Wadephul in Israel

Deutschland gibt Gedenkstätte Yad Vashem mehr Geld

Foto: Redner im Anzug, blauer Hintergrund 'State of Israel – Ministry of Foreign Affairs'
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Außenminister Johann Wadephul in Jerusamel während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem israelischen Amtskollegen

Deutschland verfünffacht seine Unterstützung für Yad Vashem. Außenminister Wadephul erklärt bei einem Kurzbesuch in Israel, wofür die Gedenkstätte mehr Mittel braucht

Deutschland weitet seine finanzielle Unterstützung für die israelische und weltweit größte Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem erheblich aus. Die Außenminister beider Länder unterzeichneten in Jerusalem eine entsprechende Vereinbarung. "Dadurch wird die seit 2012 bestehende finanzielle Unterstützung für Yad Vashem bis zum Ende des Jahrzehnts von einer Million Euro auf insgesamt fünf Millionen Euro jährlich verfünffacht", erklärte Bundesaußenminister Johann Wadephul in Jerusalem.

Wadephul hatte vor seiner Reise nach Israel gesagt, Deutschlands Verhältnis zu Israel könne "nie unabhängig von der Verantwortung gesehen werden, die Deutschland angesichts des von Deutschen begangenen Menschheitsverbrechens der Schoah für die Sicherheit des einzigen jüdischen Staates" trage. In Jerusalem erklärte er nun weiter: "In Zeiten, in denen kaum noch Zeitzeugen vom Menschheitsverbrechen der Schoah berichten können, ist die Gedenkarbeit, die Yad Vashem und andere Gedenkstätten leisten, von unschätzbarem Wert."

Yad Vashem braucht seinen Angaben zufolge in den kommenden Jahren mehr Geld, um seine Bestände wie Zeitzeugenberichte zu digitalisieren. Außerdem seien die finanziellen Mittel für die Gedenkstätte nötig, damit sie mehr Bildungsprogramme zur Aufklärung über den Holocaust etwa in Europa anbieten könne. Es bleibe Deutschlands Verpflichtung, der "grassierenden Relativierung oder sogar Leugnung des Holocausts entschieden entgegenzutreten". Wadephul wird nach seinem Kurzbesuch in Israel zum Nato-Gipfel in Ankara weiterreisen.

Kürzlich war auch bekanntgeworden, dass ein Bildungszentrum von Yad Vashem in München sowie eine Außenstelle in Leipzig entstehen sollen. Es handelt sich um den ersten Ableger der Gedenkstätte in einem anderen Land. Yad Vashem will auf diese Weise eigenen Angaben zufolge in einer Zeit, in der der Antisemitismus weltweit zunimmt, sein Engagement in der Holocaust-Bildung und Erinnerungsarbeit verstärken.