Umstrittene Auktion

Dresdner Museumschefin appelliert an Bayer AG wegen "Dresdner Mars"

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Um den "Dresdner Mars" von Renaissancebildhauer Giambologna gibt es Streit: Ein großer Konzern will das Kunstwerk aus seiner Sammlung zu viel Geld machen

Mit der Versteigerung einer wertvollen Mars-Skulptur aus der Kunstsammlung der Bayer AG Leverkusen (NRW) droht aus Expertensicht der Verlust eines Kunstwerkes von nationalem Rang. Die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Marion Ackermann, forderte den Pharmakonzern am Freitag zum Verzicht auf den Verkauf der Bronzestatuette "The Dresden Mars" von Giambologna (1529-1608) bei der Londoner Auktion von Sotheby's am 4. Juli auf.

"Ich appelliere in aller Eindringlichkeit an das Unternehmen, das sich einen Namen im Kultursponsoring machen will, und das Gewissen seines Vorstandes", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Auch Nachfahren eines Vorbesitzers mahnten in einem Offenen Brief an den Bayer-Vorstand, den Verkauf abzusagen und den "Mars" den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu schenken.

Die 40 Zentimeter hohe Skulptur war ein persönliches Geschenk des Künstlers an den sächsischen Kurfürsten Christian I. und befand sich rund drei Jahrhunderte in Dresden.

"Wir haben entschieden, den 'Mars' zu versteigern, weil wir verstärkt in junge Kunst investieren wollen, und halten daran fest", sagte ein Sprecher der Bayer-Kulturabteilung auf Anfrage. Ziel sei, "einen möglichst hohen Preis zu bekommen". Die knapp 40 Zentimeter hohe Bronzestatue ist laut Katalog mit drei bis fünf Millionen Pfund veranschlagt.

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