"Akademie [Ar­beits­ti­tel]" in Düsseldorf

Der Shop

12/22/2017 - 11:59

Je mehr der Verkäufer am Produkt hängt, desto teurer ist es: Der Künstler Zauri Matikashvili hat in der Kunsthalle Düsseldorf einen Museumsshop eingerichtet, in dem die Preise sich nach dem persönlichen Wert richten, den die Waren für ihn haben

Es soll Menschen geben, für die das Schönste am Museumsbesuch die abschließende Runde durch den Museumsshop ist. Ein Buch schöner als das andere, dazu jede Menge hübscher aber unnötiger Kleinkram und natürlich Postkarten für alle Lebenslagen.

In der Kunsthalle Düsseldorf fehlte dieses i-Tüpfelchen bislang oder wurde von den MitarbeiterInnen an der Kasse abgefangen, wo die Kataloge neben Eintrittstickets angeboten werden.

Eine temporäre Lösung hat der Künstler Zauri Matikashvili, der in Münster bei Aernout Mik studiert, als Beitrag für die Ausstellung im Gepäck: Sein persönlicher Shop erwartet die Besucher bis zum 4. Februar jeden Sonntag und am letzten Donnerstag im Monat. Der Laden ist nicht zu übersehen im Foyer und lockt mit Postern, Broschüren, Radiergummis, Stickern, Postkarten und Jutebeuteln. Was allerdings fehlt sind Preisschilder.

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Anika Meier

Ren Hang in Leipzig

Ein Riss in jedem Herzen

12/20/2017 - 11:43

Mit Ren Hang verlor die Kunstwelt 2017 einen Fotografen, der die Jugend in China so zeigt, wie sie gesehen werden will: frei, schön und mutig. In Leipzig ist die erste Einzelausstellung nach seinem frühen Freitod zu sehen

"Am 24. Februar 2017 entschied sich Ren Hang, Fotograf und Dichter, sein Leben im Alter von 29 Jahren in Peking zu beenden." Das steht als letzter Eintrag auf seiner Website geschrieben. Seine Bilder haben nicht nur ein Nachleben in den Sozialen Medien, aber dort haben sie es besonders schwer. Wer eins seiner etwas expliziteren Bilder postet, schließt meist gleich eine Wette mit ab, wie lange es dauern wird, bis Instagram löscht.

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"Akademie [Arbeitstitel]" in Düsseldorf

Partizipation als Prinzip

12/08/2017 - 16:13

Können wir das Archiv der Kunsthalle mit unserer persönlichen Erinnerung und Erfahrung verweben?

Diese Frage steht über den künstlerischen Beiträgen der Studierenden aus der Klasse von Mariana Castillo Deball von der Kunstakademie Münster. Aktuell bespielen sie den großen "Kinosaal" (der Name trügt – nur eine Videoarbeit ist hier zu sehen) und die darüberliegende Empore. Wenn die Kunsthalle Düsseldorf ein Körper ist, bildet ihr Archiv das Erinnerungsorgan, das über eine eigene Dynamik und Wahrnehmungsweise verfügt, so heißt es in der Einführung der teilnehmenden KünstlerInnen.

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Anika Meier

Netzkünstlerinnen-Schau in Leipzig

Es darf sich geärgert werden

12/01/2017 - 11:58

Mit "Virtual Normality – Netzkünstlerinnen 2.0" kuratiert Monopol-Bloggerin Anika Meier erstmals eine Ausstellung. Und stößt auf jede Menge Fragen: Was sind Themen, mit denen sich Netzkünstlerinnen heute befassen und aus welcher Notwendigkeit heraus? Wo schließen sie an feministische Positionen und Diskurse an? Und: Wie kann es sein, dass ein paar Haare an Frauenbeinen einen massiven Shitstorm auslösen können?

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Anika Meier

Stephen Shore und Instagram

Alles für Insta'!

11/28/2017 - 18:03

Stephen Shore, einer der bedeutendsten Fotografen der Gegenwart, hat seine Arbeit seit einigen Jahren ganz auf Instagram verlegt. Anlässlich von Shores aktueller Ausstellung im MoMA hat sich Monopol-Bloggerin Anika Meier seinen Account noch einmal genau angeschaut

Stephen Shore ist einer der bedeutendsten lebenden Fotografen. Das kann man mit allerbestem Gewissen sagen, ohne dabei zu übertreiben. Seine Biographie liest sich wie eine dieser Geschichten, die man nur glaubt, weil man weiß, dass sie wahr ist. Als er 14 Jahre alt war, kaufte das New Yorker Museum of Modern Art drei seiner Fotografien. Weil der junge Shore sich dachte, er könne ja mal dem damaligen Kurator Edward Steichen, seine Arbeiten zeigen. Mit 17 Jahren lief er Andy Warhol über den Weg und dokumentierte schon bald das Leben in der Factory. Mit nicht einmal 24 Jahren dann hatte Shore eine Einzelausstellung im Metropolitan Museum of Art, als erster lebender Fotograf wohlgemerkt.

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"Akademie [Arbeitstitel]" in Düsseldorf

Der Audioguide

11/27/2017 - 11:19

Wie vermittelt man eine Ausstellung, die sich täglich verändert, deren Räume teils wöchentlich anders aussehen? Was passiert in den Phasen des Auf- und Abbaus, was bleibt bestehen, wenn drum herum alles im Fluss ist?

Der Beitrag des Kollektivs Wyr zur Ausstellung "Akademie [Arbeitstitel]" widersetzt sich allen Grenzen, die durch Räumlichkeiten, Öffnungszeiten oder Umbauphasen gesetzt sind und ist auch außerhalb des Hauses erlebbar. Aus vor Ort und im Archiv gesammelten Soundschnipseln, Gesprächsfetzen, Klängen und Beobachtungen hat Wyr einen Audiowalk konzipiert, der die letzten und die kommenden 50 Jahre Kunsthalle bespricht. Hinter Wyr stecken die Künstlerinnen Pia Litzenberger, Lea-Marie Lepper, Zoe Dittrich-Wamser, Swinda Oelke und Ji Eun Lee.

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"Akademie [Arbeitstitel]" in Düsseldorf

Ausstellungseröffnung

11/17/2017 - 17:03

21. Oktober 2017, 21 Uhr: Eine leere Halle, eine Kunsthalle ohne Kunst, bis auf die zwei Werke im Bestand: Joseph Beuys "Loch" und Gerhard Richter "Spiegel", beide 1981.

Eine Eröffnung nur mit den 500 Katalogen der letzten 50 Jahre und vor allem aber mit den über 100 Namen aller Teilnehmer*innen, von Hand geschrieben in den Räumen. Eine Ankündigung, ein Versprechen, eine Voraussicht auf das, was noch kommen wird.

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Anika Meier

Ausstellungsansichten in sozialen Netzwerken

Instagrammig muss es sein

11/01/2017 - 11:35

Einst waren es Blockbuster-Ausstellungen, die kritisch beäugt wurden. Heute sind es Ausstellungen und Kunstwerke, die wie dafür gemacht sind, auf Instagram geteilt zu werden. Fluch oder Segen für die Kunstwelt?

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Anika Meier

Autofotografie auf Instagram

Sonntagsparker

11/01/2017 - 10:47

Die Woche auf Instagram sieht vor, dass sonntags alte Karren gepostet werden. Einst waren Autos in Fotos auch Zeitstempel, die bei der Datierung halfen. Und heute?

Für Autos interessiere ich mich nicht besonders. Eigentlich gar nicht. Ich wohne in Hamburg, da braucht man kein Auto. Nicht wegen des Wassers, sondern weil man hier gut zu Fuß gehen oder mit der U-Bahn fahren kann. Radfahren ist wegen des Windes etwas anstrengend, deshalb lasse ich es, andere strampeln einfach gegen den Wind an. Autos fotografiere ich. Das stört mich. Ich mache es trotzdem. Weil es dieses Hashtag gibt, #asundaycarpic heißt es. Man macht für Instagram ja ab und an sehr viel Quatsch mit. Das #asundaycarpic gehört für mich dazu, weil die Follower es mögen, und es folglich mit den Likes besser klappt als bei traurigen Häusern etwa, die ich sehr gerne fotografiere. Hier der Beweis: Knapp 1.700 Likes gab es für diese Karre.

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Web-TV-Serie

Conglomerate – Block Four

10/20/2017 - 16:08

Conglomerate ist eine Online-TV-Plattform, die im Berliner Projektraum "Kinderhook & Caracas" beheimatet ist. In verschiedenen "Blocks" produziert das Team von Conglomerate (Sol Calero, Ethan Hayes-Chute, Derek Howard, Christopher Kline und Dafna Maimon) sein eigenes TV-Programm und lädt Künstler aus Berlin und der ganzen Welt dazu ein, Gastbeiträge beizusteuern.

"Block Four" stellt Beiträge von Aurora Sander, Josep Maynou, Jessica Lauren Elizabeth Taylor, Kev Bewersdorf, Eli Cortiñas, Harmony Horizon und Pascual Sisto vor.

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Anika Meier

Instagram-Satire

Donald Trump, Kunstkritiker

10/02/2017 - 17:19

Donald Trump ist jetzt also auch Kunstkritiker. Zuzutrauen wäre es dem US-Präsidenten

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