Berliner Graffiti- und Urban-Art-Szene

Jürgen Große alias "Urban Jürgen" ist tot

Die Berliner Graffiti- und Urban-Art-Szene wäre ohne ihn eine andere: Jürgen Große, der als "Urban Jürgen" bekannte Künstler, Fotograf und Projektraumbetreiber, ist im Alter von 64 Jahren gestorben

Große prägte über Jahrzehnte die Berliner Graffiti-Szene und dokumentierte Arbeiten und Interventionen im öffentlichen Raum. Dabei konzentrierte er sich insbesondere auf weniger beachtete Formen urbaner Kunst und fotografierte neben Graffiti auch ungewöhnliche Situationen und Strukturen im Berliner Stadtraum.

2002 gründete Große den Projektraum Urban Art Info in Berlin. Dort zeigte er Arbeiten von Künstlern aus der internationalen Urban-Art-Szene und präsentierte unter anderem Positionen von Banksy, Swoon, Blek Le Rat, Honet, Oz und Erosie.

Als Fotograf dokumentierte Große die Berliner Writer-Szene und ihre Arbeiten im öffentlichen Raum. 2008 erschien sein Buch "Urban Art Photography", das zu einem wichtigen fotografischen Dokument der damaligen Berliner Urban-Art-Szene wurde.

Temporärer Urban-Jürgen-Platz in Kreuzberg

Eine besondere Rolle spielte Große auch beim Urban-Art-Projekt "City of Names", das 2005 im Rahmen der Ausstellung "Backjumps – The Live Issue #2" auf dem Kreuzberger Mariannenplatz entstand. Einer der zentralen Orte des Projekts wurde damals "Urban-Jürgen-Platz" genannt. Neben seiner Arbeit als Fotograf und Galerist unterstützte Große Künstlerinnen und Künstler auch praktisch bei Projekten im öffentlichen Raum. 

Nach Angaben aus seinem Umfeld war Große unheilbar krank und entschied sich, seinem Leben am 15. August ein Ende zu setzen. Er hinterlässt eine Tochter, ein umfangreiches Fotoarchiv sowie eine Sammlung von Werken internationaler Künstler und Objekten aus dem Berliner Stadtraum.