Ich habe gestern mit meinem Toaster gestritten. Ich habe das Gerät geschlagen, umgedreht und heftig, wütend, schreiend geschüttelt. Es fielen fingerkuppengroße und kleinere Brotreste heraus: Körner, Toast und sogar ein bisschen Croissant. Solch eine Reinigung sollte man regelmäßig durchführen. Ich hätte also vor drei Monaten meine Wut an dem Apparat auslassen sollen.
Als ich dann weiter schüttelte, raschelte es immer noch stark. Ein Indiz, dass hartnäckige Krümel im Toaster-Gefängnis festsaßen. Der Hobbyhandwerker in mir flüsterte, ich könne das Gehäuse doch unten aufschrauben und die Gebäckreste so befreien. Immerhin ist der Toaster zehn Jahre alt, und manchmal braucht es halt eine Generalwartung. Als ich aber näher schaute, musste ich feststellen, dass ich für das Vorhaben drei verschiedene Schraubenzieher gebraucht hätte, die auch der begabteste Möchtegernmonteur nicht in der Werkzeugkiste führt.
Unternehmen wollen uns viel Scheiß verkaufen. Und dann wollen sie, dass wir möglichst schnell noch mehr Scheiß erwerben. Deswegen machen sie eine Reparatur oder Wartung fast unmöglich. Vor etwas mehr als einem Jahr saß ich mit der Verstärkung eines Freundes in einem Berliner Repair-Café. Einem Ort, an dem unter Expertenanleitung dem Turbokapitalismus eine Ansage gemacht wird und Elektrogeräte repariert werden können. In einigen Bundesländern bekommt man dafür sogar einen staatlichen Bonus. Eine gute Sache.
Bin ich Greta Thunberg?
Der Akku meines Smartphones mit Apfellogo entlud sich plötzlich ultraschnell. So wie von Geisterhand oder auf Knopfdruck aus dem Silicon Valley. Sehr suspekt. Ein neues Handy zu kaufen, ist teuer – vor allem für die Umwelt. Das Alte zu reparieren, schont Ressourcen. Also habe ich mir einen neuen Akku bestellt und bin mit einem guten Gefühl zum Repair-Café gegangen. Bin ich etwas die kanakische Greta Thunberg?
Mehr als eine Stunde lang haben wir zu dritt (mein Freund, der IT-Experte und ich) am Handy gefummelt. Ohne Geschrei, mit mäßiger Wut, weil diese Elektronik das nicht mag. Ein Gehäuse, hinter dem der Akku sitzt, wollte sich partout nicht lösen. Ich musste letztendlich aufgeben. Habe mir, auch weil ich beruflich darauf angewiesen bin, ein neues Handy mit noch längerer Akkulaufzeit gekauft und das alte recycelt.
Vielleicht musste mein Toaster wegen dieser Enttäuschung meine Wutattacke überstehen. Ich habe nach der Causa mit den Schraubenziehern in meiner Küche 20 Minuten so heftig geschüttelt, ich hätte daraus eine Hometrainer-VHS aus den 90er-Jahren machen können. Alle Krümel fielen heraus, es raschelte nicht mehr. Ich war erleichtert. Kurz war der Gedanke weg, dass bei meinem neuesten Handy schon nach etwas mehr als einem Jahr der Akku wieder schlappmacht. Obwohl ich darauf achte und alle Tricks einhalte, um ihn zu schonen. Verdorbener Apfel.
Ein Rezept, ganz sachte, gar nicht wütend
Für dieses schnelle Abendessen braucht es weder Toaster noch Smartphone. Es sei denn, sie lesen das jetzt auf Ihrem Handy. Der Lachs mit Nusskruste ist im Ofen oder in der Heißluftfritteuse schnell fertig: Für jede Person ein Filet unter kaltem Wasser waschen und ordentlich mit Küchenrolle abtupfen. Am besten schmeckt er, wenn man ihn für ein paar Stunden gekühlt in einem Schuss Zitrone, etwas Zitronenschale, einem guten Schluck Olivenöl, etwas Pfeffer, frischer Petersilie und einer kleingehackten Knoblauchzehe ziehen lässt. Muss aber nicht sein. Man kann den Lachs einfach direkt auf der Hautseite in eine geölte Backform oder einen Korb geben und mit der Marinade beträufeln.
Für die Kruste Nüsse grob hacken. Es passen Erdnüsse, Mandeln, Walnüsse und/oder Cashews, was gerade da ist. Ich habe sie in einem Küchentuch eingewickelt und mit dem Hammer bearbeitet. Der Werkzeugkasten war ja eh zur Hand. Die Nüsse mit 1 EL geriebenem Parmesan, Salz und etwas weicher Butter vermischen und üppig auf die Lachsfilets verteilen. Bei 200 °C bei Ober- und Unterhitze im Ofen für 25 Minuten backen, in der Heißluftfritteuse bei 180 °C für um die 12 Minuten. Ich habe den Fisch mit etwas Salat und selbstgemachtem Kartoffelpüree serviert. Unter die Kartoffeln habe ich eine Karotte geschmuggelt und zerstampft. Sanft und sachte, gar nicht wütend.