Florenz

Direktor: Uffizien vor politischem Einfluss schützen

 Eike Schmidt, deutscher Direktor der Uffizien-Galerie
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Eike Schmidt, deutscher Direktor der Uffizien-Galerie

Der Direktor der Uffizien, Eike Schmidt, will die Gemäldegalerie in Florenz vor politischen Einflüssen schützen

Es gebe "nach wie vor politische oder manchmal auch unpolitische Kräfte, die dieses Museum für ihre Zwecke benutzen wollen", sagte der deutsche Kunsthistoriker der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Freitag). "Es ist meine Aufgabe, diesen Kräften entgegenzuwirken, mein Team zu beschützen und sicherzustellen, dass wir unseren Kurs weiterfahren können."

Schmidt war unter der sozialdemokratischen Regierung 2015 ins Amt gekommen. Allerdings hatte er unter der darauf folgenden populistischen Regierung von Fünf-Sterne-Bewegung und rechter Lega angekündigt, ans Kunsthistorische Museum in Wien gehen zu wollen. Als die Sozialdemokraten letzten Herbst wieder mit an die Regierung kamen, entschied er sich doch, in Florenz zu bleiben.

"Unter der Regierung aus der Fünf-Sterne-Bewegung und der Lega (…)  hat sich die Situation nochmal deutlich verschlechtert. Es kamen Rufe auf, dass italienische Museen von Italienern zu führen seien", sagte Schmidt.

Es sei angesichts der unstabilen politischen Verhältnisse in Italien zwar durchaus "ein Risiko", seine Pläne an einer Regierung auszurichten. "Aber ich bleibe ja nicht aus Freundschaft zur neuen Regierung, sondern deswegen, da sie uns die Möglichkeit gibt, unsere Arbeit zu machen. Ich sehe es als Verantwortung, den Reformprozess weiterzuführen, den wir begonnen haben, und der schon so viele Früchte trägt."

Die Uffizien gehören zu den meistbesuchten Museen in Italien, zu sehen ist dort unter anderem die Geburt der Venus von Sandro Botticelli.