Anika Meier

Begriffsklärung

Was ist eigentlich ein "Instagram-Künstler"?

03/05/2018 - 11:17

Wer als Künstler Instagram nutzt, wird schnell als "Instagram-Künstler" bezeichnet. Zu Recht?

Als Künstler kann man sich schlecht gegen Zuschreibungen wehren. Da will man Künstler sein und wird vielleicht doch nur immer wieder Fotograf von Kunstkritikern und Ausstellungsbesuchern genannt. Weil das Medium Fotografie an der Wand hängt, sagt und schreibt es sich schnell: der Fotograf XY.

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Anika Meier

Like-Kultur

Auf Instagram weiß niemand, dass du Fotograf bist

02/28/2018 - 10:59

Abseits von Selfies und Food Porn kann es auf Instagram auch um Fotografie gehen. Nur was wird aus ihr, wenn sie in einem sozialen Netzwerk gefallen will? Sie wird zum Mem

Ein Cartoon des "New Yorker" geht so: "Im Internet weiß niemand, dass Du ein Hund bist." Der Kritiker und Autor Ed Halter hat daraus gemacht: "Im Internet weiß niemand, dass Du ein Künstler bist." Und man könnte noch weiter spezifizieren: "Auf Instagram weiß niemand, dass Du ein Fotograf bist."

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"Akademie [Arbeitstitel]" in Düsseldorf

Beton Brut

02/16/2018 - 12:40

Die Architektur der Kunsthalle Düsseldorf war nicht immer beliebt, doch die verspätete Anerkennung brutalistischer Betonarchitektur hat auch den Bau am Grabbeplatz nicht ausgespart

Kurz nach der Erbauung wollte man den "Kunstbunker" am liebsten gleich wieder abreißen: Fünf Professoren der Düsseldorfer Kunstakademie, darunter ihr späterer Rektor Norbert Kricke, forderten 1967 den Abriss der Kunsthalle. "Das Biest muss wieder weg", äußerte Kricke im "Spiegel".

Heute hat man sich mit dem "Klotz" zum Glück mehr als arrangiert und die verspätete Anerkennung brutalistischer Betonbauten hat auch die Kunsthalle nicht ausgespart.

In der Ausstellung "Akademie [Arbeitstitel]" ist das Material der Hülle, der Beton, für viele Künstler_innen ein genauso wichtiger Anknüpfungspunkt an die eigene Arbeit wir ihr Inhalt, das Archiv.

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"Akademie [Arbeitstitel]" in Düsseldorf

Archiv und Akribie

02/09/2018 - 14:47

Es lässt sich nicht bestreiten, der Begriff Archiv klingt auch immer ein wenig nach Staub, nach Daten, Akten, Zahlen, nach Versessenheit und Akribie, oder anders formuliert: nach Liebe zum Detail. Im Emporensaal der Kunsthalle Düsseldorf ist zum Ende der Ausstellung eine Hängung zu sehen, in der genau das auf verschiedene Weise umgesetzt wird

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"Akademie [Arbeitstitel]" in Düsseldorf

Das Archiv performen

02/06/2018 - 17:26

Mit der Programmreihe "Performing Archive", die an mehreren Wochenenden parallel zur Ausstellung "Akademie [Arbeitstitel]" in der Kunsthalle Düsseldorf stattfindet, wird das Archiv buchstäblich zum Leben erweckt

Als die Ausstellung im November 2017 eröffnete, stand der 11.11., der Auftakt des Rheinischen Karnevals unmittelbar bevor – wenige Tage nach Ausstellungsende beginnt die fünfte Jahreszeit dann offiziell. Was liegt näher, als sich diesem Ritual von künstlerischer Seite zu nähern. Der Choreograf Ben J. Riepe blickt mit seinem Stück CARNE VALE! auf den mittelalterlichen Karneval, der Feier des Fleisches, bevor man ihm für die Dauer der Fastenzeit entsagt. Das Fleisch ist in dem Fall der menschliche Körper, den Riepe ausstellt, verhüllt, entblößt und als Projektionsfläche nutzt, für aktuelles Zeitgeschehen, aber auch, um tief verborgene Instinkte hervorzulocken.

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Anika Meier

Studie

Künstlerinnen in Zeiten sozialer Medien

02/02/2018 - 11:05

Eine neue Studie zeigt, dass Frauen in der Kunst im Vergleich zu Männern noch immer stark benachteiligt sind. Was hat sich durch die sozialen Medien geändert?

Die Guerrilla Girls fragten in den 80ern, ob Frauen nackt sein müssen, um ins Museum zu kommen. Bei einer ihrer Schniedelzählungen ("weenie counts") im Metropolitan Museum fanden sie heraus, dass nur 5 Prozent der Künstler in der Abteilung für Moderne weiblich waren, während 85 Prozent der Akte Frauen zeigten. Vor einigen Jahren zählten sie noch einmal nach. Jetzt waren es nur noch 4 Prozent, dafür gab es plötzlich mehr männliche Akte. Vielleicht müssen also zuerst mehr Männer nackt ins Museum, bevor es dort mehr Künstlerinnen gibt, scherzen die Guerrilla Girls gerne mal.

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Anika Meier

Geplantes Museum of Selfies

Die Hölle ist Millennial Pink

01/30/2018 - 12:15

In Los Angeles eröffnet am 1. April für zwei Monate das Museum of Selfies. Muss das sein? Ein Kommentar

Die Antwort klingt plausibel. Brauchen Selfies tatsächlich ein eigenes Museum? Die Antwort wird in der Rubrik häufig gestellte Fragen auf der Website des Museums of Selfies gegeben. Und sie klingt deshalb so plausibel, weil man genau weiß, wie sie lautet: Jeden Tag werden mehr als eine Million Selfies in den Sozialen Medien geteilt. Das deutet also eine gewisse Relevanz des Themas schon an. Deshalb, egal, wie man das Phänomen Selfie beurteilt, ob man es nun großartig oder total überflüssig findet, ein Museum ist es wert.

Am 1. April eröffnet das Museum of Selfies. Zu gerne würde man jetzt rufen: "Ha, Aprilscherz!" Nur leider geht das nicht, weil schon Eintrittskarten gekauft werden können. Für 25 Dollar die Karte. Für einen Museumsbesuch in Los Angeles. Für einen Zeitraum von zwei Monaten.

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"Akademie [Arbeitstitel]" in Düsseldorf

Das Archiv als Performance

01/23/2018 - 17:29

Die Klasse Suchan Kinoshita von der Kunstakademie Münster übernimmt die Kunsthalle Düsseldorf

Unter der Treppe vor dem Kinosaal steht ein Turm aus Tabletts. Grauer Kunststoff, ein genormtes, auf Körpermaße abgestimmtes Format, wie es in tausenden Bürokantinen und Unimensen täglich im Einsatz ist. Die Tabletts sind der Beitrag "table/t" der Klasse Suchan Kinoshita von der Kunstakademie Münster. Aufeinander gestapelt sind sie so hoch, dass die kleinste Person in der Klasse mit ausgestreckter Hand gerade noch so an das oberste Tablett heranreicht. Bis zum Ende der Laufzeit werden auf und mit den Tabletts immer wieder Performances und künstlerische Arbeiten gezeigt und präsentiert, die sich zwischen die temporären Installationen in den Ausstellungsräumen drängen – in between, in Anlehnung an die legendäre Ausstellungsreihe der Kunsthalle.

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"Akademie [Arbeitstitel]" in Düsseldorf

Ich bin das Archiv

01/19/2018 - 16:51

Der Kinosaal der Kunsthalle Düsseldorf ist zurzeit Atelier, Experimentallabor, Schnittraum, Studio und Archiv in einem

Im hinteren Teil des Raums zeigt Béla Pablo Janssen eine Serie von Bildern, in denen sich Anklänge von Aktzeichnungen zwischen flüchtigen Linien finden. Die skizzenhaften Szenen, jede mit einer persönlichen Geschichte verknüpft, hat er in großformatigen Siebdrucken auf Leinwand zu Stillleben arrangiert. Eine Reihe, die sich ähnelt, aber nie gleicht. Auf der linken Wand hängt seine persönliche Künstlerbiografie in Form von selbst gestalteten Postern, die er zu jeder Ausstellung, oder Präsentation gestaltet, aber auch als künstlerische Aktion einsetzt. Auf einem aus 2010 hat er den eigenen Namen mit ironischer Nonchalance über einen Pablo Picasso-Schriftzug auf einem Ausstellungsplakat "getaggt", Béla Pablo Janssen reiht sich da zwischen die großen Stars der Klassischen Moderne in der Kunstsammlung NRW.

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"Akademie [Ar­beits­ti­tel]" in Düsseldorf

Alles nur gemalt?

01/08/2018 - 11:07

Zum Jahreswechsel blieb es außergewöhnlich ruhig in der Kunsthalle. Statt lärmender, stauberzeugender Aufbauarbeiten hat die Malerei, genauer gesagt die Klasse von Klaus Merkel, Einzug in die Ausstellungsräume gehalten

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Anika Meier

Jahresrückblick 2017

Was schön war auf Instagram

12/29/2017 - 16:29

2017 ist das Jahr, in dem wir uns sicherlich alle ein wenig wohler gefühlt hätten. Leicht war das nicht, die Sache mit dem Wohlfühlen, weil plötzlich Trump im Weißen Haus saß und bis heute nicht ganz klar ist, ob er mit Politik oder Satire auf Dauersendung ist. 2017 wurde dann auch viel über Feminismus und die Rechte von Frauen gesprochen, weil Trump es irgendwie völlig okay findet, Frauen zwischen die Beine zu greifen und das ist natürlich alles andere als okay.

2017 ist auch das Jahr, in dem viel gebasht wurde: Merkel, Influencer und Kuratoren beispielsweise. Alle sollen sie weg, hörte man, weil sie wenig besser, dafür aber viel schlimmer machen: die Politik, den Alltag, die Kunst. Und während sich die Kritiker noch den Kopf über die Documenta 14 zerbrachen, zeigte Britney Spears auf Instagram wie einfach das mit der Kunst sein kann. Ein bisschen Mozart, ein bisschen Pleinairmalerei, fertig. Über die Documenta hat sie sich vermutlich eher weniger Gedanken gemacht, aber damit waren ja auch schon andere beschäftigt.

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