Auszeichnung

Kairos-Preis für Frankfurter Museumschef Jan Gerchow

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Der europäische Kulturpreis Kairos geht in diesem Jahr an den Direktor des Historischen Museums Frankfurt, Jan Gerchow

Gemeinsam mit seinem Team habe er das Museum zu einem "vitalen Ort für die Selbstverortung und Identitätsfindung der Frankfurter Stadtgesellschaft" entwickelt, teilte die Alfred Toepfer Stiftung am Dienstag in Hamburg mit. Der 1958 in Braunschweig geborene Gerchow kam nach Stationen am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen und am Ruhrlandmuseum in Essen 2005 als Direktor an das Frankfurter Haus. Die mit 75 000 Euro dotierte Ehrung wird ihm am 22. April im Schauspielhaus in Hamburg übergeben.

"Europas Großstädte sind Experimentierfelder der Zukunft", wurde das Preiskuratorium in der Mitteilung zitiert. In den Städten erweise sich, ob die "europäische Matrix Einheit durch Vielfalt" überlebensfähig sei. Gelinge die Stadt als Lebensmuster, dann gebe sie Antworten auf die destruktiven Tendenzen wie Fragmentierung, Entsolidarisierung, Nationalisierung und Atomisierung. "Als Labore friedlicher Bewusstseinsbildung können moderne Stadtmuseen enorme Wirkungen erzielen", hieß es. "Jan Gerchow hat die besten Strategien punktgenau kombiniert und sein neues Haus umgestaltet zu einem beispielhaften Ort der Gemeinschaftsbildung."

Gerchow selbst betonte in der Mitteilung, dass die Stadt das Einzige sei, das alle ihre Bewohner miteinander gemein hätten: "Nicht die Herkunft, die Religion oder irgendeine nationale Identität, sondern die Stadt ist das, was sie miteinander teilen. Darüber ins Gespräch zu kommen, die Stadt zu erkunden, in der aktuellen die historische Dimension zu erforschen - das heißt, Stadtmuseum zu machen."

Der Kairos-Preis wird jedes Jahr an europäische Kulturschaffende verliehen. 2017 ging er an die Berliner Verlegerinnen Inci Bürhaniye und Selma Wels für ihren Einsatz für junge türkische Autoren.

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