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Kunstmesse

Art Düsseldorf eröffnet

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Die Art Düsseldorf verankert sich trotz der Konkurrenz der Art Cologne im Rheinland. Auch der Ausstieg des mächtigen Partners MCH verdirbt die Laune nicht. Die Sammler kommen trotzdem

Schon vor der offiziellen Eröffnung strömten Sammler und Kunstinteressierte durch die Gänge der Fabrikhallen des Areal Böhler im Westen Düsseldorfs. Ein Jahr nach ihrer erfolgreichen Premiere steht die neue Messe nach den Worten von Direktor Walter Gehlen aber jetzt vor ihrer eigentlichen Bewährungsprobe.

Bei der zweiten Art Düsseldorf bieten rund 90 Galerien aus fast 20 Ländern bis Sonntag Kunst für erfahrene Sammler, aber auch für Einsteiger an. Das teuerste Objekt dürfte ein frühes Fontana-Bild mit eingeschnittener Leinwand für 1,5 Millionen Euro sein. Ein Bronzeofen von Joseph Beuys, entstanden 1983 in Berlin, gilt als Rarität, denn er kommt direkt aus dem Nachlass des Künstlers. Das hat mit 830 000 Euro auch seinen Preis. 

Der New Yorker Galerist David Zwirner ist zum zweiten Mal da, und er hat neue Werke von Isa Genzken dabei. Die mit schwarzem Klebeband grob beklebte und mit einem blauen Plastiküberwurf behängte Aluminiumplatte kostet 300 000 Dollar. Die Tische des israelischen Künstlers Gal Weinstein mit durchaus ästhetischen Landschaften aus verschimmeltem Kaffeesatz unter Glas sind da etwas preiswerter: 20 000 Euro steht auf dem Preisschild der Galerie Dittrich & Schlechtriem.

Die Art Düsseldorf spürt aber schon im zweiten Jahr ihres Bestehens Gegenwind. Kurz vor der zweiten Auflage kündigte ihr Partner, die Schweizer Messegesellschaft MCH, den Ausstieg an. Die Gesellschaft veranstaltet auch die Art Basel, die weltweit wichtigste Kunstmesse. Art-Düsseldorf-Direktor Walter Gehlen nimmt das gelassen. Die mit rund 25 Prozent beteiligte MCH habe weder Aussteller noch Sponsoren akquiriert und sei auch finanziell kaum an der Art Düsseldorf beteiligt, sagte er. Ohne den Partner hätte die erste Art Düsseldorf zwar zu ihrer Premiere wohl "viel weniger Aufmerksamkeit" bekommen, räumt Gehlen ein. Den wirtschaftlichen Erfolg habe sein Team aber selbst erarbeitet. "Jetzt ist die Art Düsseldorf bekannt." Das werde sich auch durch die geänderten Beteiligungsverhältnisse nicht ändern. 

Das sehen die Galeristen ähnlich. "Die MCH war als Antrieb für die Art Düsseldorf ganz wichtig", sagt die Düsseldorfer Galeristin Linn Lühn. Jetzt sei es wichtig, sich von der Messe Schweiz abzusetzen.

Drei Viertel der Aussteller sind zum zweiten Mal in Düsseldorf dabei. Die Hälfte der Galerien kommt aus dem Ausland. Im Reigen der internationalen Messen lieben die Galeristen die private Atmosphäre in Düsseldorf, wie etwa Kamel Mennour aus Frankreich. Düsseldorf habe einfach ein gutes Timing, sagen Jean Bernier und Marina Eliades aus Griechenland: "We like Düsseldorf very much." Die Leute hätten in Düsseldorf "mehr Zeit und Muße", über die Messe zu streifen, sagt Chris Lünsmann von Dittrich & Schlechtriem. 

Inzwischen wird die Art Düsseldorf als willkommene Ergänzung zur größeren Art Cologne im April gesehen. Denn an Kundschaft herrscht im Rheinland und in den Benelux-Staaten kein Mangel. Die dritte Messe ist bereits für November 2019 geplant. Eine Herausforderung aber müsse Düsseldorf noch meistern, sagt Linn Lühn mit einem Augenzwinkern: "Die Art Düsseldorf muss sich so weit etablieren, dass auch die Kölner Sammler kommen."

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