Çağla Ilk wird Intendantin des Berliner Gorki Theaters
Çağla Ilk wird ab 2026 neue Intendantin des Berliner Maxim Gorki Theaters. Zuletzt kuratierte sie den deutschen Pavillon auf der Venedig-Biennale. Ilk, in Istanbul geboren und seit 20 Jahren in Deutschland, ist Architektin, Dramaturgin und Kuratorin. Bereits seit 2013 hatte sie unter Intendantin Shermin Langhoff am Maxim Gorki Theater gearbeitet und dort unter anderem den Herbstsalon geleitet, der Theater, Performance und Bildende Kunst zusammenbringt.
Bis 2017 war sie künstlerische Referentin von Langhoff. Wer allerdings von Ilk eine simple Fortführung von deren postmigrantischem Theater erwartet, unterschlägt ihre umfangreichen Tätigkeiten in der Kunst seit ihrem Weggang aus Berlin. Als Kuratorin des deutschen Pavillons auf der Venedig Biennale realisierte sie 2024 die viel beachtete, interdisziplinäre Ausstellung "Thresholds" mit der Videokünstlerin Yael Bartana, dem Theaterregisseur Ersan Mondtag sowie den Soundkünstlern Michael Akstaller, Nicole L'Huillier, Robert Lippok und Jan St. Werner.
Seit 2020 leitete sie gemeinsam mit Misal Adnan Yıldız, die Kunsthalle Baden-Baden und hat dort zahlreiche Ausstellungsprojekte realisiert. Dass ihr Vertrag in Baden-Baden kurzfristig nicht verlängert worden war, da die Kunsthalle dem Badischen Landesmuseum weichen muss, machte den Weg für Berlin frei.
Çağla Ilk
Rebekka Seubert wird Leiterin des Ludwig Forums Aachen
Die Kuratorin Rebekka Seubert wird Nachfolgerin von Eva Birkenstock am Ludwig Forum in Aachen. Sie wechselt vom Kunstverein Dortmund, den sie seit 2020 leitet. Seubert soll ihr neues Amt im März 2026 antreten. Sie folgt auf Eva Birkenstock, die seit Sommer 2025 Direktorin der Kestner Gesellschaft in Hannover ist.
Seubert studierte Deutsch-Französische Studien an den Universitäten Regensburg und Clermont-Ferrand sowie Bildende Kunst an der Brüsseler École de recherche graphique und der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. Sie war unter anderem Co-Direktorin des Kunstvereins Harburger Bahnhof in Hamburg und übernahm 2020 die künstlerische Leitung und Geschäftsführung des Dortmunder Kunstvereins. Die dortige Ausstellung "Hannibal" von Latefa Wiersch wurde im Juli 2025 mit dem Weststern-Förderpreis ausgezeichnet. 2023 ging der ADKV-Art-Cologne-Preis für Kunstvereine ebenfalls nach Dortmund.
Das Ludwig Forum Aachen für internationale Kunst wurde 1970 von der Stadt Aachen gemeinsam mit dem Sammlerehepaar Peter und Irene Ludwig als Neue Galerie – Sammlung Ludwig gegründet. Seit 1991 befindet sich das Forum am jetzigen Standort, einer ehemaligen Schirmfabrik. Der Fokus liegt auf zeitgenössischen Positionen.
Rebekka Seubert
Adam Szymczyk wird Direktor des Architekturmuseums Basel
Adam Szymczyk ist zum neuen Direktor des Schweizerischen Architekturmuseums Basel ernannt worden. Er wird das Haus ab 2026 übernehmen. Das SAM wurde seit zehn Jahren von Andras Ruby geleitet, der das Haus auf eigenen Wunsch Ende 2025 verlassen hat. Adam Szymczyk wurde von einer Findungskommission unter dem Vorsitz der Architektin Christine Binswanger vorgeschlagen. Aus 58 internationalen Bewerberinnen und Bewerbern waren acht eingeladen worden. Schließlich einigte man sich auf den 1970 in Warschau geborenen Szymczyk.
Mit ihm übernehme ein international profilierter Kurator die Leitung des SAM, der in seiner Arbeit stets die gesellschaftliche Rolle der Architektur reflektiere, heißt es aus dem Museum. Adam Szymczyk blickt auf diverse Jury- und Lehrtätigkeiten im Bereich der Architektur zurück, hat aber bisher vorwiegend im Bereich bildende Kunst gearbeitet. Der Kunsthistoriker ist Mitbegründer der Warschauer Foksal Gallery Foundation. Er war von 2002 bis 2014 Leiter der Kunsthalle Basel, die sich im selben Gebäude wie das SAM befindet.
2008 kuratierte er die 5. Berlin Biennale. 2013 wurde er zum Leiter der Documenta 14 ernannt, die drei Jahre später parallel in Kassel und in Athen stattfand und eine Finanzierungslücke von mehreren Millionen Euro hinterließ. Zu seiner Expertise auf dem Gebiet der Architektur sagte er bei seiner Vorstellung im SAM: "In meinem Wirken als Kurator, Autor und Dozent habe ich mich oft mit Architektur und Architekten befasst – mit wachsendem Bewusstsein für die politische Dimension des Berufs und für den Diskurs, der die Architektur in einem breiteren sozialen, ökonomischen und kulturellen Umfeld prägt. Oft denke ich über die kühne Vision nach, die diejenigen teilten, die 1984 das Architekturmuseum Basel gründeten."
Adam Szymczyk
Brigitte Franzen wird Leiterin des Bauhaus-Archivs in Berlin
Brigitte Franzen, derzeit Präsidentin der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach, wird zum 1. April 2026 Direktorin des Bauhaus-Archivs – Museum für Gestaltung in Berlin. Wissenschaftsminister Timon Gremmels bedauert den Weggang Franzens, der im September 2025 verkündet wurde: "Wir verlieren eine engagierte Hochschulmanagerin, die sich für Studierende, Lehrende und Beschäftigte eingesetzt hat. Dass das Bauhaus-Archiv sich für Prof. Franzen entschieden hat, spricht für ihre Qualifikationen."
Franzen leitet seit Oktober 2024 die HfG Offenbach und war zuvor Direktorin des Senckenberg Naturmuseums in Frankfurt am Main. "Ein weiterer beruflicher Wechsel kam für mich zunächst nicht infrage", erklärte Franzen. "Aber das Angebot, das Bauhaus-Archiv zu leiten, ermöglicht mir, mich auf meine Forschungsschwerpunkte und die museale Arbeit zu konzentrieren." Franzen forscht seit den 1990er-Jahren über Kunst und Kultur der Bauhauszeit und der Weimarer Republik, hat zahlreiche Ausstellungen kuratiert und Publikationen veröffentlicht.
Das Bauhaus war eine der wichtigsten Schulen für Kunst, Design und Architektur im 20. Jahrhundert. Das Berliner Archiv umfasst Zehntausende Fotos, Möbel- und Designobjekte. Nach Angaben des Museums ist es die weltweit größte Sammlung zum Bauhaus.
Derzeit ist das Archiv geschlossen, weil es saniert wird und einen Erweiterungsbau bekommt. Auf dem Gelände entsteht ein Neubau mit einem Turm und einem unterirdischen Ausstellungsraum. Außerdem wird das alte Haus saniert, das noch von Bauhaus-Gründer Walter Gropius (1883–1969) entworfen worden war. Das Datum der Wiedereröffnung ist noch nicht bekannt. Vorübergehend gibt es einen kleineren Ausweichstandort für Veranstaltungen und Ausstellungen.
Für das Bauhaus-Archiv plant Franzen unter anderem ein neues Programm zu den "Bauhaus Art Schools", bei dem die HfG Offenbach eine zentrale Rolle spielen soll. An der Hochschule hat sie in ihrer Amtszeit den Neubau der HfG vorangetrieben, neue Ausstellungsräume in Frankfurt und Offenbach akquiriert, Kooperationen wie mit der World Design Capital Frankfurt-Rhein-Main etabliert und neue Förderer gewonnen.
Brigitte Franzen auf der Pressekonferenz anlässlich der Neubesetzung der Direktion beim Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung
Wael Shawky verantwortet die Art Basel in Katar als künstlerischer Leiter
Wael Shawky ist als Künstler international bekannt. In diesem Jahr wird er jedoch auch eine Messe inhaltlich verantworten. Die Art Basel setzt auf seine integrative Kraft und hat ihn zum künstlerischen Leiter ihres jüngsten Ablegers gemacht, der im Februar 2026 erstmals in Doha im Emirat Katar stattfindet – als kuratierte, konzentrierte Schau nur mit Einzelpräsentationen. Der Künstler übernimmt die kuratorische Leitung gemeinsam mit Vincenzo de Bellis, Chief Artistic Officer und Global Director of Fairs bei der Art Basel. Shawky wird zudem an der Auswahl der teilnehmenden Galerien mitwirken, in Abstimmung mit einem eigens eingerichteten Auswahlkomitee.
Wael Shawky, der zuletzt viel Aufmerksamkeit für seine Videoinstallation "Drama 1882" im ägyptischen Pavillon der 60. Biennale von Venedig bekam, arbeitet in den Bereichen Film, Performance und Erzählung. Zu seinen früheren Ausstellungen zählen unter anderem Präsentationen in der Tate Modern in London, im Kunsthaus Bregenz, dem MoMA PS1 in New York sowie im Mathaf in Doha. Er war außerdem Teilnehmer der Documenta 13 in Kassel. Seit Oktober 2024 leitet er das Programm der Doha Fire Station, wo er das Arts Intensive Study Program (AISP) für junge Künstlerinnen und Künstler initiiert hat.
Wael Shawky, künstlerischer Leiter der Art Basel Qatar
Kuratorisches Team gestaltet die 61. Venedig-Biennale
Der Tod der Kuratorin Koyo Kouoh, die eigentlich die Hauptausstellung der Venedig-Biennale 2026 verantworten sollte, hat die Kunstwelt im vergangenen Frühjahr tief erschüttert. Nun soll die Schau in Kouohs Sinne umgesetzt werden. Der Titel lautet "In Minor Keys", was so viel bedeutet wie "In Moll". Vorgestellt wurden die kuratorischen Ideen im Mai 2025 von Experten, die das Konzept umsetzen werden und die von Koyo Kouoh dazu selbst ausgewählt wurden: Gabe Beckhurst Feijoo, Marie Helene Pereira, Rasha Salti, Siddhartha Mitter und Rory Tsapayi. "Schalte einen Gang herunter und stimme dich auf die Frequenzen der Moll-Tonarten ein", heißt es in einem Leitfaden, den Kouoh bereits formuliert hatte. "Denn obwohl sie oft untergeht in der ängstlichen Kakophonie des gegenwärtigen Chaos, das in der Welt tobt, geht die Musik weiter."
Alle Einzelheiten des Projekts, einschließlich der Liste der zur Hauptausstellung eingeladenen Künstler und der Länder, die mit Pavillons teilnehmen, werden während der üblichen Präsentation in Venedig am 25. Februar 2026 vorgestellt. Die Biennale findet wie geplant vom 9. Mai bis 22. November statt.
Koyo Kouoh (1967-2025)
Karim Crippa wird Direktor der Art Basel Paris
Karim Crippa wird neuer Direktor der Kunstmesse Art Basel in der französischen Hauptstadt. Der 34-Jährige hat die Position am 1. November 2025 übernommen und folgt auf Clément Delépine, der zu Lafayette Anticipations wechselt. Crippa soll gemeinsam mit Virginie Aubert (General Manager) und Maxime Hourdequin (Deputy Director) die künstlerische und strategische Ausrichtung der Pariser Ausgabe der internationalen Kunstmesse gestalten. Crippa arbeitet seit 2018 für die Art Basel, zuletzt als Leiter der Kommunikation für Paris und Senior Editor im globalen Team. Er ist direkt Vincenzo de Bellis unterstellt, Chief Artistic Officer und Global Director Art Basel Fairs.
Crippa ist 1991 in Zürich geboren und in Lausanne aufgewachsen. Er war bereits für das Ausstellungshaus Thyssen-Bornemisza Art Contemporary (Wien), das Haus der Kunst (München) und die Galerie Duve (Berlin) tätig. Er arbeitete an Ausstellungen mit Künstlerinnen und Künstlern wie Ragnar Kjartansson, Cerith Wyn Evans, Sharon Lockhart und Thomas Struth.
Art-Basel-CEO Noah Horowitz nannte Crippa "eine Schlüsselfigur in der Entwicklung der globalen Kommunikation" der Messe. Sein Wissen über die internationale und lokale Kunstszene mache ihn "ideal geeignet, die Pariser Ausgabe in die Zukunft zu führen". Vincenzo de Bellis betonte Crippas Fähigkeit, "ein kuratorisches Auge mit kommunikativer Präzision zu verbinden".
Karim Crippa selbst erklärte, die Berufung sei "eine große Ehre und Verantwortung". Er wolle "Art Basel Paris als kulturellen Leuchtturm weiter stärken" und den Dialog zwischen Galerien, Künstlerinnen und Institutionen vertiefen. Die nächste Ausgabe der Art Basel Paris findet vom 22. bis 25. Oktober 2026 statt. Der Art-Basel-Konzern richtet derzeit weitere Messen in Basel, Miami Beach und Hongkong aus. Im Februar 2026 ist zudem die erste Ausgabe in Katar geplant.
Karim Crippa
Tom Engels wird Direktor des Münchner Kunstvereins
Der Kunstverein München bekommt Anfang 2026 eine neue Leitung: Der Belgier Tom Engels übernimmt zum 1. Januar die Direktion der traditionsreichen Institution. Er folgt auf Maurin Dietrich, die die Institution seit 2019 geleitet hat und ihre Tätigkeit vertragsgemäß zum Jahresende 2025 beendete.
Der 1989 in Belgien geborene Engels war bisher künstlerischer Leiter des Grazer Kunstvereins, wo er seit 2021 tätig war. Dort realisierte er unter anderem Ausstellungen mit Tom Burr und Nora Schultz und legte einen Schwerpunkt auf Publikationsprojekte. Gemeinsam mit der Designerin Julie Peeters entstanden in Graz rund 15 Veröffentlichungen, weitere redaktionelle Arbeiten setzte er mit internationalen Verlagen um. 2023 kuratierte er zudem zusammen mit Maya Tounta die 15. Baltic Triennale am Contemporary Art Centre in Vilnius. Engels' Projekte waren in Institutionen wie dem Museion in Bozen, dem Tai Kwun Contemporary in Hongkong, dem M HKA in Antwerpen oder der Galerie Jan Mot in Brüssel zu sehen.
Seine Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von bildender Kunst, Choreografie und Performance. Engels hat sowohl einen Masterabschluss in Kunstgeschichte von der Universität Gent als auch in Choreografie und Performance vom Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Universität Gießen.
Tom Engels
Gloria Hasnay wird Direktorin des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen
Gloria Hasnay übernimmt die Direktion des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf. Sie folgt auf Kathrin Bentele, deren Programm im Februar 2026 endet. Der Vorstand des Kunstvereins wählte Hasnay einstimmig aus einem internationalen Bewerberfeld.
Die Kuratorin war seit 2019 am Kunstverein München tätig, wo sie 2023 auch interimistisch die Leitung übernahm. Dort realisierte sie zuletzt Ausstellungen wie "Romeo’s eyes" von Simon Lässig und Vera Lutz sowie die feministische Gruppenschau"*Key Operators". Gemeinsam mit Maurin Dietrich entwickelte sie das Programm zum 200-jährigen Bestehen des Hauses.
Zuvor leitete Hasnay von 2016 bis 2019 die Galerie Max Mayer in Düsseldorf und engagierte sich kuratorisch in verschiedenen Projekträumen und Institutionen. Neben ihrer kuratorischen Tätigkeit ist sie auch Autorin und Gastdozentin.
Gloria Hasnay
Juliane Bischoff wird Kuratorin am Frankfurter Portikus
Juliane Bischoff ist neue Kuratorin der Ausstellungshalle Portikus in Frankfurt am Main. Sie trat ihr Amt im November 2025 an und folgt damit auf Liberty Adrien, die im Sommer als leitende Kuratorin an die KW Institute for Contemporary Art nach Berlin gewechselt ist. Auch Carina Bukuts, die ihre Funktion noch bis Ende 2025 ausübte, scheidet aus und ist inzwischen Chefkuratorin an der Kunsthalle Wien.
Der Portikus ist die Ausstellungshalle der Städelschule und gilt seit seiner Gründung 1987 als wichtiger Ort für zeitgenössische Kunst in Deutschland. Hier präsentieren sowohl junge Künstlerinnen und Künstler ihre erste Einzelausstellung in Deutschland als auch international etablierte Positionen ortsspezifische Auftragsarbeiten.
Barbara Clausen, Direktorin des Portikus und Rektorin der Städelschule, dankte Adrien und Bukuts für ihre Arbeit in den vergangenen Jahren und würdigte Bischoffs Erfahrung im Umgang mit Künstlerinnen und Künstlern sowie ihre Vernetzung in lokale und internationale Szenen.
Bischoff erklärte, sie wolle den Portikus "in engem Dialog mit seiner Umgebung" weiterentwickeln und durch die Verbindung von Ausstellungen, Diskurs und Performance als "Raum der Möglichkeiten" profilieren.
Die 1989 geborene Kuratorin leitete von 2023 bis 2025 die Klosterruine Berlin, wo sie unter anderem Ausstellungen mit James Gregory Atkinson, Dora Budor oder Kate Newby organisierte. Seit 2019 ist sie zudem Kuratorin am NS-Dokumentationszentrum in München. Dort wirkte sie an Projekten wie "To be seen. Queer lives 1900–1950" (2022) sowie "Tell me about yesterday tomorrow" (2019) mit. Zuvor war sie als Assistenzkuratorin an der Kunsthalle Wien tätig. Außerdem arbeitet Bischoff als Autorin und Gastdozentin und hat mehrere Publikationen herausgegeben.
Juliane Bischoff
Fanny Stoye übernimmt Kunstsammlungen Zwickau
Die Kunstsammlungen Zwickau bekommen eine neue Chefin. Ab Januar 2026 soll Fanny Stoye die Leitung übernehmen. "Sie bringt nicht nur Expertise und Ideenreichtum mit, sondern auch das Talent, Geschichten neu zu erzählen und andere Perspektiven sichtbar zu machen", sagte die Kulturamtsleiterin der Stadt, Bianca Dommes, bei der Verkündung der Personalie. Stoye folgt auf Petra Lewey, die nach 40 Jahren beim Städtischen Museum in den Ruhestand geht.
Stoye, zuletzt Leiterin des Museums Naturalienkabinett in Waldenburg, nannte ihre künftige Position ein großes Privileg und schmiedet bereits Pläne. "Welche Geschichten haben wir noch nicht erzählt? Welche Besucherinnen und Besucher erreichen wir – und welche noch nicht? Mein Ziel ist es, Zwickaus Kunst so sichtbar zu machen, dass kein Weg an ihr vorbeiführt", sagte sie.
Die derzeitige Museumsleiterin Lewey hatte vor mehr als zehn Jahren die weltweit größte Dauerausstellung des gebürtigen Zwickauers und berühmten Expressionisten Max Pechstein eröffnet. Sie habe das Haus zudem durch Zeiten politischer und kultureller Umbrüche geführt und internationale Kooperationen aufgebaut. "Sie hat Generationen von Besucherinnen und Besuchern sensibilisiert, begeistert und inspiriert", sagte Dommes.
Im vergangenen Jahr hatten die Kunstsammlungen Zwickau mit dem Max-Pechstein-Museum ihre Türen geschlossen. Aktuell wird das 1914 eröffnete und denkmalgeschützte Haus saniert. Die Kunstwerke sind deshalb woanders untergebracht oder auf Reisen. 2028 sollen sie planmäßig ins Museum zurückkehren.
Fanny Stoye in den Kunstsammlungen Zwickau, deren Leitung sie ab Januar 2026 übernimmt
Stefanie Böttcher wird Kunsthalle zu Kiel leiten
Die Kunsthistorikerin Stefanie Böttcher wird neue Direktorin der Kunsthalle zu Kiel. Sie tritt ihr Amt im September 2026 an und folgt auf Anette Hüsch, die das Haus seit 2013 leitete. Die 1978 geborene Böttcher ist seit 2015 Direktorin der Kunsthalle Mainz, wo sie Einzelausstellungen unter anderem mit Walid Raad, Latifa Echakhch, Joachim Koester, Lara Favaretto, Rabih Mroué und Ari Benjamin Meyers realisierte. Sie kuratierte 2017 den isländischen Pavillon auf der Biennale in Venedig und war zuvor Leiterin des Künstlerhauses Bremen (2007–2013). Dort zeigte sie internationale Künstlerinnen und Künstler wie Lara Almarcegui, Ahmet Öğüt und Kateřina Šedá erstmals in Deutschland.
In Kiel übernimmt Böttcher die Leitung in einer besonderen Phase: Die denkmalgeschützte Kunsthalle und die Antikensammlung sind seit September 2023 wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten geschlossen. Erst kürzlich wurde bekannt, dass sich die Wiedereröffnung um mindestens zwölf Monate auf 2029 verschiebt. Während der Schließzeit will die Kunsthalle ihre Aktivitäten an externen Orten fortsetzen.
Böttcher nannte die Lage des Hauses an der Ostsee "einzigartig in Deutschland" und betonte, das Meer sei "Meditationsraum, Kommunikationsraum, Transitraum und Ort, an dem sich geologische wie klimatische Umbrüche zeigen". Sie wolle die "Wirkkräfte dieser Verortung entdecken und nutzen – inhaltlich und strukturell".
Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, zu der die Kunsthalle gehört, sprach von einer neuen Phase für das Museum. Kanzlerin Claudia Ricarda Meyer bezeichnete es als "kulturelles Aushängeschild", das Forschung, Lehre und gesellschaftlichen Austausch verbinde. Auch die Philosophische Fakultät, zu der die Kunsthalle institutionell gehört, begrüßte die Ernennung. Dekan Dirk Westerkamp erklärte, Böttcher werde "die enge Verbindung von Kunsthalle und Universität nutzen, um beide stärker mit der Stadtkultur und Landesöffentlichkeit zu vernetzen".
Stefanie Böttcher, neue Direktorin der Kunsthalle zu Kiel
Manifesta im Ruhrgebiet
Die europäische Wanderbiennale findet in entweihten Kirchenbauten aus der Nachkriegszeit in Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und Bochum statt. Das kuratorische Team, bei der Manifesta 16 als Creative Mediators bezeichnet, besteht aus drei Duos, die bewusst aus verschiedenen Generationen stammen.
René Block, 1942 in Deutschland geboren, ehemaliger Museumsdirektor und verantwortlich für mehrere Biennalen, bildet ein Team mit der Kuratorin Leonie Herweg (Jahrgang 1997), die unter anderem den Berliner Projektraum Grotto leitet. Die beiden werden in Essen arbeiten.
Der ebenfalls 1942 geborene Henry Meyric Hughes, ehemaliger Direktor der Londoner Hayward Gallery, kommt in Duisburg sowie am Musiktheater Gelsenkirchen mit dem britischen Autor und Kurator Michael Kurtz (1998) zusammen. Und die 1944 geborene polnische Kunsthistorikerin Anda Rottenberg, ehemalige Leiterin der Zachęta National Gallery of Art in Warschau, bildet in Bochum ein Tandem mit dem fast 40 Jahre jüngeren Autor und Kurator Krzysztof Kościuczuk, der unter anderem im Team der Documenta 14 und für das Muzeum Susch in Graubünden tätig war.
Mit dieser internationalen und altersgemischten Gruppe will die Manifesta 16 Ruhr "einen Beitrag für ein dringend benötigtes generations- und geschichtsübergreifendes Verständnis von Europa leisten — das seiner Vergangenheit, seinen Brüchen und potenziellen Zukunftsszenarien gerecht wird", heißt es in der Pressemitteilung.
Ebenfalls Teil des Teams sind der Münchner Kurator Gürsoy Doğtaş, der als Creative Mediator Public Programme für Veranstaltungen verantwortlich ist, sowie der Architekt Josep Bohigas, der als Urban Creative Mediator mit einer urbanistischen Recherche und einer Bürgerbefragung die Impulse für das Konzept der Manifesta 16 gegeben hat.
Seit einigen Ausgaben hat sich die Institution zum Ziel gesetzt, nicht nur eine Kunstausstellung zu organisieren, sondern mit nachhaltig wirksamen kulturellen Interventionen auf strukturelle und soziale Probleme ihrer Gastregionen zu reagieren. Mit dem Bespielen leerstehender Kirchen will die Manifesta dem erodierenden sozialen Zusammenhalt entgegenwirken. Es gehe um die "Wiederaneignung öffentlichen Raums" und darum, "Resilienzstrategien zu entwickeln, um die gegenwärtigen ökologischen, sozialen und ökonomischen Probleme anzugehen", so die Organisatoren.
Das Artistic Team der Manifesta 16 (von links): Josep Bohigas, Henry Meyric Hughes, René Block, Krzysztof Kościuczuk, Anda Rottenberg, Leonie Herweg, Michael Kurtz und Gürsoy Doğtaş