Düsseldorf

Kanadische Fachleute boykottieren Max-Stern-Tagung

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Eine internationale Tagung in Düsseldorf zum NS-verfolgten jüdischen Kunsthändler Max Stern (1904-1987) sorgt für Streit

Zwei Fachleute aus Kanada wollen das kommende Woche geplante Symposium boykottieren. Die Stadt Düsseldorf habe mit der Absage einer ursprünglich vergangenes Jahr geplanten Stern-Ausstellung die kanadischen Stern-Spezialisten "persönlich und fachlich brüskiert", teilte Stephan Klingen vom ebenfalls beteiligten Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München mit. Bis heute seien die Vorwürfe nicht aus dem Weg geräumt. Daher werde auch das Münchner Institut gemeinsam mit seinen kanadischen Partnern auf eine aktive Teilnahme an dem Düsseldorfer Symposium verzichten, aber zumindest würden Vertreter als Zuhörer dabei sein. "Die Fronten sind verhärtet", sagte Klingen.

Die eintägige Veranstaltung am Mittwoch (13.2.) befasst sich mit Leben und Wirken Max Sterns im Kontext des rheinischen Kunsthandels während des Nationalsozialismus. Es geht dabei auch um Restitutionsfragen. Rund ein Dutzend Experten namhafter Einrichtungen aus dem In- und Ausland, darunter führender Museen in New York sind nach Angaben der Stadt eingeladen.

Stern wurde 1937 von den Nazis zur Auflösung seiner Düsseldorfer Galerie gezwungen, er konnte nach Paris und London fliehen und übersiedelte 1941 nach Kanada. Im kanadischen "Max Stern Art Restitution Project" forschen die Erben des Sammlers - drei Universitäten in Kanada und Israel - nach Kunstwerken aus der Sammlung, die in der NS-Zeit verschwanden.

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