Umstrittener Modedesigner

John Galliano zieht sich von geplanter Met-Ausstellung zurück

Foto: Modenschau, fünf Personen in opulenten Couture-Looks und großen Hüten vor Rosenkulisse.
Foto: Bruno Pellerin/Maxppp/epa/dpa

Der britische Designer John Galliano (2.v.l.) 2007 mit Models Linda Evangelista (l), Naomi Campbell (3.v.l.), Giselle Bündchen und Amber Valletta, die seine Kreationen für das französische Modehaus Dior bei der Pariser Haute-Couture-Modenschau Herbst/Winter 2007-2008 tragen

Der britische Modedesigner John Galliano hat seine für 2027 geplante Ausstellung am Metropolitan Museum of Art in New York abgesagt

Vorausgegangen war eine heftige Kontroverse um die Entscheidung des Museums, Galliano mit einer Einzelausstellung des Costume Institute und der Met Gala zu ehren.

"Nach reiflicher Überlegung und Gesprächen mit allen Beteiligten" sei er zu dem Schluss gekommen, dass es besser sei, die Ausstellung zum jetzigen Zeitpunkt nicht stattfinden zu lassen, teilte Galliano auf Instagram mit. Er äußerte zugleich seine Dankbarkeit gegenüber der Museumsleitung und erklärte, er erkenne an, dass eine Ausstellung zu seinen Ehren für manche Menschen schmerzhaft sein könne.

Die Entscheidung fiel nach wachsender Kritik von Spendern, Politikern und jüdischen Vertretern. 2011 hatte der Brite in einer Bar in Paris betrunken mehrere Gäste antisemitisch beleidigt. Das Video, in dem er unter anderem sagt, er liebe Adolf Hitler, und von Vergasungen sprach, ging viral. Galliano wurde später zu einer Geldstrafe verurteilt. Im Zuge dessen wurden auch Vorwürfe in Zusammenhang mit rassistischen Beleidigungen gegen ihn laut. Die Modemarke Dior trennte sich in der Folge von ihrem langjährigen Chefdesigner. Damit verlor Galliano auch seinen Posten als Chefdesigner der von ihm gegründeten Marke John Galliano. Nach seinem Rückzug aus dem öffentlichen Leben und einem Drogenentzug kehrte er 2014 als Kreativdirektor von Maison Margiela in die Modewelt zurück. Der Skandal sollte nach Angaben des Museums ursprünglich ebenfalls Teil der Ausstellung sein. 

Zu den Kritikern gehörten unter anderem die Vorsitzende des New Yorker Stadtrats Julie Menin, der Pace-Galerist Arne Glimcher und Elisha Wiesel von der Elie Wiesel Foundation. Auch die Met-Großspenderin Alice Tisch bezeichnete die geplante Ausstellung als "Reinwaschung" und als Versagen der Museumsführung.

Galliano wäre erst der dritte noch lebende Designer mit einer Einzelausstellung des Costume Institute gewesen. Die für neun Monate geplante Schau sollte mit der Met Gala 2027 eröffnet werden. Das Museum erklärte, Informationen über eine neue Frühjahrsausstellung des Costume Institute und die Met Gala 2027 würden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.