Kunsthistoriker und Ausstellungsmacher

Kurator Thomas Kellein gestorben

Thomas Kellein
Foto: Courtesy Bergos AG

Thomas Kellein

Der deutsche Kunsthistoriker und Kurator Thomas Kellein ist im Alter von 70 Jahren in Berlin nach schwerer Krankheit gestorben

Nach Angaben der Schweizer Privatbank Bergos Berenberg, deren Kunstberatungsabteilung Thomas Kellein leitete, starb er bereits am 22. September. Kellein wurde 1955 in Nürnberg geboren und studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Literaturwissenschaften in Berlin, Hamburg und Marburg, bevor er 1982 promoviert wurde. Frühzeitig übernahm er als Konservator an der Staatsgalerie Stuttgart die Verantwortung für das von Hanns Sohm aufgebaute Archiv für Intermediakunst nach 1945 und kuratierte erste Ausstellungen, etwa zu Ad Reinhardt und Walter De Maria.

1988 wurde Kellein Direktor der Kunsthalle Basel, wo er Einzelausstellungen mit Künstlern wie Mark Rothko, Clyfford Still, Andy Warhol, Cindy Sherman und Hiroshi Sugimoto verwirklichte. 1996 wurde er zum Direktor der Kunsthalle Bielefeld berufen, die unter seiner Leitung zu einer gemeinnützigen Betriebsgesellschaft umgewandelt wurde. Dort realisierte er unter anderem Einzelausstellungen zu Alvar und Aino Aalto, Louise Bourgeois, Jeff Koons, Yoko Ono und Not Vital.

2011 übernahm Kellein die Leitung der Chinati Foundation in Marfa, Texas, eine der wichtigsten Institutionen für Minimal Art, gegründet von Donald Judd. Nach einem Jahr schied er als Direktor aus, blieb der Institution jedoch beratend verbunden. Ab 2013 war Kellein in Zürich und Hamburg als Kunstberater für Bergos tätig. Neben seiner kuratorischen Tätigkeit veröffentlichte er kunsthistorische Schriften und unterrichtete als Lehrbeauftragter und Professor an mehreren Universitäten.