Berlin

Erster Spatenstich für Museum der Moderne 2019

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Das von den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron entworfene Museum der Moderne in Berlin kommt später als geplant. Womöglich steigen auch die Kosten

Der erste Spatenstich ist nach Angaben von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) erst für das kommende Jahr geplant. Eigentlich hatte das ambitionierte Gebäude in der Nähe des Potsdamer Platzes schon 2021 fertig sein sollen.

Die Architekten hätten inzwischen ihren Wettbewerbsentwurf in Absprache mit den Nutzern weiterentwickelt, er werde im Herbst vorgestellt, sagte Grütters der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Für mich ist die aktuelle Planung absolut überzeugend. Das Modell ist jetzt präziser, offener und einladender für die Besucher geworden."

Das Duo Herzog & de Meuron, auch für die Hamburger Elbphilharmonie verantwortlich, war mit seinen im Wettbewerb erfolgreichen Plänen in der Berliner Öffentlichkeit eher auf Kritik gestoßen. Von einer "Scheune", einem "Reitstall" oder einem "neuen Aldi" war die Rede.

Grütters schloss nicht aus, dass auch die anfangs veranschlagten Baukosten von 200 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt noch steigen könnten. "Das war eine auf Basis einer Machbarkeitsstudie von 2012/2013 festgelegte Zahl, die angepasst werden muss", sagte sie. "Die Baupreise sind allgemein gestiegen, alle Risiken müssen berücksichtigt werden." Eine genaue Kostenberechnung sei erst nach Vorliegen der detaillierten Bauplanung möglich.

Inzwischen wurde die Größe des Gebäudes um 18 Prozent reduziert, es rückt weiter von der nahen gelegenen St.-Matthäi-Kirche ab und steht zwischen den beiden Architektur-Ikonen von Mies van der Rohes Neuer Nationalgalerie und Hans Scharouns Berliner Philharmonie.

"Es wird sowohl von der Ästhetik wie von der Funktionalität her ein Museum der Weltklasse. Das sind wir dem Standort zwischen diesen beiden Solitären am Kulturforum aber auch schuldig", so Grütters.

In dem Museum soll die hochkarätige Berliner Sammlung von Kunst des 20. Jahrhunderts gezeigt werden. Auch die auf einen Versicherungswert von fast einer Milliarde Euro geschätzten Sammlungen der privaten Mäzene Marx, Marzona und Pietzsch sollen hier einen Platz finden.

Die drei Sammler hatten besonders auf den Neubau gedrängt, weil die bisherige Nationalgalerie schon ohne ihre Schenkungen aus allen Nähten platzte. Das Stammhaus ist voraussichtlich noch bis 2019 wegen einer Generalsanierung geschlossen.

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