Drei Fragen an Christian Schwarm

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Herr Schwarm, wen wollen Sie mit Ihrer Internetcommunity erreichen?
Wir sprechen sicher keine Millionärssammler an, sondern eher junge Leute, Sammler-Einsteiger. Als ich vor einigen Jahren anfing, Kunst zu sammeln, merkte ich, dass ich sehr schnell Künstler und auch Galeristen kennenlernte, aber keine anderen Sammler – was absurd ist, denn die gesamte Kunstwelt ist immer internationaler, vernetzter. Independent Collectors gibt Sammlern die Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu treten, sich über bestimmte Künstler auszutauschen oder ihre Sammlungen online zu präsentieren.
 

Warum sollten Sammler das tun?
Das Bild vom Sammler als geheimnisumwitterten Einzelgänger ist antiquiert. Gerade junge Sammler wünschen sich mehr Transparenz und Informationen. Vor kurzem stellten wir Ivo Wessel auf der Startseite aus. Ich
kannte ihn vorher nicht, aber er fand die Idee von Independent Collectors gut – auch weil er seine Sammlung in Berlin ja für Besucher öffnet. Es geht uns darum, das Sammeln zu demokratisieren, Einsteigern die Hemmschwelle zu nehmen. Sammler können auf unserer Seite schauen, was einer „ihrer“ Künstler noch geschaffen hat. Sie können fragen, ob jemand weiß, wo man eine gewisse Arbeit bekommen könnte oder ein Künstlerbuch, das vergriffen ist. Aber eine Verkaufsplattform sind wir nicht.

 

Independent Collectors ist seit Anfang Juni am Start. Wie ist Ihre Zwischenbilanz?
Durchweg positiv. Wir sind zwar noch in der Aufbauphase, aber es haben sich bereits rund 150 Sammler aus 17 Ländern angemeldet. Künftig wollen wir unser Angebot noch erweitern, einen Forumsplatz für Diskussion
schaffen und vielleicht eines Tages auch Werke verschiedener Sammler zusammenstellen, als eine Art kuratierte Onlineausstellung.

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