Zugleich ordnete das Landgericht die Einziehung von insgesamt 32 Millionen Euro an, wie AFP berichtet. Die beiden Angeklagten müssen zudem Geldstrafen zahlen.
Bei den Artefakten soll es sich um Gegenstände handeln, die aus illegalen Grabungen in Ägypten stammen. Darunter waren eine Büste der ägyptischen Herrscherin Kleopatra, eine Steintafel mit Bezug zu Pharao Tutanchamun sowie mehrere Objekte aus dem Grab einer Prinzessin. Die Stücke wurden für Millionenbeträge an Museen verkauft.
Der Bruder soll sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft seit 2013 am illegalen Handel beteiligt haben. Unter anderem soll er mehrere Sarkophage aus dem Grab der Prinzessin nach Deutschland gebracht, restaurieren lassen und anschließend unter Verschleierung ihrer Herkunft an ein Museum in den Vereinigten Arabischen Emiraten verkauft haben. Später war er demnach auch am Verkauf der Kleopatra-Büste und der Tutanchamun-Tafel an Museen in den Emiraten beteiligt.
Geschwister sind die Kinder eines mutmaßlichen Haupttäters
Das Gericht sprach den Mann vom schwerwiegenderen Vorwurf des bandenmäßigen Handels mit Diebesgut frei, da die Beweislage dafür nicht ausreichte. Es ordnete jedoch die Einziehung von 26 Millionen Euro an und verhängte eine Geldstrafe von mehr als 90.000 Euro.
Über das Konto seiner Schwester sollen Teile der Verkaufserlöse geflossen sein. Gegen sie ordnete das Gericht die Einziehung von sechs Millionen Euro an und verhängte eine Geldstrafe von 30.000 Euro.
Die Geschwister sind die Kinder eines mutmaßlichen Haupttäters, bei dem es sich laut Staatsanwaltschaft um einen Hamburger Archäologen handeln soll. Weitere Beschuldigte werden in getrennten Verfahren verfolgt. Der Richter bezeichnete den Fall als rechtlich äußerst komplex und sprach von "einzigartigen Kulturschätzen".