"Fantasiemuskel"-Podcast #74

Auf der Suche nach dem "gewissen Etwas" - mit Felix Kosok

Fantasiemuskel mit Felix Kosok

Was hat Kreativität mit Demokratie zu tun? Und wer entscheidet, was künstlerische Begabung ist? Davon handelt die aktuelle Folge des Podcasts "Fantasiemuskel" mit dem Designer, Theoretiker und Hochschullehrer Felix Kosok

Eigentlich wollten die beiden Podcaster Friedrich von Borries und Torsten Fremer mit Felix Kosok vor allem über die politische Dimension von Design reden. Schließlich leitet Kosok das Diskursprogramm der Initiative World Design Capital Frankfurt Rhein Main, die 2026 stattfindet und unter dem Motto "Design for Democracy" steht. Und so geht es in dieser Folge des Podcasts "Fantasiemuskel" tatsächlich um die Frage, was Design mit Demokratie zu tun hat, wie Gestaltung politische Strukturen prägt, Identitäten formt und gesellschaftliche Prozesse mitgestaltet. 

Die beiden Podcaster wollten von Felix Kosok außerdem wissen, wie er seine von Emanzipation und Empowerment geprägte Perspektive auf Design an Studierende vermittelt, die einen ganz anderen biografischen Hintergrund haben als er. Denn er ist Professor an der German University in Kairo und hat dort vor allem mit jungen Muslimen zu tun. 

Aber, wie der Zufall eines Gesprächs es will, entwickelte sich in dem Podcast noch eine andere Fragestellung, nämlich die nach dem "gewisse Etwas" an Kreativität oder künstlerischem Talent, das manchen zu- und anderen abgesprochen wird. Felix Kosok, so viel sei schon verraten, wurde diese Gabe nämlich mehrfach nicht zugetraut. Trotzdem hat er an sich und seine Fähigkeiten geglaubt. Damit berührt sein Werdegang eine wesentliche Frage, die dann doch wieder mit demokratischer Teilhabe zu tun hat: Wer bestimmt, was Kreativität und was künstlerisches Talent ist? Wer erkennt selbiges in anderen und fördert diese Personen – und wer wird, aus welchen Gründen auch immer, nicht gefördert, nicht unterstützt, nicht in seinem oder ihrem Weg bestärkt?

"Solidarisiert euch, bildet Banden"

Und so kristallisieren sich Teilhabe und Beteiligung als der Kern dessen heraus, was demokratisches Design in den Augen von Felix Kosok ausmacht. Sein eigenes Leben solle man als "Plattform für politisches Engagement" begreifen, auf der "man Haltung zeigen kann". Sonst kann man nicht die Welt, die Gesellschaft, sein Lebensumfeld verändern. 

Dazu gehört eben auch, dass jeder an seinen eigenen Fantasiemuskel glaubt, ihn nicht übersieht oder denkt, dass er oder sie ihn nicht hat. Helfen kann dabei, so Kosok, nicht allein zu sein, sondern sich mit anderen zusammenzutun: "Solidarisiert euch, bildet Banden, macht Sachen zusammen! Traut euch, Dinge anders zu machen als sie bisher gemacht worden sind." Und dann ist das "gewisse Etwas" nicht mehr das Talent, das einem von einer Autorität zu- oder abgesprochen werden kann, sondern der Funke, der sich entzündet, wenn Menschen gemeinsam die Welt zu einem besseren Ort machen. 

Sie können "Fantasiemuskel", den Monopol-Podcast über Kunst, Wirtschaft und gesellschaftliche Transformation, auf allen bekannten Plattformen hören – oder die neue Folge direkt hier: