München

Experten helfen Haus der Kunst bei Suche nach künstlerischem Leiter

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Ruhe und Stabilität statt Turbulenzen: Experten haben das Haus der Kunst in München unter die Lupe genommen. Ihre Ideen sollen das weltweite Ansehen aufpolieren und hochkarätige Kandidaten für den Posten des künstlerischen Leiters anlocken

Das Haus der Kunst in München soll nach den Turbulenzen der vergangenen Jahre bei der Neuausrichtung von einem hochkarätig besetzten Expertenrat begleitet werden. Das Gremium werde das Haus zwei Jahre lang strategisch und programmatisch unterstützen, sagte Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU) am Montag in München. Dabei soll es auch um die Suche nach einer neuen künstlerischen Leitung gehen. Die Stelle ist seit dem Ausscheiden von Okwui Enwezor im vergangenen Juni vakant. 

Vorsitzende des Expertenrats ist die künstlerische Direktorin der Fondation Vincent van Gogh in Arles, Bice Curiger. Weitere Mitglieder sind der Direktor des Museums Brandhorst in München, Achim Hochdörfer, sowie die Kunstsammlerin Ingvild Goetz. Sie haben sich Ende November 2018 zusammengeschlossen und arbeiten ehrenamtlich. 

Der Expertenrat schlägt vor, möglichst rasch eine Findungskommission mit der Suche nach einem geeigneten Kandidaten zu beauftragen. Er soll das Haus dann in einer Doppelspitze mit der kaufmännischen Geschäftsführung leiten soll. Es gebe bereits eine Liste mit Leuten, die für diesen Posten infrage kämen, sagte Curiger. Sie gehe davon aus, dass "möglichst schnell" eine neue Leitung in Erscheinung treten werde. 

Das Haus der Kunst hat turbulente Zeiten hinter sich. Unter anderem waren im Sommer 2017 massive Geldprobleme bekanntgeworden. Das hat sich gebessert. Gut besucht war vor allem die Ausstellung mit Werken von Jörg Immendorff, die am Sonntag zu Ende geht. Für das Jahr 2018 rechnet der kaufmännische Direktor Bernhard Spies mit einer schwarzen Null. Das sei aber auch keine Startbahn für große Sprünge im Jahr 2019. Das Haus werde in diesem Jahr an 363 Tagen geöffnet sein, aber man werde verstärkt aufs Geld achten, auch im Hinblick auf den neuen künstlerischen Direktor. Der werde für 2020 zwar keine gut gefüllten Kassen vorfinden, "aber Kassen, mit denen er arbeiten kann".

Auf die neue Leitung wartet auch die Herausforderung einer grundlegenden Sanierung, die eigentlich 2020 beginnen soll. Offen ist immer noch, ob das Haus in dieser Zeit zumindest teilweise geöffnet bleiben kann.

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