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Empörung in Frankreich: Kunststudierende schrotten Papp-Polizeiauto

Frankreichs Innenminister Laurent Nunez
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Frankreichs Innenminister Laurent Nunez: "Wir dürfen diese polizeifeindliche Ideologie nicht unwidersprochen lassen"

Nach einer polizeikritischen Performance an einer Kunsthochschule schaltet sich Frankreichs Innenminister ein und fordert rechtliche Schritte. Was ist der Grund für die Aufregung?

Eine Aktion in einer Kunsthochschule im elsässischen Mulhouse hat die französischen Behörden auf den Plan gerufen. Studierende schlugen dabei mit Stöcken auf ein Polizeiauto aus Pappe ein. Der französische Innenminister Laurent Nuñez schrieb dazu auf der Plattform X: "Wir dürfen diese polizeifeindliche Ideologie nicht unwidersprochen lassen." Er habe den örtlichen Präfekten gebeten, rechtliche Schritte einzuleiten, um die Verantwortlichkeiten zu klären.

Der Präfekt Emmanuel Aubry teilte mit, die Inszenierung sei unwürdig und werde den Leistungen der Sicherheitskräfte nicht gerecht. Die Justiz sei eingeschaltet. Den Angaben nach fand die Kunstperformance am Donnerstag statt. 

Wie in einem in sozialen Netzwerken verbreiteten Video von der Veranstaltung zu sehen ist, demoliert ein junger Mann mit verbundenen Augen mit einem Stock eine sehr große Figur in Form eines Polizeiautos wie bei einer Piñata. Dieses hohle Objekt aus Papier oder Karton wird traditionell so lange geschlagen, bis sein Inhalt freigegeben wird. Im Video wird dies von Jubelrufen begleitet. Die Studierenden sollen nach Angaben der Präfektur darüber hinaus Botschaften verlesen haben, die das Handeln von Polizeibeamten verunglimpften.

Die Bürgermeisterin von Mulhouse, Michèle Lutz, bezeichnete die Szene in einem Beitrag auf Instagram als "zutiefst schockierend" und eine "sehr geschmacklose Inszenierung". Sie sei der Ansicht, dass die Meinungsfreiheit, einschließlich der künstlerischen Freiheit, nicht alle Beleidigungen erlaube und rechtfertige. Sie habe den Direktor der in großem Umfang aus öffentlichen Mitteln finanzierten Hochschule einbestellt, um ihre Missbilligung zum Ausdruck zu bringen.