"Fantasiemuskel"-Podcast #87

Kultur verteidigen – mit Hermann Parzinger

Grafik zum Podcast 'FANTASIE MUSKEL mit Hermann Parzinger'; rechts Porträt eines Mannes im Anzug.
Foto: Thomas Trutschel. Illustration: Monopol

Hermann Parzinger ist eigentlich Archäologe, der breiten Öffentlichkeit aber vor allem als Kulturmanager bekannt. Nachdem er über viele Jahre Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz war, zu der zahlreiche Berliner Museen und Bibliotheken gehören, ist er seit April dieses Jahres Kurator des Hauptstadtkulturfonds. Wie man in Zeiten zunehmender Polarisierung Kultur verteidigt, erklärt er im der aktuellen Folge des Monopol-Podcasts "Fantasiemuskel"

Als Kurator des Hauptstadtkulturfonds ist Hermann Parzinger für die Förderung aktueller Kunst zuständig, eine völlig neue Aufgabe, die er mit Begeisterung annimmt. Im Podcast lernen die Zuhörenden den Weg eines jungen Mannes kennen, der als Erster seiner Familie studieren durfte und schließlich  zu einem der mächtigsten Kulturmanager Deutschlands wird.

Dabei erfährt der Podcaster Friedrich von Borries auch, wie der disziplinäre Blick dabei hilft, politische Herausforderungen zu meistern. "Als Historiker", so erklärt Parzinger, "lernt man, mit Quellen kritisch zu arbeiten", denn Quellen seien nie neutral. "In der Archäologie ist es ganz anders. Was im Boden steckt, ist neutral."

Die Schwierigkeit sei, das Gefundene richtig zu interpretieren. Ins Allgemeine übersetzt heißt das in etwa, dass man das Vorgefundene gleichzeitig kritisch hinterfragen und kreativ interpretieren kann. Diese Fähigkeit, so wird im Gespräch anschaulich, hilft  beim Lösen vieler Probleme.

Was tun gegen Eingriffe der Politik in die kulturelle Arbeit?

Ein Problem, vor dem Parzinger heute steht, ist die Polarisierung des Diskurses, der drohende Rechtsruck und die wachsenden Eingriffe der Politik in die kulturelle Arbeit. Hier bezieht er eine klare Position: Der Staat habe die Rahmenbedingungen für Kulturförderung bereitzustellen , sich aber in Inhalte nicht einzumischen.

Dies zu verteidigen sieht er als seine Aufgabe an, denn sein Ziel mit Hauptstadtkulturfonds ist es, viele innovative und experimentelle Projekte zu fördern. Als Mensch mit künstlerischer Fantasie sieht er sich selbst übrigens nicht, dafür aber als jemand, der eine große Offenheit für Neues hat und bereit ist, sich  konkreten Herausforderungen zu stellen. Seine Mission lautet nun: Kultur verteidigen.

"Fantasiemuskel", den Monopol-Podcast über Kunst, Wirtschaft und gesellschaftliche Transformation, können Sie auf allen bekannten Plattformen hören – oder die neue Folge direkt hier: