Die Konkurrenz war groß, die Auswahl hart: Aus einer Shortlist von fünf Künstlerinnen und Künstlern wählte die Jury – bestehend aus Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig in Köln, der Kuratorin Maya Heckelmann, verantwortlich für das Kunst- und Kultursponsoring bei Degussa, sowie Monopol-Chefredakteurin Elke Buhr – den in London lebenden nigerianischen Künstler Ken Nwadiogbu aus.
"Ken Nwadiogbu überzeugt in der Shortlist-Ausstellung des Young Generation Art Award durch seine technisch virtuose, packende und zugleich beziehungsreiche wie vielschichtige Kunst", heißt es in der Begründung der Jury. "Motivisch ist sein Werk ganz in der Gegenwart verortet: Mit seinen in leuchtendem Gelb gehaltenen Porträts nach fotografischen Vorlagen von Menschen aus seinem Umfeld ehrt er die Mitglieder der Schwarzen Community und lässt sie strahlen." Die oft schwierige Realität der Migration werde gekontert durch die selbstbewusste, starke Präsenz von Nwadiogbus Protagonisten.
"Die vielschichtige Verbindung von nigerianischem Erbe und zeitgenössischer Kunst wird in manchen Werken formal durch die Verwendung von Akwete, einem traditionellen handgewebten nigerianischen Stoff, umgesetzt. Wenn Nwadiogbu auf dessen Rückseite malt, schafft er ein doppeltes Kunstwerk. So verneigt er sich gleichzeitig vor der Tradition und kreiert neue Bilder für die Gegenwart."
Einzelausstellung auf der Frieze in London
Die anderen Künstlerinnen und Künstler der Shortlist, deren Werke ebenfalls in der Degussa-Niederlassung am Berliner Gendarmenmarkt ausgestellt wurden, waren Arne Grashoff, Emmélie Lempert, Lunita July Dorn und Yuhao Chen.
Der Preisträger, der bei einer feierlichen Preisverleihung im Hotel de Rome in Berlin bekannt gegeben wurde, erhält ein Preisgeld in Höhe von 10 000 Euro. Sein Werk wird unter anderem auf der Frieze London im Oktober in einer Einzelausstellung gezeigt. Die anderen Finalistinnen und Finalisten der Shortlist-Ausstellung erhalten ein Ausstellungshonorar in Höhe von 3000 Euro.