Galerist Thomas Schulte über Lobby-Arbeit

"Es wurde viel Porzellan zerschlagen"

Der Berliner Galerist Thomas Schulte
Foto: Grit Siwonia, courtesy Galerie Schulte

Der Berliner Galerist Thomas Schulte

Der Berliner Galerist Thomas Schulte ist in der Corona-Zeit als eine Art inoffizieller Sprecher seiner Branche aufgefallen. Ein Gespräch über das schwierige Verhältnis des deutschen Kunsthandels zur Politik, verfehlte Lobby-Arbeit – und jüngste Erfolge 

Herr Schulte, Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat kürzlich angekündigt, dass deutsche Galerien 16 Millionen Euro Soforthilfe aus dem Corona-Rettungspaket "Neustart Kultur" erhalten sollen. Markiert das auch einen Neustart im Verhältnis zwischen Galerien zum Staat?

Ich denke, es ist ein erstes Ergebnis auf dem Weg zu einem neuen konstruktiveren Verhältnis. Bislang war der Kontakt nicht mehr so gut und ausgeprägt. Und die Soforthilfe ist ein besonderes Ergebnis, weil Galerien bislang eine der ganz wenigen Kultureinrichtungen waren, die keinerlei staatliche Förderung erhalten haben. Es gab nur seltene Ausnahmen wie die Förderung einzelner Ausstellungen durch den von der Bundesregierung unterstützten Kunstfond oder die vereinzelte Förderung von Messeteilnahmen durch ein paar Bundesländer.

Die Sammlung des Bundes kauft Kunst in Galerien.

Was keine klassische Förderung ist, sondern ein Ankaufsetat für Kunst, die nicht nur bei Galerien gekauft wird. Dennoch haben wir uns über diese Ankäufe immer gefreut. Und es ist bemerkenswert, dass dieser Etat zumindest einmalig von 500.000 auf drei Millionen Euro erhöht wurde.

Das Verhältnis der Galerien zu Monika Grütters als Bundesbeauftragte für Kultur und Medien (BKM) war gestört durch den erbitterten Streit über das Kulturgutschutzgesetz vor vier Jahren.

Ja. Dabei wurde viel Porzellan zerschlagen. Vielleicht hätte man da Dinge von beiden Seiten anders angehen können. Die Kulturstaatsministerin ist nicht als Einzige für dieses Gesetz verantwortlich. Es wurde unter anderem auch von ihrem Vorgänger entwickelt. Aber dieses Gesetz hätte sie ohne ausreichende Vorbereitung und Diskussion nicht in die Welt gelangen lassen sollen. Das alles kam in einer Art und Weise, die viele von uns sehr herausgefordert hat. Wir haben andererseits nicht verstanden, einen Ton anzuschlagen, der Gespräche darüber in andere Bahnen hätte lenken können.

Ist das nun überstanden?

Es flaut ab, aber ist noch lange nicht vorbei. Das ist allerdings nichts, was ich im Gespräch mit der Ministerin jetzt an erste Stelle setzen würde, zumal ihr und ihrer Umgebung offensichtlich einige Fehler sehr bewusst sind. Wir müssen sehen, wie sich dieses Gesetz bewährt, was in welcher Frequenz passiert, wem eigentlich etwas weggenommen wird und ob überhaupt. Da ist immer noch viel zu entemotionalisieren.

Grütters hat kürzlich in einem Interview gesagt, dass Galerien "bisher viel zu sehr auf den kommerziellen Aspekt ihrer Arbeit reduziert worden sind". War das das Problem über die Jahre? 

Ich bin sehr dankbar für diese Aussage. Bislang hatten wir das Gefühl, dass wir so viel hochwertige kulturelle Arbeit machen und dafür in der Öffentlichkeit nicht wirklich anerkannt werden.

In Berlin haben es die Clubs geschafft, dass sie auch als kultureller Faktor gesehen und gefördert werden, auch dank einer guten Lobby-Arbeit.

Und das war und ist unser Problem! Ein lokales Beispiel: Die Veranstalter und Teilnehmer des Berliner Gallery Weekends, die ausnahmslos großartige, innovative und kreative Arbeit auf professionellstem Niveau leisten, waren bislang nicht in der Lage, wirklich effektiv und wirkungsvoll zu kommunizieren, dass der Stadt bei jedem dieser Ereignisse, die wir auf eigene Kosten veranstalten, weit mehr als 40 oder 50 kleine "Museen" bei freiem Eintritt geschenkt werden – und noch mehr darüber hinaus, das ganze Jahr lang.

Wie bewerten Sie also die Lobby-Arbeit von Galerien?

Vor mehr als 20 Jahren sagte uns Michael Naumann, der erste Kulturstaatsminister der Bundesrepublik überhaupt: "Wenn ihr euch keine Lobby schafft, wenn ihr eure Verbandsarbeit nicht verbessert, dann kann ich mit euch nur schwer oder überhaupt nicht sprechen." Wir haben einen großen Bundesverband mit über 300 Mitgliedern. Aber dem sollten sich natürlich viel mehr Galerien anschließen, die auf der Art Basel und ähnlichen Messen repräsentiert sind. Das ist eine relativ kleine Zahl von Galerien, vielleicht 70 oder 80, die aber bis 80 Prozent des Umsatzes aller deutscher Galerien machen. Diese Galerien müssen den Bundesverband zukunftsfähig machen, sonst fehlt bei dieser Pyramide einfach die Spitze.

Warum haben sich diese Galerien bislang herausgehalten aus der Arbeit des Bundesverbandes Deutscher Galerien und Kunsthändler (BVDG)?

Zu Beantwortung dieser Frage muss man zurückgehen in die Mitte der 1990er-Jahre. Der damalige BVDG-Vorsitzende, Gerhard F. Reinz aus Köln, hat den Verband nach meiner persönlichen Meinung geführt wie ein Präsident eines Fußballvereins: Da wurden Mehrheiten geschaffen, womit sich Dinge bewegen ließen, aber nicht im Sinne aller Mitglieder. Reinz hatte daran mitgewirkt, dass die Kunstmesse Art Cologne, die im Wesentlichen vom BVDG veranstaltet wurde, vergrößert wurde, um damit ein breiteres Klientel anzusprechen. Die Art Cologne wuchs auf über 380 Galerien und dauerte zwei Wochen. Das hat aber dazu geführt, dass sich viele der Spitzengalerien nicht mehr im Verband aufgehoben fühlten, aus dem BVDG ausgetreten sind und in Köln nicht mehr mitmachten. Aus Protest haben wir damals eine Petition gestartet, woraus sich dann die Berliner Kunstmesse Art Forum entwickelte. Das hat sowohl der Kölner Messe als auch dem BVDG langfristig einen schweren Schlag versetzt.

Wie schätzen Sie die Arbeit des BVDG in den letzten Jahren ein?

Er ist sehr fleißig und gewissenhaft gewesen, aber ich denke es haben das letzte Körnchen, der gelegentliche bedeutsame Erfolg und vor allem Visionen gefehlt. Und natürlich beschwert sich die Staatsministerin mit einem gewissen Recht darüber, dass sie bei den anderen Verbänden wie den Buchhändlern und Verlagen mit den Besten spricht, aber nicht beim BVDG. Galerien, die Deutschland auf den internationalen Messen nach außen repräsentieren und im Ausland hochanerkannt sind, sind hierzulande in der Standespolitik meist wenig aktiv. Um das Beispiel nochmals zu bemühen: Da wurde aus diesen Reihen zwar mit großem Können und Vision 2005 das Gallery Weekend Berlin gegründet, das wiederum eine große internationale Wirkung hat, aber Politik wurde damit bislang nicht wirklich erfolgreich gemacht, weil die Organisationsform als GmbH das erschwert.

Die Initiatoren des Gallery Weekend gründeten 2008 mit der ABC auch eine neue Messe, was zumindest in Berlin wiederum zur Spaltung unter Galerien führte. Ein noch heute gängiges Narrativ lautet, dass die ABC zum Ende des Art Forums geführt hat.

Das kann man so vereinfacht nicht sagen. Das Art Forum hatte es 1999 nach ungefähr drei Jahren der Existenz noch immer nicht geschafft, die damals international immer wichtiger werdende junge Galerienszene einzubinden. Das war ein massiver Fehler, der der Idee einer erfolgreichen Kunstmesse in Berlin nicht gut getan hat. Langfristig hat diese junge Gruppe – die später zu  wesentlichen Teilen die Veranstalter des Gallery Weekends wurde – gewonnen. Sie hat aber erkennen müssen, dass es nicht so einfach ist, eine Messe in Berlin zu organisieren. Weshalb die Folgemesse Art Berlin dann auch im vergangenen Jahr eingeschlafen ist. Das Gallery Weekend allerdings ist außergewöhnlich, eine Messe-Alternative, die für Berlin viel besser ist. Die Initiatoren des Gallery Weekends haben es jetzt auch endlich geschafft, die Türen zur Berliner Politik etwas mehr aufzumachen.

Hat Corona ein Umdenken bei vielen renommierten Galerien gebracht?

Jetzt, da wir alle nicht mehr reisen konnten, haben viele von uns wichtige Gespräche geführt. Aber es fing früher an, bei mir mit einem Schlüsselerlebnis vor etwa einem Jahr, als ich zur Diskussion mit André Schmitz eingeladen war. Der ehemalige Berliner Kulturstaatssekretär hatte sich auf einen gemütlichen Abend eingestellt und sah sich dann extremen Attacken von mir ausgesetzt: Galerien werden ignoriert, kriegen kein Geld für Messen und präsentieren dabei die Stadt Berlin auf eigene Kosten in der Welt. Mit 40 Galerien stellen wir Berliner auf der Art Basel das zweitgrößte Kontingent. Mir ist dann aber am nächsten Tag aufgefallen, dass ich ihm so viel an den Kopf geschleudert habe, aber was kam eigentlich von ihm zurück? Ich dachte: du bist überhaupt nicht repräsentiert gewesen! Im Mai haben wir dann die Kulturstaatsministerin gefragt, ob wir von unserer Seite in dieser besonderen Zeit etwas tun können. Zusammengefasst lautete ihre Antwort: "Macht euch wieder dialogfähig." Auf einmal waren Gespräche möglich, die schon lange anstanden.

Zum Beispiel?

Seit ewigen Zeiten wollte ich mich mit meiner Kollegin Esther Schipper treffen, das hat aber nie stattgefunden, weil wir ständig unterwegs waren. Sie und Jochen Meyer von der Galerie Meyer Riegger waren einverstanden, sich zu engagieren. Leute, die unheimlich ausgeglichen sind, Anliegen ohne Schaum vor dem Mund vortragen können und lange Erfahrung in Gremienarbeit haben. Schließlich haben wir Werner Tammen vom Berliner Landesverband noch dazu genommen. Ich habe dann den BVDG-Vorsitzenden Kristian Jarmuschek gefragt, ob er uns ein Mandat gibt, dass wir für den Verband sprechen können, und Frau Grütters hat noch die Galeristin Monika Sprüth und den früheren BVDG-Vorsitzenden Klaus Gerrit Friese dazugebeten.

Obwohl Sie in den letzter Zeit als eine Art Sprecher der Galerien wahrgenommen werden, haben Sie keine offizielle Funktion in den Verbänden?

Das will ich auch nicht. Ich habe damals beim Art Forum mitbekommen, was es bedeutet, wenn man in solchen Positionen ist. Das ist eine undankbare Arbeit. Ich will lediglich helfen, jetzt etwas anzustoßen.

Die Eintrittswelle bei den Verbänden zeigt, dass Sie Erfolg haben. Deutsche Galeristinnen und Galeristen tauschen sich zudem seit Beginn der Pandemie in einer WhatsApp-Gruppe aus, die sehr aktiv sein soll. Außerdem gab es am Anfang der Corona-Zeit Zoom-Meetings zwischen Berliner Galeristen. Es klingt nach einer neuen Einigkeit.

Es gab auch große Skepsis, was den Dialog mit Monika Grütters angeht, nicht nur wegen des Kulturgutschutzgesetzes. Aber sie ist eben die einzige Kulturstaatsminsterin, die wir haben – mit wem sollen wir sonst sprechen? Und wir müssen bedenken: Monika Grütters ist die erste Trägerin dieses Amtes, die überhaupt freundlich und mit einer gewissen Kenntnis und Offenheit gegenüber Galerien auftritt.

Wie viele Galerien sind inzwischen in den Berliner Landesverband eingetreten?

Soweit ich weiß, mindestens 32. Das sind mehr als zwei Drittel der international präsenten Galerien, von denen ich spreche. Ich fände es gut, wenn möglichst alle Galerien des Gallery Weekends und alle Berliner Basel-Teilnehmer einträten. Den Landesverband zu stärken, ist eine Priorität und kann schnell geschehen. Der Bundesverband ist ein komplexeres und langfristigeres Thema.

Aber Ansprechpartner für Grütters ist doch der Bundesverband.

Kulturpolitik ist aber Ländersache. Der Bund kann uns zum Beispiel keine Messeförderung geben. Das Land Berlin hat dagegen bereits Messeteilnahmen gefördert, etwa für die Contemporary Istanbul. Bezeichnenderweise auf Initiative des Landesverbandes. Darauf lässt sich aufbauen und idealerweise ein Fördermodell nach Art der Österreicher stricken. Wichtig wäre auch die Frage, wie wir uns als Berliner Galerien im Verhältnis zu anderen Kunststädten wie New York, London oder Los Angeles aufstellen. Das geht heute fast nur noch über einen digitalen Auftritt. Wenn wir die Intelligenz, die meine Kolleginnen und Kollegen mit dem Gallery Weekend bewiesen haben, nutzbar machen könnten für den Verband, könnten wir wahnsinnig viel hinbekommen.

Wie kann die öffentliche Hand beim digitalen Auftritt von Galerien helfen?

Hier wären Frau Grütters und vielleicht Dorothee Bär als Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung gefragt und natürlich das Land Berlin. Wir sollten zunächst eine Bedarfsanalyse erstellen. In Berlin sitzen so viele Start-ups, die uns dabei helfen könnten, dass wir auf der ganzen Welt besser gesehen werden. Meine eigene Galerie setzt zum Beispiel mit Onlinehandel im Jahr bereits mindestens so viel um wie auf der Art Basel, aber die Kosten belaufen sich auf weniger als die Hälfte. Corona hat diese Entwicklung beschleunigt.

Macht Corona als unfreiwilliges Experiment vielleicht sogar deutlich, dass Messen verzichtbar sind, zumindest in dieser Menge?

Ich denke, dass wir diese Menge an Messen tatsächlich nicht brauchen. Meine Galerie hat im Durchschnitt "nur" an sechs bis acht Messen im Jahr teilgenommen, manche Kollegen an mehr als 15 Messen. Das führt nach meinem Dafürhalten zu keiner Qualitätsverbesserung, es sei denn, man hat wirklich sehr viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dennoch bleibt die persönliche Begegnung wichtig. In Zoom-Meeting fehlt der informelle Austausch, bei dem wichtige Dinge entstehen. Auch das merken wir jetzt.

Sprechen wir abschließend von der konkreten Ausgestaltung der Soforthilfe für Galerien. Wie soll das Geld verteilt werden?

Wir haben uns in einer längeren Diskussion, an der eben auch Monika Sprüth und Klaus Gerrit Friese beteiligt waren, mit dem BKM darauf geeinigt, den großen Posten der Kosten zu fördern, die sich auf Ausstellungen beziehen. Das kann man auch bilanziell in der Kostenstruktur von Galerien gut fassen. Laut einer Studie, die der BVDG  im Jahr 2014 durchführen ließ, gibt es um die 700 Galerien, die förderungswürdig sein könnten. Auf diese Größenordnung beziehen wir uns. In unserem ursprünglichen Ansatz hätte man so alle Galerien mit Mitteln von mindestens 20.000 Euro ausstatten können. So wie es sich jetzt darstellt, kann man bis zum 31. Oktober einen Förderantrag auf Ausstellungsförderung von mindestens 5000 und höchstens 35.000 Euro stellen. Gefördert werden die Ausstellungen einer Galerie im ersten Halbjahr 2021.

Wie wird die Vergabe vonstatten gehen?

Der Bundesrechnungshof will diese Anträge verwaltet und belegt sehen. Man braucht also eine Vergabestelle, in der Anträge gesichtet, bewertet und abgerechnet werden. Diese Verwaltungskosten verschlingen oft allein bis zu 20 Prozent. Deshalb haben wir uns auf Vorschlag von Frau Grütters darüber geeinigt, den Kunstfonds zu nutzen, weil man dort die Mechanismen gut kennt und der Kunstfonds willens ist, uns bei den Verwaltungskosten so gering wie möglich zu belasten. Am 1. Oktober wurde die Förderug schon ausgeschrieben. Gefördert werden bis zu 20 Prozent der Personal- und Mietkosten und alle ausstellungsbezogenen Kosten. Nicht gefördert werden Zinsen, Abschreibungen, Anschaffungen von Kunstwerken, also alles, was nicht direkt mit der Ausstellung zu tun hat. Die Anträge können über die Website des Kulturfonds gestellt werden.

Und dann?

Eine Jury entscheidet Anfang Dezember darüber. Sie besteht aus zwölf Personen, zu denen gehören Künstler, die regelmäßig mit Galerien arbeiten, Galeristen, die selbst natürlich keinen Antrag stellen können, voraussichtlich Kritiker, und wahrscheinlich eine Kunsthistorikerin oder ein Kunsthistoriker. Die endgültige Entscheidung über die Besetzung obliegt dem Stiftungsrat des Kunstfonds.

2021 werden wir also in Deutschland gut produzierte, teure Ausstellungen sehen?

Bessere Ausstellungen sind nicht nur eine Funktion von viel Geld. Ich bin nicht sicher, wie teuer die sein werden, aber es wird vielen Leuten helfen, ohne Messen über die Runden zu kommen und erleichtern, der Öffentlichkeit eine Fortsetzung unserer guten Arbeit anzubieten.

Laut jüngster Art Basel/UBS-Studie sind die Verkäufe auf Messen 2020 aufgrund der Absagen von durchschnittlich 46 Prozent im Vorjahr auf 16 Prozent gesunken. In dem Report heißt es außerdem, dass sehr viele Galerien sehr pessimistisch auf das nächste Jahr schauen.

Pessimismus ist meiner Meinung nach jetzt alles andere als hilfreich. Ich spreche hier mal von mir selbst: Bei uns fallen Anfang 2021 garantiert zwei Messen weg. Beide bedeuten hohe Kosten, aber gleichzeitig verlässlichen cashflow. Durch die Verlegung der Messen in Online-Viewing-Rooms ist dieser nicht so verlässlich, dafür fallen die Kosten weg. Das bedeutet für mich, dass ich relativ normal weitermachen kann, wenn ich meine Erwartungen der Situation anpasse.

Sie schauen also hoffnungsvoll in die Zukunft?

Wenn man die Corona-Zeit bislang überstanden hat und konstruktive Auswege gefunden hat, macht das Hoffnung. Ich freue mich sogar etwas über diese Zeit. Wir haben nicht die Gewinne erzielt wie sonst in diesem Zeitraum, aber wir hatten eine gute Gelegenheit zu reflektieren und neu zu ordnen. Wir werden es schaffen, relativ positiv da rauszukommen. Mich freut, dass wir in dieser Zeit unsere Arbeitsstruktur weiter verbessert haben, dass wir diese Reibungsverluste des Unterwegssein ausnahmsweise nicht haben. Ich weiß nicht, wie viele Arbeitstage dadurch geschaffen wurden, dass man sich nicht von Reisen ausruhen musste. Wenn wir mal auf die Bremse treten und tief Luft holen, können wir uns etwas Neues ausdenken und besser werden. Wir Galerien gehören zur kreativsten Branche, die es gibt. Aber wir müssen beginnen, stärker und mit den richtigen Mitteln auf unsere großartige Arbeit aufmerksam zu machen und artikulierter um Hilfe zur Selbsthilfe zu bitten. Dann können wir langfristig als Branche gut aufgestellt in die Zukunft blicken.