Brooklyn Nets mit neuem Jersey

Basquiatball

Die Brooklyn Nets starten die neuen NBA-Saison in Jerseys, die von der Malerei Jean-Michel Basquiat inspiriert sind. Es soll eine Hommage zum 60. Geburtstag des Künstlers sein

Die Krone war eines der Lieblingssymbole von Jean-Michel Basquiat. Er malte sie auf den Kopf von Musikern, Sportlern oder Schriftstellern und krönte damit jene Menschen, die Anerkennung und Respekt verdienten, sie aber in den USA der frühen 80er-Jahre nicht unbedingt bekamen - sich selbst eingeschlossen. Die Krone war ein Symbol der Selbstermächtigung und eines überaffirmativen ironischen Selbstmarketings, wie Basquiat es am jungen Andy Warhol bewundert hatte.

40 Jahre später setzt Basquiat nicht nur Auktionsrekorde, seine Bilder und Symbole schmücken dank eines sehr freigebigen Nachlasses auch Shirts (von Comme des Garcons bis Uniqlo), Plattencover, Sneaker – und jetzt auch Basketball-Jerseys. Das Team der Brooklyn Nets bestreitet die neue NBA-Saison, die am Dienstag gestartet ist (zufälligerweise dem 60. Geburtstag des früh verstorbenen Künstlers) unter anderem in Trikots, die von Basquiat-Bildern inspiriert sind: Das Logo der Nets ist in der markanten Basquiat-Typo gestaltet, an den Seiten der Shirts finden sich die berühmten strahlenden Farben des Künstlers, auf den Shorts prangt die Krone (Das Gebiet des heutigen Brooklyn hieß früher Kings County).

Basquiat wurde in Brooklyn geboren, die Nets verkaufen die Shirts als Hommage zu seinem 60. Geburtstag, wobei Hommage und Onlinestore nur einen Mausklick voneinander entfernt liegen: Zu kaufen gibt es neben Trikots und Shorts auch Mützen, Rucksäcke, Flipflops und vieles mehr. Auch der Platz im Barclay Center, der Spielstätte der Nets, wurde mit Basquiat-Elementen verziert. 


"I wanted to be a star. Not a gallery mascot", soll Basquiat einmal gesagt haben. Ob er Basketball-Maskottchen werden wollte, darf bezweifelt werden, aber no hard feelings, no Kulturkritik so kurz vor Weihnachten. Schlecht sieht die Kollektion jedenfalls nicht aus.

Und immerhin gibt es tatsächlich eine Verbindung zwischen dem Sport und Basquiats künstlerischer Entwicklung, die allerdings nicht ganz marketingtauglich ist. Als Achtjähriger wurde Basquiat beim Basketballspielen auf der Straße von einem Autos erfasst und schwer verletzt; seine Mutter schenkte ihm für den langwierigen Krankenhausaufenthalt eine Ausgabe des in den USA weit verbreiteten Anatomie-Buches "Gray’s Anatomy". Die Lektüre erweckte Basquiats Interesse am Zeichnen schematisierter Körper, der Rest ist Kunstgeschichte.