Friedrich Kunath, warum eine Bar in einer Galerie?
Ich fand die Vorstellung langweilig, einfach drei Bilder für eine Gruppenausstellung im Sommer abzugeben. Stattdessen wollte ich den Ort nachbauen, den ich in Los Angeles (LA) geschaffen habe, und ihn in diesen Kontext setzen. Ich denke über die Bar genauso nach wie über Bilder oder Strukturen. Für mich ist das emotional dasselbe. Ob Bild, Skulptur, Video oder was auch immer: Die Bar ist meine Version einer sozialen Skulptur. Ich komme nicht aus einem klassischen Galerieverständnis. Das war nie mein Ausgangspunkt. Für mich war die Bar immer eine Skulptur.
Sie sind seit einem halben Jahr in Berlin. Wie ist es, nach so langer Zeit in Los Angeles wieder in Deutschland zu sein?
Ich bin erst seit Kurzem wieder in Berlin, aber eigentlich auch nicht. Ich bin ja hier aufgewachsen. Also, on-off. Ich bin natürlich viel unterwegs zwischen LA, wo mein Studio ist, und Berlin. Hier habe ich eine Wohnung und ein kleines Zimmer, in dem ich allein arbeite. Ich habe hier bewusst keinen richtigen Arbeitsraum. Das ist praktisch der Gegenentwurf zu LA. Dadurch, dass ich jetzt wieder hier bin, obwohl ich 20 Jahre weg war, hat es sich gut angefühlt, dieses LA-Berlin-Ding zu reproduzieren.
Spielt die Frage nach Heimat dabei eine Rolle?
Die Frage, wo ich zu Hause bin, ist wahrscheinlich mein Hauptproblem und gleichzeitig meine Hauptlösung. Diese Heimatlosigkeit. Und natürlich auch die Frage, wie dieser Motor für die Sehnsuchtsorte funktioniert, die ich mir kreiere. Die berlinische Bar in LA ist ja auch nur eine Rückprojektion. Meine gesamte Sehnsuchtsprojektion hat immer in Amerika stattgefunden. Jetzt bin ich seit 20 Jahren dort und muss wieder zurückprojizieren, weil ich mir wieder einen Ort bauen will, nach dem ich Sehnsucht haben kann.
Sind Sie deswegen zurück nach Berlin gekommen oder gab es einen anderen Grund?
Alterssehnsucht, würde ich sagen.
Fühlt sich Berlin heute noch vertraut an?
Ich bin in Chemnitz, damals Karl-Marx-Stadt, geboren und dann hier in Berlin aufgewachsen. Ende der Achtziger bin ich nach West-Berlin gegangen. Dann habe ich in Braunschweig studiert und Anfang der Neunziger schon in San Diego gelebt. Ich war das letzte Mal 1998 hier. Seitdem kenne ich die Stadt eigentlich gar nicht mehr. Ich kenne den Osten. Ich wohne jetzt in Charlottenburg, das kannte ich vorher überhaupt nicht. Es ist charmant. Irgendwie erwachsen. Ich mag die alten Menschen mit ihren Anzügen und Schirmen.
Sie haben gerade das Thema Heimat und Emotionen angesprochen. Der Titel der Ausstellung lautet "Goodbye Sadness, Hello Sadness".
Das ist der Anfang des Romans "Bonjour Tristesse" von Françoise Sagan. Im Barkontext finde ich diesen Widerspruch schön. Ich arbeite im Widerspruch, und das Trinken funktioniert ja genauso. Wenn wir über Trinken reden, dann ist das natürlich: "Goodbye Sadness", am nächsten Tag: "Hello Sadness". Das hat etwas Humorvolles, etwas Sehnsüchtiges, etwas Ernstes, etwas Leichtes, etwas Existenzielles. Es hat irgendwie alles in sich, spielt aber immer nur darum herum. In meiner Bar in LA kommen Sie rein, und da steht: "Goodbye Sadness". Das ist die Verführung. Und wenn Sie wieder rausgehen, steht da: "Hello Sadness". Mein Studio in LA ist insgesamt ein sehr sensorischer Ort. Es sind viele Räume, ziemlich groß. Ich war immer dagegen, mich so einzurichten, wie ein pragmatischer Künstler das vielleicht machen würde. Dieser reine Produktionsort hat mich nie interessiert. Ich war immer näher an einem Stage-Setting. Mich interessiert es mehr, Environments zu schaffen. Jeder Raum produziert auf seine Weise die Arbeit und ich bin irgendwie nur der Ausführende. Ich weiß nicht, wo das herkommt. Als Kind wurde ich von meiner Mutter oft ins Theater geschleppt. In Ost-Berlin, gefühlt jeden dritten Tag. Ich weiß nicht, wie oft ich den "Kaukasischen Kreidekreis" sehen musste, obwohl ich lieber ins Kino wollte. Aber vielleicht kommt daher diese Theatergeschichte. Da müsste man einen Psychologen fragen. Mich wahrscheinlich auch. Wenn Sie bei mir sind, ist jeder Raum anders. Überall läuft andere Musik, andere Fernseher, ein anderes Parfum. Man geht von einem Setting ins nächste. Natürlich wird dort auch gearbeitet. Aber die Bar war das letzte Piece. Ich hatte da einen kleinen Ort, der die ganze Zeit undefiniert war. Irgendwann dachte ich, gerade in einer Stadt wie LA, die einen komplett isoliert, braucht es so einen Ort.
War die Bar auch eine Reaktion auf diese Isolation in LA?
Ich glaube, LA ist die isolierteste Großstadt der Welt. Schon allein, weil sie so weit auseinander gezogen ist. Aber auch, weil soziale Kontakte dort so dysfunktional sind. Jeder geht um neun oder zehn ins Bett. Die meisten stehen um sechs auf, machen Yoga, Business, keine Ahnung. Die Stadt ist geprägt von Effizienzkapitalismus und diesem Health-Wahn. Gleichzeitig ist sie so gebaut, dass wir als Künstler diesen Kontakt gar nicht haben, wie er in Europa oder in Berlin ganz selbstverständlich entsteht. Dass man sich trifft, ohne sich zu verabreden. Dass man zusammenkommt und Dinge diskutiert. Das gibt es dort kaum. Man sieht sich auf einer Eröffnung. Da stehen dann 80 Leute herum, und um neun gehen wieder alle nach Hause. Oder man versackt noch auf irgendeiner Party. Aber einen öffentlichen Ort gibt es eigentlich nicht. Restaurants, ja. Bars natürlich auch. Aber es ist sehr schwierig, eine echte Community zu finden. Unter Künstlern schon gar nicht. So etwas, wie wir das hier machen. Komm’ vorbei, bring’ was mit. Das gibt es dort kaum. Stattdessen plant man alles vier Wochen im Voraus. Mittwoch, in einem Monat, um 16:30 Uhr. So ungefähr. Für einen Europäer ist das wahnsinnig. Für die Arbeit ist es gut, für das soziale Leben eher nicht. Ich habe im Atelier schon immer gekocht. Irgendwann dachte ich: Wie schön wäre so eine italienische Bar. Wahrscheinlich hängt das auch mit meiner Liebe zur italienischen Musik zusammen. Irgendwann wurde ich regelrecht obsessiv.
Welche Rolle spielen solche Obsessionen für Ihre Arbeit?
Mein Beruf ist Fan. Obsessiver Fan. Ich zitiere mich zu Tode. Alles, was durch mich hindurchläuft, versuche ich wieder auszuspucken und als Versatzstück in die Welt zu bringen. Irgendwann hat sich dieser Sehnsuchtsort eingelöst. Ich war in LA. Der große Westen. Jedes Klischee, das man sich vorstellen kann, hat sich erfüllt. Und dann sitzt du irgendwann halbtraurig allein in deinem großen Atelier und denkst: The connection is lost. Die Bar war ein naiver Schrei nach Connection. Die gab es irgendwann nicht mehr. Dann kam die italienische Musik in mein Leben. Ich glaube, das war auch eine Rückprojektion. Ich wurde völlig obsessiv. Vor allem mit Künstlern wie Lucio Battisti oder Franco Battiato. Battisti ist für mich der Wichtigste. Er kommt aus der Folkmusik der Sechziger und Siebziger, streift dann frühe Disco-Einflüsse und verlässt in den Achtzigern den Pop fast vollständig. Er geht in etwas Philosophisches, fast schon in eine Art Kunstmusik.
Wie wurde daraus die Bar?
Das hat mich so beschäftigt, dass ich dieses ganze Gefühl in eine Art Manifest übersetzen wollte. Die Idee war eigentlich ganz einfach. Ich wollte meine Musik, meine Obsession und Menschen um mich haben, die mir die Welt neu verorten. Die Bar ist gleichzeitig Teil des Ateliers. Dort werden zwar keine Bilder gemalt, aber wir reden über Musik, Kunst, Film, das Leben und Politik. In gewisser Weise malen wir dort auch ein Bild. Das klingt jetzt sehr konzeptuell, aber so war es gar nicht. Irgendwann kamen einfach Leute. Dann wurden es mehr. Ich habe einen Instagram-Account dafür. Keiner weiß so richtig, was das eigentlich ist. Genau das ist der Sinn. Man zahlt nichts. Es gibt keine Öffnungszeiten. Ich kündige nichts richtig an. Manchmal rufe ich einfach drei Freunde an. Es passen vielleicht 15 Leute hinein. Und trotzdem wurde die Bar irgendwann so etwas wie ein Mythos. Die Leute fragten: "Warst du schon mal da?" Die wenigsten waren tatsächlich dort. Die meisten kannten sie nur vom Hörensagen. Diese Ungeklärtheit mochte ich.
Und wie kommt man in diese Bar in LA?
Einmal im Monat habe ich einen Abend gemacht. Jeder konnte kommen. Jeder konnte sich einen Drink machen. Alles war offen. Die Leute liefen durchs Studio, blieben vor einem Bild stehen oder eben nicht, machten Pasta. So wurde das Studio zu einem Ort der Begegnung. Das klingt nach einem Klischee, aber in LA gibt es das kaum. Ein wirklich offenes Atelier existiert dort nicht. Es ist eine Stadt des Spektakels. Vielleicht kommt das auch daher, dass ich aus einer Hippiefamilie komme. Dieses Private zu öffnen, interessiert mich. Meine Bilder sind ja auch immer eine Einladung, in eine Welt hineinzukommen. Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass ich nicht gut allein sein kann. Ich weiß es nicht. Ich muss immer Leute um mich haben.
Brauchen Sie diese Nähe zu anderen Menschen?
Ich sage immer: Alone with everybody. Das ist mein Lieblingsbegriff. Ich bin wahnsinnig gern allein mit anderen. Das Schönste ist, eine Atmosphäre zu schaffen. Mit Essen, mit einer Bar. Alle sind da, alle unterhalten sich, und ich kann in der Ecke stehen und zugucken. Das ist das Schönste. Du musst ja gar nicht reden. Du stehst hinter der Bar. Ich bin der klassische Zusammenbringer. Es macht mir einfach Freude, wenn die Musik läuft und alles in einen Flow kommt. Dieser state of flow.
Musik spielt auch in Ihren Gemälden eine wichtige Rolle, oft in Form von Textfragmenten.
Popkultur kommt bei mir immer rein. Vielleicht ist das auch der Anfang vom Ende, weil ich den Text immer als Letztes setze. Manchmal dauert das einen Monat, manchmal drei Sekunden. Von dem Bild, das ich male, habe ich meistens schon eine ungefähre Ahnung. Zu 99 Prozent ist es gefunden. Eigentlich gehört nichts, was ich mache, wirklich mir. Es gehört immer uns. Ich klaue es mir, wie man das auch nennen will. Zu dem Bild habe ich eine bewusst-unbewusste Beziehung. Ich ahne etwas, möchte es aber noch nicht artikulieren. Während ich male, entsteht ein Gefühl. Und dieses Gefühl auf den Punkt zu bringen, das ist vielleicht das Einzige, was ich wirklich kann. Denn damit kann man ein Bild komplett zerstören. Es kann zu lustig werden, zu ernst, zu pathetisch. Oder genau das brauchen. Manchmal muss man voll reingehen. Manchmal muss es albern sein, weil das Bild das verlangt. Manchmal muss es fast unerträglich kitschig sein. Das lässt sich schwer beschreiben. Es ist wie bei einem Musiker, der zu einem Wort den richtigen Ton setzt. Diese beiden Dinge gehören für mich zusammen.
Wie finden Sie die Textfragmente, die schließlich auf Ihren Bildern landen?
Ich schreibe mir jeden Tag zwei, drei, vier Seiten auf. Beobachtungen, Bruchstücke von Gesprächen, die ich in der Straßenbahn oder im Supermarkt höre. Oder Sätze aus Filmen. Die schreibe ich mir auf. Natürlich auch Liedtexte. So entsteht ein riesiger Katalog. Nicht nur auf Papier, sondern auch in meinem Kopf. Das ist fast wie eine Inselbegabung. Wenn ich ein Bild sehe, projizieren sich sofort 20 Wörter oder Sätze davor. Dann dekliniere ich die durch und komme so weiter.
Sie haben sich selbst gerade als Fan bezeichnet. Oasis taucht in Ihrer Arbeit immer wieder auf. Was fasziniert Sie an dieser Band? Und warum nicht Blur?
Oasis ist natürlich das Logo. Dieses Zitieren des Logos ist für mich ein starkes Bild der Neunziger. Mich interessiert immer, was nicht zusammenpasst. Oasis ist eigentlich das Gegenteil einer Kunstband. Fast schon Antikunst. Das ist proletarische Neunziger, verschwendete Jugend, Fußball. Nicht Blur, nicht Radiohead. Eher die Antithese. Mich interessiert dieses High and Low. Wenn ich dann das Oasis-Logo auf einen pathetisch gemalten Sonnenuntergang setze, dann ist das wie ein Tourette. Es muss einfach wieder raus. Jeder Künstler denkt zuerst an die Außenseite. Und Oasis war in den Neunzigern auch so eine Anti-Band. Das waren die Assis. Ich mochte das immer. Auch als junger Kunststudent habe ich mich denen näher gefühlt. Die anderen saßen da, haben Rotwein getrunken und Tom Waits gehört. Da war ich 18 und dachte: No way. Vielleicht war da auch ein Minderwertigkeitsgefühl dabei. Ich fand dieses Rotzige, diese Antikunst, zutiefst authentisch. Oasis war früh der Soundtrack zu diesem Aufbegehren, zu diesem Gefühl, nicht dazuzugehören. Und das hat sich dann immer weiterentwickelt. Mich fasziniert bis heute diese Authentizität, dieser Humor und diese Ehrlichkeit. Es gibt niemanden, der bessere Interviews gibt als Liam und Noel. Natürlich kann ich das heute einordnen und kategorisieren. Aber das hilft ja nichts. Ich bin für immer so ein dummer Fan von denen.
Waren Sie bei den Oasis-Konzerten kürzlich?
Ja. Ich habe ja auch für Liam Gallagher geschrieben. Ein Lied für eines seiner Soloalben. Das ist jetzt drei oder vier Jahre her. Da hat sich für mich irgendwie ein Kreis geschlossen.
Wie schreibt man als Künstler ein Lied für einen seiner größten Helden?
Eigentlich habe ich den Text gar nicht geschrieben. Also schon irgendwie, aber das waren alles Sätze, die ich irgendwo gesammelt oder geklaut hatte. Für Bilder, die längst in der Welt waren. Ich habe sie neu sortiert. Es gab 20 Bilder, und ich dachte: Das könnte passen. Das könnte passen. Das könnte passen. Mein Modus war eher: Was würde Friedrich Kunath, als kleiner Fan aus Karl-Marx-Stadt, Liam Gallagher gern singen hören? Das war an Absurdität kaum zu übertreffen. Als würde ich einen Mike-Krüger-Song übersetzen und Liam Gallagher geben, nur weil das in seinem Kontext plötzlich Sinn ergibt. So war meine Herangehensweise: Look at the most unusual places. Übersetzen, neu anordnen und ihm den Text geben. Dann kam die Rückmeldung: He loves it.
Sie sprechen ganz selbstverständlich vom Klauen.
Natürlich wird geklaut. So funktioniert Kunst. Wir klauen, wir geben weiter, und er singt es neu. Natürlich verändert sich dabei alles. Ich kann aus rechtlichen Gründen wahrscheinlich nicht genau sagen, woher welche Zeile stammt. Das Schöne war für mich, dass sich dieser Kreis geschlossen hat. Dieses Fan-Sein. Und plötzlich hörst du das im Radio. Da hatte ich das Gefühl, dass sich meine Malerei, eigentlich meine ganze Praxis, geöffnet hat. Für mich war das eine Möglichkeit, als Künstler einen Song für jemanden zu schreiben, mit dessen Musik ich aufgewachsen bin. Da dachte ich: Okay, das macht Sinn. Es bleibt nicht in dieser einen Disziplin stecken.
Ihre Arbeiten kreisen immer wieder um Melancholie, Nostalgie und Traurigkeit. Woher kommt das?
Es gibt diesen schönen Begriff der Elegie. Wenn man den zu übersetzen versucht, kommt man vielleicht bei so etwas wie the joy of suffering heraus. Dieses Schwelgen in der Trauer. Sich in etwas Süßlichem zu verlieren und darin zu suhlen. Ich glaube, das steckt tief in mir. Wahrscheinlich als sächsischer Waldboy, geboren in Karl-Marx-Stadt. Das versuche ich gar nicht wegzukriegen. Dann wüten aber auch sämtliche Spielarten der Popkultur durch mein Gehirn. Die Grundtapete, die Grundsoße, wie auch immer man das nennen will, ist trotzdem diese Melancholie. Mich interessiert, wie sie kippen kann. Ins Pathetische. Ins Ironische. Oder in eine radikale Ehrlichkeit. Melancholie, Schönheit, Beauty – das sind Minenfelder. Man ist immer nah am Kitsch. Mich hat diese Grenze immer interessiert. Wann beginnt Kitsch? Wann hört er auf? Gleichzeitig verstehe ich bis heute nicht wirklich, was Kitsch eigentlich ist. Ich bewege mich immer dazwischen. Wenn mich jemand fragt, was Kitsch ist, habe ich keine Antwort. Vielleicht ist das ein typisch deutscher Begriff. Ich habe da einen Blindspot.
Hat Sie der Vorwurf des Kitsches nie abgeschreckt?
Ich hatte nie Angst davor, Kitsch zu benutzen. Ich war immer Außenseiter genug, dass ich mir diese Freiheit genommen habe. An der Kunsthochschule hieß es oft: "Das kannst du nicht machen." Das war mir immer egal. Dieses Gefühl, diese Naivität, habe ich mir nie herausexorziert.
Kunststudierende wollen immer cool sein?
Immer. Immer. Es ist immer einfacher zu sagen: "Fuck you", als zu sagen: "Ich liebe dich". Im Kunstkontext hat das wahrscheinlich viel mit Coolness zu tun. Manche wollen diese großen Gefühle gar nicht. Sie suchen sich Themen, die das umschiffen. Soziale Architektur, Institutional Critique oder was auch immer. Das ist völlig okay. Ich habe nur das Gefühl, dass meine Themen viel stärker von Film und Musik kommen als von der Kunst. Wahrscheinlich aus gutem Grund. Denn ich glaube, dass das in der Kunst extrem schwierig ist. Ich sage noch nicht einmal, dass mir das gelingt. Ich habe immer das Gefühl, dass es nur der nächste klägliche Versuch ist, sich durch ein Minenfeld zu bewegen. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich eben kein Musiker und kein Filmemacher bin. Oder vielleicht nicht sein sollte. Ich habe das hier jetzt irgendwie als Hobby gefunden.