"A sky full of hope"

Bund der Steuerzahler kritisiert Frankfurter Kunstwerk im neuen "Schwarzbuch"

Foto: Große rot-blaue Netzkulptur, über Stadtplatz zwischen Gebäuden gespannt; Hebebühne.
Foto: Andreas Arnold/dpa

Die Netzskulptur "A Sky Full of Hope - Earthtime 1.78 Frankfurt" der Künstlerin Janet Echelman auf dem Platz über der Konstablerwache in Frankfurt

Der Bund der Steuerzahler sieht die viel diskutierte Kunstinstallation von Janet Echelman an der Konstablerwache in Frankfurt am Main als eine Verschwendung öffentlicher Gelder

Die umstrittene Kunstinstallation "A sky full of hope" in Frankfurt am Main ist im neuesten "Schwarzbuch" des Steuerzahlerbunds aufgelistet. Unter dem Motto "Die öffentliche Verschwendung" sammelt der Verband darin nach eigenen Angaben bundesweit Beispiele für einen aus seiner Sicht nicht sparsamen Umgang mit Steuergeld.

Die Netzskulptur "A Sky Full of Hope - Earthtime 1.78" für 2,3 Millionen Euro hängt seit August 2026 für drei Jahre über der Konstablerwache in Frankfurt und hatte schon damals für Streit gesorgt. Der Steuerzahlerbund hält die Kosten für die zeitlich begrenzte Installation der US-Künstlerin Janet Echelman für zu hoch und bezweifelt, dass das luftige Kunstwerk mit Lichtern und Leuchten den "eher trostlosen Platz" dauerhaft aufwertet. Schon nach etwa einer Woche habe sich zudem der erste Vogel darin verfangen - die Rettung der Rabenkrähe durch die Feuerwehr habe geringfügige neue Kosten verursacht.

Die Stadt hatte erklärt, die Auswahl der Künstlerin und des Kunstwerks sei rechtmäßig erfolgt. Die aufgewendete Millionensumme stamme nicht aus dem laufenden Kulturetat, sondern teils aus Überträgen der Initiative Innenstadt von 2024, die ansonsten verfallen wären, und teils aus dem Nachtragshaushalt 2025. Anderswo bei Kunst, Kultur oder Wissenschaft sei nicht gekürzt worden. 

Zu viel Geld für Tapeten?

Der Steuerzahlerbund kritisierte im "Schwarzbuch" außerdem das Land Hessen "für die rund 35 Millionen Euro teure Errichtung des Deutschen Tapetenmuseums in Kassel. Dort können voraussichtlich ab Herbst 2027 in einem Neubau Tapeten aus der 23.000 Exponate großen Sammlung bewundert werden, vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart." Während Planung und Bau sei es immer wieder zu Kostensteigerungen und Verzögerungen gekommen. Weiterhin fehle es an Prognosen für Besucherzahlen und Eintrittserlöse. Auch an den hohen Kosten der Sanierung von Schloss Bellevue in Berlin stört sich der Verein laut "Schwarzbuch". 

Der Bund der Steuerzahler ist ein privater Verein, der sich politisch unter anderem für eine effiziente Verwendung von Steuergeld und solide Staatsfinanzen einsetzt, also die Neuverschuldung und Ausgaben des Bundes hinterfragt. Er lobbyiert dafür im Bundestag und mit öffentlichkeitswirksam inszenierten Aktionen. Der Steuerzahlerbund betont, er sei parteipolitisch neutral.

Das "Schwarzbuch" ist umstritten. Es wird kritisiert, es liste lediglich spektakuläre Einzelfälle auf, verschweige aber oft deren Kontext und zeichne kein repräsentatives Gesamtbild der Steuerverschwendung. Behörden und Kommunen, die darin genannt werden, wehren sich häufig gegen die Vorwürfe und begründen ihre Finanzentscheidungen.