Rechtsextremer Terror

Haus der Geschichte zeigt Gebetskette von NSU-Opfer

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Die Gebetskette des Ermordeten wird in Bonn als Teil der Dauerausstellung gezeigt. Das Museum plant, weitere Objekte zu den Verbrechen in die Ausstellung aufzunehmen

Das Haus der Geschichte in Bonn hat zur Mordserie des "Nationalsozialistischen Untergrunds" eine Vielzahl von Objekten zusammengetragen. Darunter seien Fahndungsplakate, Flyer von Opferinitiativen, vor allem aber persönliche Dinge, sagte Museumssprecher Peter Hoffmann in Bonn. Ein besonders bewegendes Stück ist die Gebetskette des türkischstämmigen Blumenhändlers Enver Şimşek, des ersten Mordopfers des NSU. 

Şimşek war am 9. September 2000 an seinem mobilen Blumenstand in Nürnberg von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt niedergeschossen worden und erlag zwei Tage später seinen Verletzungen. Als praktizierender Muslim hatte er mit der Gebetskette seine fünf Tagesgebete verrichtet. Die Kette wird in der neu eingerichteten Dauerausstellung des Hauses der Geschichte permanent gezeigt. "Wir stehen mit der Bundesanwaltschaft und dem Oberlandesgericht München in Kontakt und werden nach Abschluss des Verfahrens weitere Objekte zu diesem Thema übernehmen", erläuterte Hoffmann. Das Haus der Geschichte dokumentiert die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland seit 1945.

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