In meinem Studium der Politikwissenschaften habe ich gelernt: Landtagswahlen sind wichtig in Deutschland. Eine bekannte rechtsextreme Partei steht bei seriösen Umfragen in Sachsen-Anhalt, wo später in diesem Jahr gewählt wird, bei fast 40 Prozent. Und nun?
Meine persönliche Antwort auf eine ähnliche Lage in Brandenburg hatte ich ja neulich hier in einer Kolumne gegeben: kein Thermenbesuch bei jenen, die selbstbewusst Hassideologien wählen. Dazu wollte ich ein Update nachreichen: Die Saunasaison ist bald vorbei, und ich war tapfer und überließ Bad Wilsnack sich selbst, wo bei den vergangenen Landtagswahlen die AfD 38,5 Prozent bekommen hat. Damit habe ich es den Rechtsextremisten und ihren Anhängern so richtig gegeben.
Aber Spaß beiseite: In anderen Bundesländern sieht es auch nicht besser aus. In Mecklenburg-Vorpommern kratzt die AfD laut Umfragen an der absoluten Mehrheit, in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, wo schon im kommenden März gewählt wird, liegen die Adepten der vermeintlich weißen Überlegenheit und Remigrations-Fantasien stabil zweistellig. Der Rechtsextremismus ist ein Ostproblem – aber kein reines Ostproblem. Was machen wir, wenn die Rechtsextremen an die Macht kommen; im wunderhübschen Magdeburg oder anderswo?
Ich weiß zumindest, was sich in dieser gefährlichen politischen Lage nicht gehört: sie zu verschweigen oder schönzureden. Es gibt auch im progressiven Lager, in der Kunst, im Kulturbetrieb, in der Wissenschaft, im Journalismus jene, die AfD-Wählende mit Samthandschuhen anfassen wollen, jene, die sagen: Nenn sie bloß nicht rechtsextrem, dann drehen die völlig am Rad. Aber das ist der falsche Weg. Sagen, was ist, bleibt wichtig. Die Lage ist beschissen, und die Landtagswahlen in diesem Jahr könnten nur ein weiterer Schritt zur Reaktivierung des Faschismus sein, der in Deutschland die Demokratie aufzufressen droht. Wieder mal.
Stärke für extra Crunch
Zur Aufmunterung schlage ich diesmal ein Rezept vor, das man auch gut vor 18 Uhr, wenn die ersten Ergebnisse der Landtagswahlen eintrudeln, vorbereiten kann. Ein Snack, so simpel und doch so vielseitig, so naheliegend, wie die AfD samt ihrer Wählerschaft als gefährlich rechtsextrem einzustufen: Mini-Pommes.
Dafür braucht man festkochende Kartoffeln – so viele, wie man will. Ich habe für zwei Portionen zwei mittelgroße Kartoffeln genommen. Diese schneidet man in feine Streifen, circa 3 mm dick. Die geschnittenen Kartoffeln gut in kaltem Wasser mit einem Schuss Essig abwaschen. In einem Sieb abtropfen lassen und dann auf einem Küchentuch abtupfen. Es ist wichtig, dass die Pommes trocken sind. In einer Schale optional mit einem Teelöffel Stärkepulver vermengen, sodass es alle Stäbchen gleichmäßig umhüllt. Die Stärke nimmt die Feuchtigkeit auf und sorgt für extra Crunch.
In einem Topf (oder in einer Fritteuse) ein gutes Frittieröl erhitzen. Erdnussöl gibt einen nussigen Geschmack. Ich habe eine Mischung aus zwei Dritteln Sonnenblumenöl und einem Drittel Olivenöl genommen. Die Kartoffelstreifchen goldgelb ausbacken. In ein trockenes Sieb geben und direkt salzen. Die Mini-Pommes können einfach gesnackt werden. Sie taugen auch hervorragend als Topping für verschiedene Gerichte oder als knusprige Komponente in Sandwiches. So oder so mag ich diese Variante lieber als Chips. Und das ist eine legitime Meinung – anders als jegliche Entscheidung für Rechtsextreme an der Wahlurne. Ehrlichkeit ist der Schlüssel zu einer wehrhaften Demokratie. Und diese leckeren Mini-Pommes helfen mir, ehrlich zu sein.