Bielefeld

Kunsthallen-Chef Meschede erhält Unterstützung

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Der Vertrag von Friedrich Meschede (62) als Leiter der Kunsthalle Bielefeld soll nicht über 2019 hinaus verlängert werden. Dagegen regt sich Widerstand

Eine politische Mehrheit im Rat hatte letzte Woche beschlossen, dass der Vertrag des Kunsthallenchefs  nicht verlängert werden soll. Laut dem "Westfalen-Blatt" wurde als ein Grund die "prekäre finanzielle Situation" der Kunsthalle genannt. Der Kunsthistoriker war zuletzt vermehrt in die Kritik geraten, weil die Besucherzahlen zurückgingen und die Kunsthalle wegen finanziellem Minus auf Rücklagen zurückgreifen musste.

Aufgrund von Sanierungsarbeiten soll die Kunsthalle in den Jahren 2020/2021 geschlossen werden. Dass Meschedes Vertrag noch nicht einmal für die Dauer der Bauarbeiten verlängert werden soll, löste bei vielen empörte Reaktionen aus.

So setzt sich unter anderem die Kulturstiftung Pro Bielefeld dafür ein, den Vertrag doch zu verlängern. Meschede sei "ein ausgezeichneter Kenner vor allem der zeitgenössischen nationalen und internationalen Kunst". Er habe mit "bescheidenen Mitteln und viel Kreativität interessante und herausfordernde Ausstellungen realisiert und großen Anteil an der Erweiterung der Sammlung." Die geplante Art und Weise der Beendigung seiner Tätigkeit zwei Jahre vor Erreichen seines Rentenalters sei "unangemessen und wird seinen Verdiensten in keiner Weise gerecht".

Auch der Förderkreis der Kunsthalle sprach sich laut "Neue Westfälische" für Meschede aus und plädiert für ein Fachgutachten. Er sei ein "ausgezeichneter Direktor, der exzellente Arbeit geleistet hat" und die Qualität seiner Arbeit und der Ausstellungen seien hoch einzuschätzen, so Förderkreis-Vorsitzender Günter Küppers.

Eine entgültige Entscheidung wird es voraussichtlich im Juni geben. Gefällt wird sie von der gemeinnützigen Betriebsgesellschaft der Kunsthalle, in der Stadt, die Kulturstiftung Pro Bielefeld und die Sparkasse vertreten sind.

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