Preis für Verständigung und Toleranz

Jüdisches Museum Berlin zeichnet Anselm Kiefer aus 

Heiko Maas (l), Bundesaußenminister, und Anselm Kiefer, Maler und Bildhauer, im Jüdischen Museum Berlin 
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Heiko Maas (l), Bundesaußenminister, und Anselm Kiefer, Maler und Bildhauer, im Jüdischen Museum Berlin 

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) und der Künstler Anselm Kiefer sind am Samstag vom Jüdischen Museum Berlin mit dem Preis für Verständigung und Toleranz ausgezeichnet worden

Maas habe sich fortwährend für ein vereintes Europa ausgesprochen und früh klare Worte im Kampf gegen Rechtspopulismus und Antisemitismus gefunden, erklärte das Museum. 

Maas betonte nach Angaben des Auswärtigen Amtes, die Gesellschaft müsse sich gegen Hass immunisieren, um die Wurzeln von Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus zu kappen. Dabei komme dem Kampf gegen das Vergessen eine zentrale Rolle zu. Bund und Länder hätten sich darauf verständigt, bis zu 60 Millionen Euro für den dauerhaften Erhalt der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau aufzubringen. "75 Jahre nach der Befreiung ist es angebracht, ein Zeichen zu setzen, dass Deutschland auch in Zukunft zu seiner historischen Verantwortung steht", sagte Maas im Hinblick auf den Holocaust.

Im Falle Kiefers würdigte das Museum, dass der Künstler mit seinen monumentalen Arbeiten schon 1969 das Schweigen der Deutschen über den Nationalsozialismus und die Schuld am Holocaust gebrochen habe.

Auf der Museumsgala hielt die Publizistin Carolin Emcke die Laudatio auf Maas. Der Autor und Filmemacher Alexander Kluge würdigte Kiefer. Seit 2002 ehrt das Museum Persönlichkeiten, die sich für Menschenwürde, Völkerverständigung, Integration und das Zusammenleben unterschiedlicher Religionen und Kulturen einsetzen.