Nach Kolonialismus-Bericht

Frankreich gibt 26 Werke an Benin zurück

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Frankreich gibt 26 Werke an den westafrikanischen Staat Benin zurück

Den Entschluss traf der französische Staatschef Emmanuel Macron, nachdem ihm der Kolonialismus-Bericht der beiden Experten Bénédicte Savoy und Felwine Sarr am Freitag vorgelegt wurde. Die Rückgabe solle unverzüglich erfolgen, wie der Elysée-Palast mitteilte. Bei den Werken handelt es sich um Artefakte, die die französische Armee nach den blutigen Kämpfen im Jahr 1892 im Zuge der Eroberung des Landes nach Frankreich gebracht hat. Benin hatte die Rückgabe der Werke schon seit langem gefordert. Seine im Juli 2016 gestellte Forderung wurde nur wenige Monate später mit einem "Nein" quittiert.

In der Mitteilung hieß es weiter, dass Macron in Paris im ersten Trimester 2019 alle afrikanischen und europäischen Partner vereinen wolle, um einen Rahmen für eine Politk des Austausches von Kunstwerken zu bestimmen.

Den am Freitag vorgelegten Bericht hatte Macron im März 2018 bei der französischen Kunsthistorikern und dem senegalesischen Ökonom in Auftrag gegeben. Darin empfehlen die Autoren, praktisch alle aus der Kolonialzeit stammenden Kunstwerke in die afrikanischen Herkunftsländer zurückzugeben. Laut Schätzungen sollen sich rund 70 000 Artefakte aus dem Afrika südlich der Sahara in den Sammlungen des Pariser Musée Quai Branly befinden, mehr als 17 000 in rund 100 weiteren Museen.

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