Hochhausbrand in London

Künstlerin Khadija Saye wird vermisst

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Die 24-jährige Fotografin Khadija Saye, deren Arbeiten zurzeit im "Diaspora-Pavillon" parallel zur Venedig-Biennale zu sehen sind, wird nach dem Brand im Londoner Grenfell Tower vermisst.

Der Labour-Politiker David Lammy, der sich und seine Frau als Freunde der Künstlerin bezeichnet, bat über Twitter um Hinweise zum Verbleib von Saye. Laut der Tageszeitung "Independent" lebte die 24-Jährige gemeinsam mit ihrer Mutter im 20. Stock des Hochhauses im Londoner Stadtteil Kensington, in dem vergangene Nacht ein verheerendes Feuer ausgebrochen ist. Bislang spricht Scotland Yard von zwölf Todesopfern, rechnet aber damit, dass sich die Zahl erhöhen wird.

Lammys Frau Nicola Green berichtete dem britischen "Standard", dass sie um 3 Uhr in der Nacht eine Facebook-Nachricht von Khadija Saye erhielt, in der sie schrieb, dass sie das brennende Haus nicht verlassen könne und darum bat, dass man für sie und ihre Mutter bete. "Uns hat man gesagt", so Green weiter, "dass man Menschen bis zum 19. Stock geborgen hat. Khadija wohnte im 20. Stockwerk."

Die in London geborenen Künstlerin beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit Fragen der kulturellen, religiösen und sexuellen Identität. Fotografien ihrer Serie "Dwelling: in this space we breathe" sind zurzeit im "Diaspora Pavilion" zu sehen, eine Gruppenausstellung parallel zur Venedig-Biennale, die von David A. Bailey und Jessica Taylor kuratiert und vom International Curators Forum und der Londoner University of the Arts initiert wurde.

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