/02/2017 - 15:38

Es ist 2017 - und die Museen sind immer noch weitgehend ratlos, was digitale Vermittlung angeht. Ein Kommentar

Was geht denn, Museen? Wir müssen reden. Nein, so dramatisch soll es dieses Mal nicht werden. Über das #bleistiftgate, wie ich die leicht hitzige Debatte um den Vortrag von Ralf Lankau auf der Hamburger Konferenz "Hallo, Vermittlung!?" jetzt einfach mal nenne, wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. Aus einer großen Bühne muss nicht unbedingt eine noch größere Bühne werden.

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Anika Meier

Florafotos auf Instagram

Woher kommt die neue Liebe zu den Pflanzen?

05/02/2017 - 14:21

Auf Instagram ist es nicht mehr zu übersehen: Zimmerpflanzen sind hip, ganz vorn im Trend liegt die Monstera deliciosa. "Pflanzen sind etwas für sensible Nerds", sagt der Künstler Frederik Busch, der die Menschen mit seiner Serie "German Business Plants" für das Schicksal vernachlässigter Büropflanzen sensibilisieren möchte. Monopol-Bloggerin Anika Meier sucht noch nach ihrem grünen Daumen

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Anika Meier

Hundefotos auf Instagram

Waui Zaui!

04/04/2017 - 11:38

Was tun, um dem Like-Wahn auf Instagram zu entkommen? Monopol-Bloggerin Anika Meier sagt: Hundefotos angucken

YouTuber haben aktuell ernsthafte Probleme mit dem Thema Schleichwerbung, Instagrammer haben ganz andere Sorgen. Viele von ihnen wollen wachsen, wachsen, wachsen, damit sie auch ganz viel Werbung machen dürfen. Irgendwie hat es sich immer noch nicht herumgesprochen, dass es nicht sonderlich cool ist, ein so genannter Micro-Influencer zu sein. Was bei Kim Kardashian glamourös aussehen mag, ist nicht so sexy, wenn man 10.000 Follower oder ein paar mehr hat. Woran erkennt man einen Instagram Addict? An der Daniel-Wellington-Uhr, an albern bunten Socken und an einem viel zu großen kastenförmigen Rucksack. Das sind die Produkte, die meist – auch noch kostenlos – auf Instagram beworben werden. Und weil es vielleicht doch ziemlich super sein könnte, wenn man drei verrückt bunte Schlüpfer geschenkt bekommt und man als Gegenleistung dafür nur ein Foto davon posten muss, wird oft einiges unternommen, damit der eigene Instagram-Account wächst.

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Anika Meier

Zensur auf Instagram

Was heißt hier "unangemessene Bilder"?

04/04/2017 - 11:08

Behaarte Frauenbeine, Blut im Höschen, nackte Haut: Instagram löscht, was gegen die so genannten Community Guidelines verstößt. Die Künstlerinnen Molly Soda und Arvida Byström haben von Instagram zensierte Bilder gesammelt - und in einem Buch veröffentlicht

Der Feminismus hat es nicht leicht. Seit er sich wunderbar als Marketing-Strategie eignet, weiß niemand mehr so genau, was er eigentlich noch transportiert außer Gemüse im Jutebeutel vom Supermarkt nach Hause. Wollten Feministinnen einst nicht Feministin genannt werden, weil sie Haare an den Beinen und unter den Achseln nicht mögen, weil sie Blow Jobs und Männer generell ganz gut finden und außerdem gern High Heels tragen, zieht man sich heute einfach einen Oma-Schlüpfer oder ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Feminist" an oder trägt einen Jutebeutel mit der Aufschrift "This is What a Feminist Looks Like" bei sich, um dazuzugehören. Wozu? Das weiß man oft nicht. Aber gut sieht es jedenfalls aus, zumindest auf Facebook, Tumblr und Instagram.

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Kenny Schachter Gets Roasted During Armory Week… and Lives to Tell the Tale

03/10/2017 - 17:08

This time around, the globetrotting columnist barely escaped the art fairs with his scalp intact

Roving the art world for business and pleasure, I was en route to New York for the Armory Show and its attendant fairs and goings-on when I had a near miss with a sneering Tracey Emin, and struck a possible deal with Harry Blain of Blain|Southern Gallery. This was before I had even left the tarmac at Heathrow. Besides market clatter (which I never tire of, really) my plane neighbors were so loud I resorted to Pzizz, a meditation app originating from a group of university linguists in California (where else?) that sends you into that twilight between asleep and awake with an array of soothing sounds and mildly annoying positive cogitations. In the mercenary market, it’s an inestimable tool. I implore you to try it! While Pzizzing, I couldn’t get it out of my head that Harry had managed an insane package deal with British Airways and the Carlyle Hotel (aka art-dealing central) at a total cost less than one leg of my airfare. My tranquility was blown before I landed.

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