Meredith Monk, geboren 1942 in New York, erhält den von der Berliner Akademie der Künste verliehenen Preis in der Kategorie Musik. Die heute 83-Jährige ist jedoch auch immer wieder im Kunstbetrieb präsent. So war 2024 ihre Ausstellung "Calling" im Haus der Kunst in München zu sehen. Im vergangenen Jahr kam das Filmporträt "Monk in Pieces" in die Kinos.
Inspiriert von Fluxus, John Cage und Minimal Music, entwickelte die US-Amerikanerin seit den 1960er-Jahren eine spezielle Vokalkunst, bei der sie jenseits sprachlicher Codierungen allein mit der Stimme und ihren Ausdrucksmöglichkeiten arbeitete, irgendwo zwischen ethnischen Trillern, Gregorianik und Neuer Musik. Mit ihrem Zwitschern, Kreischen und Stöhnen gab sie Sängerinnen wie Yoko Ono, Kate Bush oder auch Björk die Richtung vor.
"Mit dem Preis an Meredith Monk wird ein einzigartiges und einflussreiches 60-jähriges Lebenswerk gewürdigt, das sich durch eine besondere Durchdringung verschiedener Disziplinen und Wahrnehmungsformen und eine humorvolle große Gestaltungskraft auszeichnet", heißt es in der Jurybegründung aus Berlin. "Als Komponistin, Vokalkünstlerin, Regisseurin und Choreografin von Weltruhm hat Meredith Monk neue Opern, Musiktheater, Filme und Installationen geschaffen, die ihr Zentrum in einem interdisziplinären Performanceansatz haben."
Monk-Konzert im März in Berlin
Am Samstag, 21. März, wird das Werk der Preisträgerin zum Eröffnungswochenende des Berliner Festivals MaerzMusik mit drei Veranstaltungen gewürdigt, darunter ein Konzert und eine Aufführung von "Monk in Pieces".
Der Kunstpreis Berlin wurde 1948 in Erinnerung an die März-Revolution von 1848 vom Berliner Senat gestiftet. Seit 1971 wird er von der Akademie der Künste im Auftrag des Landes verliehen. Neben der Hauptehrung für Monk, die mit 15.000 Euro dotiert ist, werden am 18. März sechs weitere Kunstpreise vergeben. Sie gehen an die in der Ukraine geborene Künstlerin Daria Chernyshova (Bildende Kunst), die palästinensischen Architekten Elias und Yousef Anastas aus Bethlehem und Paris (Baukunst), die schwedische Sängerin, Komponistin und Vokalistin Sofia Jernberg (Musik), die deutsche Schriftstellerin Jayne-Ann Igel (Literatur), den österreichischen Künstler Matthias Jakisic (Darstellende Kunst) und an das unabhängige Filmkunstkino FSK Kino Berlin (Film- und Medienkunst). Diese Ehrungen sind mit jeweils 5000 Euro dotiert.