"Heute Morgen fand eine Aufsichtsratssitzung der KBB GmbH im Kanzleramt statt. Thema war die Berlinale", teilte ein Sprecher von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer mit. "Die Gespräche über die Ausrichtung der Berlinale werden in den kommenden Tagen zwischen der Intendantin, Tricia Tuttle, und dem Aufsichtsratsgremium fortgesetzt."
Mehr als 500 Beschäftigte der Berlinale haben sich unterdessen in einem gemeinsamen Statement hinter die Festivaldirektorin gestellt. "Wir – das Team der Berlinale, egal ob fest angestellt, auf Vertrag, als Freelancer und kooperierende Institutionen – kommen aus ganz unterschiedlichen Ecken, aber in einer Sache sind wir uns absolut einig: Wir stehen voll und ganz hinter der großartigen Tricia Tuttle als unserer Intendantin.", heißt es darin. "Man kann es nicht anders sagen: Der KBB-Aufsichtsrat hätte keine bessere Wahl treffen können. Tricia ist klug, handelt fair und hat immer ein offenes Ohr. Niemand brennt mehr für die Werte, die dieses Festival für das Kino hier in Deutschland und weltweit so wichtig machen."
Auch Hunderte Filmschaffende wenden sich in einem offenen Brief gegen eine mögliche Abberufung der Berlinale-Chefin. Rund 700 Unterzeichnende – darunter Daniel Kehlmann, Wim Wenders, Tom Tykwer, Tilda Swinton und Todd Haynes – warnen, es gehe nicht nur um eine Personalie, sondern um künstlerische Freiheit und die institutionelle Unabhängigkeit der Berlinale. "Wenn in einer außerordentlichen Sitzung über die Zukunft der Festivalleitung entschieden wird, steht mehr auf dem Spiel als eine Personalfrage. Es geht um den Umgang mit künstlerischer Freiheit und institutioneller Unabhängigkeit", heißt es in dem Schreiben.
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