Das teilte das Department of Culture and Tourism Abu Dhabi am Dienstag mit. Der vom US-Architekten Frank Gehry entworfene Bau auf Saadiyat Island wird das größte Haus des Guggenheim-Netzwerks sein und ergänzt den Kulturbezirk, zu dem bereits der Louvre Abu Dhabi sowie das Zayed National Museum und das Natural History Museum gehören.
Die Pläne für das Museum wurden bereits 2006 vorgestellt. Der Bau verzögerte sich jedoch mehrfach, zunächst infolge der Finanzkrise, später durch die Corona-Pandemie. Über die Kosten des Projekts machten die Verantwortlichen keine Angaben.
Das Museum versteht sich als Haus für moderne und zeitgenössische Kunst mit einem Schwerpunkt auf Westasien, Nordafrika und Südasien. Die Sammlung, die seit 2009 aufgebaut wird, soll Werke aus der Region mit internationalen Positionen verbinden und damit die Kunstgeschichte seit den 1960er-Jahren aus einer globaleren Perspektive erzählen. Insgesamt umfasst das Gebäude 30 Galerien mit rund 11.600 Quadratmetern Ausstellungsfläche sowie 23.000 Quadratmetern Außenflächen.
Die Direktorin und Vorstandsvorsitzende der Solomon R. Guggenheim Foundation, Mariët Westermann, bezeichnete das Museum als Ort, der zugleich regional verwurzelt und international ausgerichtet sei. Besucherinnen und Besucher sollten ihren eigenen Weg durch thematisch statt chronologisch geordnete Präsentationen finden.
Umstrittenes Prestigeprojekt des Emirats
Mit der Eröffnung verfolgt Abu Dhabi seine Strategie, sich als internationales Kulturzentrum zu etablieren. Der Saadiyat Cultural District gilt als Prestigeprojekt des Emirats und soll Tourismus, Kreativwirtschaft und internationales Renommee stärken.
Das Projekt bleibt jedoch umstritten. Menschenrechtsorganisationen kritisieren seit Jahren die Lage der Meinungs- und Pressefreiheit in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie die Arbeitsbedingungen von Migranten, die am Bau der Museen beteiligt waren. Insbesondere in den frühen Bauphasen warfen Organisationen wie Human Rights Watch und die Künstlerinitiative Gulf Labor den Verantwortlichen unzureichenden Schutz vor Ausbeutung vor. Die Guggenheim Foundation und die Behörden in Abu Dhabi verweisen dagegen auf umfassende Reformen und Kontrollmechanismen zum Schutz der Beschäftigten.
Auch geopolitisch fällt die Eröffnung in eine angespannte Phase. Nach den jüngsten militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und Iran war unter anderem die Kunstmesse Art Dubai in diesem Jahr verschoben und angepasst worden. Die Premiere der Frieze Abu Dhabi ist dennoch weiterhin für November geplant.
Das von Frank Gehry entworfene Gebäude liegt unmittelbar am Persischen Golf und soll mit seiner markanten Architektur zu einem neuen Wahrzeichen des Emirats werden. Weitere Informationen zur Sammlung und zu den Eröffnungsausstellungen will das Museum in den kommenden Monaten bekannt geben.