Vorschau

Diese Museen sollen 2026 eröffnen

Die internationale Museumswelt bekommt auch 2026 Zuwachs. Hier sind die wichtigsten geplanten Eröffnungen - von denen einige nicht zum ersten Mal angekündigt werden



Nederlands Fotomuseum in Rotterdam 

Die niederländische Hafenstadt Rotterdam rüstet museumstechnisch gerade ziemlich auf. 2025 eröffnete das private Ausstellungshaus Fenix, das sich mit dem Thema Migration aus Sicht der Kunst beschäftigt. Nun folgt nur ein paar hundert Meter entfernt das neue Nederlands Fotomuseum, das in und auf ein umgebautes historisches Speichergebäude am Rheinhafen zieht. Im Inneren soll nicht weniger als das niederländische fotografische Erbe bewahrt werden. Die Sammlung umfasst nach Angaben des Museums rund 6,5 Millionen Objekte. Außerdem gibt es Ateliers und Workshopräume sowie ein "Wohnzimmer" im Erdgeschoss, das auch ohne Ticket zugänglich ist. 

Die Eröffnung ist für den 7. Februar geplant. Zu Beginn soll eine Ausstellung zur Stadt Rotterdam in der Fotografie zu sehen sein, ebenso wie eine Schau, die eines der ältesten bildgebenden Verfahren würdigt: die Cyanotypie. 

Nederlands Fotomuseum, Rotterdam, ab 7. Februar

Treppenhaus des neuen Fotomuseums in Rotterdam
Foto: Studio Hans Wilschut

Treppenhaus des neuen Fotomuseums in Rotterdam


Das Lucas Museum of Narrative Art in Los Angeles

"Star Wars"-Schöpfer George Lucas will im September 2026 sein lange geplantes Museum in Los Angeles eröffnen. Das Lucas Museum of Narrative Art umfasst eine Sammlung von mehr als 40.000 Kunstwerken. Der Kern stammt aus dem Privatbesitz des "Indiana Jones"-Produzenten. Dazu gehören neben vielen Filmkunst-Objekten, Fotografien und Comic-Zeichnungen auch Gemälde von Frida Kahlo, Diego Rivera, Maxfield Parrish und Norman Rockwell.

Das Museum wird in der Filmmetropole Los Angeles gebaut. Der Grundstein für das fünfstöckige Gebäude nach einem futuristischen Entwurf des chinesischen Architekten Ma Yansong war bereits 2018 gelegt worden. 2012 hatte Lucas sein in San Francisco ansässiges Film-Studio für rund vier Milliarden Dollar an den Disney-Konzern verkauft. Ein Jahr später gab der legendäre Regisseur, Produzent und Drehbuchautor die Museumspläne bekannt. Zeitweise waren auch Chicago und San Francisco als mögliche Standorte im Gespräch gewesen. 

Bei der Comic-Con-Messe in San Diego im vergangenen Juli sprach Lucas über sein Herzensprojekt. Er habe seit seiner Studienzeit etwa 40.000 Stücke Kunst gesammelt, darunter Comics, die er sich damals leisten konnte, erzählte der Filmemacher. Das Museum sehe er als eine Art "Tempel" für die Kunst des Volkes. Lucas, der in Nordkalifornien wohnt, will die Bau- und Betriebskosten von mehr als einer Milliarde US-Dollar aus eigener Tasche finanzieren.

Lucas Museum of Narrative Art, Los Angeles, ab September 2026

Entwurf des Lucas Museum of Narrative Art
Courtesy of the Lucas Museum of Narrative Art, rendering by Stantec and MIR

Entwurf des Lucas Museum of Narrative Art


Das Centre Pompidou Kanal in Brüssel

Auf der Website klingt das Ganze sehr optimistisch: "Come and discover it for yourself from 28 November 2026!", steht in der Ankündigung zum neuen Museum Centre Pompidou Kanal in Brüssel. Seit Jahren wird eine ehemalige Citroën-Werkstatt mit Showrooms umgebaut und soll in Zukunft Werke aus den Bereichen bildende Kunst, Film, Architektur und Design beherbergen. Zwar gab es in den beeindruckenden Hallen schon mehrere Pop-up-Ausstellungen und Events, die finale Eröffnung wurde aber bereits mehrfach verschoben. 

Auch der Termin im November scheint nicht mehr sicher, da Brüssel auch eineinhalb Jahre nach der letzten Regionalwahl keine Regierung hat und Budgets daher unklar sind. Ob der Museumsmotor in der belgischen Hauptstadt in diesem Jahr wirklich noch anspringt, bleibt abzuwarten.

Centre Pompidou Kanal, Brüssel, geplant ab November 

Bauarbeiten am Centre Pompidou Kanal in Brüssel
Foto: Courtesy Centre Pompidou Kanal

Bauarbeiten am Centre Pompidou Kanal in Brüssel


Das UBS Digital Art Museum in Hamburg

In Tokio ist das immersive Museum mit Projektionen der Künstlergruppe Teamlab ein Publikumsmagnet - und sehr instagrammable. In der Hafencity in Hamburg ist ein ähnlicher Ansatz geplant. Dort will der Unternehmer Lars Hinrichs in Partnerschaft mit der Investmentbank UBS und weiteren Geldgebern in diesem Jahr das Digital Art Museum eröffnen. Gezeigt werden soll die Ausstellung "Borderless" von Teamlab, die aus riesigen digitalen Welten besteht, die durchschritten werden können. Perspektivisch soll aus dem Haus ein zentraler Anlaufpunkt für computerbasierte Kunst werden. Nach Worten der Verantwortlichen "eine der relevantesten Plattformen ​für digitale und immersive Kunst in Europa​". 

Allerdings hat die Hamburger Hafencity in der Vergangenheit eher mit gescheiterten Projekten wie der Bauruine des Elbtowers Schlagzeilen gemacht. Wann das UBS-Museum genau eröffnen soll, steht noch nicht fest. Tickets kann man allerdings schon auf der Website vorbestellen. 

UBS Digital Art Museum, Hamburg, geplant ab 2026

Teamlab "Universe of Water Particles on a Rock where People Gather"
Foto: Courtesy Teamlab Borderless Tokyo, © Teamlab

Teamlab "Universe of Water Particles on a Rock where People Gather"


Erweiterungsbau des New Museum in New York

Der irre Konkurrenzdruck, unter dem US-amerikanische und insbesondere New Yorker Museen stehen, lässt sich an deren ständigen Expansionsplänen, Umzügen und Neubauten ablesen. Erst im Dezember 2007 öffnete das New Museum die Türen seines 50 Millionen US-Dollar teuren Gebäudes auf der Bowery Street, das von dem in Tokio ansässigen Büro Sanaa entworfen wurde – jetzt kommt ein Erweiterungsbau hinzu, der eigentlich schon im Herbst 2025 eröffnen sollte und die Ausstellungsfläche mehr als verdoppeln wird. Nun wird der 21. März 2026 als Eröffnungstermin kommuniziert.

Die Basis des von Rem Koolhaas' Büro OMA entworfenen, siebenstöckigen Gebäudes faltet sich nach oben und nach außen, um das ältere Gebäude an der Oberkante eines seiner Kästen zu treffen. Es begegnet seinem Vorgänger mit Respekt, beharrt aber auch auf Eigenständigkeit, indem es die Vertikalität des bestehenden Turms durch horizontale Galerien erweitert. "Wir wollten ein sehr öffentliches Gesicht schaffen", erklären die Architekten, und so ist die Fassade aus Glas und Metallgewebe weitgehend transparent.

Im oberen Bereich sind terrassenförmige Mehrzweck- und Gemeinschaftsräume angelegt, im Erdgeschoss ein neues Restaurant. Die Eröffnungsausstellung trägt den Titel "New Humans: Memories of the Future", mehr als 150 Künstlerinnen und Künstler bespielen das gesamte New New Museum. Außerdem sind unter anderem eine Ausstellung von Sarah Lucas und eine Fassadenarbeit von Tschabalala Self geplant.

"New New Museum", New York, ab 21. März 2026

Das New Museum mit Erweiterungsgebäude
Rendering: Courtesy OMA/bloomimages.de

Das New Museum mit Erweiterungsgebäude


Das Guggenheim Abu Dhabi

Auch die Eröffnung des Guggenheim-Ablegers im Emirat Abu Dhabi wird nicht zum ersten Mal angekündigt. Eigentlich sollten sich die Türen in der Wüste nach mehreren Verschiebungen 2025 öffnen, nun ist Juni 2026 anvisiert. Das im Saadiyat-Kulturbezirk gelegene Museum, eine Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium für Kultur und Tourismus von Abu Dhabi und der US-amerikanischen Solomon R. Guggenheim Foundation, residiert in einem Bau des kürzlich verstorbenen Architekten Frank Gehry. 

Neben dem Louvre Abu Dhabi wird das Guggenheim die zweite große Kunstinstitution des Emirats, mit einem Fokus auf moderne und zeitgenössische Kunst. Das Haus gehört zu einer umfassenden Kulturinitiative der Golfstaaten, die gerade die Machtverhältnisse in der Kunstwelt verschiebt. Direktorin des neuen Museums ist die deutsche Kuratorin Stephanie Rosenthal. 

Guggenheim Abu Dhabi, geplant ab 2026

Rendering des Guggenheim Abu Dhabi
Foto: Courtesy Solomon R. Guggenheim Foundation

Rendering des Guggenheim Abu Dhabi


Das V&A East in London 

Ausgerechnet das altehrwürdige Victoria & Albert Museum (V&A) in London schickt sich gerade an, die Zukunft von Kunsthäusern mitzudefinieren. Im vergangenen Jahr eröffnete das hochgelobte Erlebnis-Depot V&A East Storehouse, in dem alle gelagerten Objekte öffentlich zugänglich sind. Im April folgt das neue Museum im Olympiapark von 2012 in Ostlondon, das vom Architekturbüro O'Donnell + Tuomey entworfen wurde. Eine Inspiration für den Bau mit dreieckigen Fensterfronten war die Silhouette eines Kleides von Cristóbal Balenciaga; die Fassade soll sich wie ein Faltenwurf um den Baukörper bauschen und immer wieder neue Durchblicke und Perspektiven erlauben. 

Im Inneren sollen nicht nur Schätze aus der schier unerschöpflichen Sammlung des Museums gezeigt werden, sondern es sollen auch Community-Projekte und Ateliers entstehen. Außerdem bekommen die Londoner neuen öffentlichen Raum am Ufer des River Lea. Die meisten Ausstellungen und Events sollen kostenlos sein.

V&A East, Queen Elizabeth Olympic Park, Stratford, London, ab 18. April

Rendering des neues V&A East in London
Foto: O'Donnell + Tuomey

Rendering des neues V&A East in London