Venedig

Kuratorenteam für deutschen Pavillon bei Architekturbiennale steht

 "Open for Maintenance" Aufsteller vor dem Deutschen Pavillon
Foto: --/Arch+ Summacumfemmer Büro Juliane Greb/dpa

 "Open for Maintenance" Aufsteller vor dem Deutschen Pavillon

In Venedig wird im Mai 2023 die nächste Internationale Architekturausstellung eröffnet. Nun steht fest, wer den deutschen Pavillon gestalten soll

Ein Dreivierteljahr vor Beginn der Architekturbiennale in Venedig steht das Kuratorenteam für den deutschen Pavillon fest. Das Team des Berliners Magazins "Arch+" und die in Leipzig sowie im belgischen Gent arbeitende Architekturgemeinschaft Büro Juliane Greb werden den Pavillon gestalten. Das gab das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen am Montag in Berlin bekannt.

Die Architekturbiennale ist eine weltweit wichtige Präsentation zur Baukunst. Die Ausstellung, die in der Regel alle zwei Jahre stattfindet, gilt als Labor für Zukunftsfragen in der Architektur.

"Das Team um Arch+ nimmt die in der Fachwelt viel diskutierte Thematik des Umbaus in seinem Beitrag auf und stellt unter anderem die Frage: Welche Auswirkungen hat das Bauen zum Beispiel auf die Entwicklung unseres Klimas?", teilte Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) mit. Die oft prioritäre Ausrichtung am Wachstum werde kritisch thematisiert und es würden die Folgen wie Ressourcenknappheit dargelegt.

Mit seinem Fokus auf Partnerschaften und Formen der Solidarität in der Architekturpraxis habe dieser Beitrag zugleich eine hohe gesellschaftliche Relevanz. "Ich freue mich, dass sich der deutsche Pavillon 2023 diesem wichtigen und aktuellen Thema widmet", teilte Geywitz zur Entscheidung mit.

Eine Kommission unter Vorsitz des Direktors des deutschen Architekturmuseums in Frankfurt am Main, Peter Cachola Schmal, hatte sich für die "Open for Maintenance / Wegen Umbau geöffnet" genannten Pläne von "Arch+" und Büro Juliane Greb entschieden. Das Konzept will nach Angaben der Beteiligten Chancen und Potenziale der anstehenden Aufgaben für eine nachhaltige, soziale und inklusive Architektur und Stadtgestaltung anhand konkreter Beispiele aufzeigen. Damit soll das Biennale-Motto "The Laboratory of the Future" in die Praxis umgesetzt werden.

"Arch+" mit Chefredakteur Anh-Linh Ngo sieht sich als eine der führenden Zeitschriften für Architektur und Urbanismus, "die sich der kritischen Reflexion und Vermittlung des gesellschaftlichen Anspruchs von Architektur und Stadtentwicklung widmet". Das Büro Juliane Greb ist eine Arbeitsgemeinschaft der Architektinnen Juliane Greb und Anne Femmer sowie der Architekten Petter Krag und Florian Summa. Sie arbeiten in Leipzig und Gent. Architektur ist für das Team nach eigenen Angaben "keine autonome Disziplin, sondern eng mit Fragen des Zusammenlebens auf dieser Welt verknüpft".

Die Architekturbiennale ist im kommenden Jahr vom 20. Mai bis zum 26. November geplant. Verantwortlich für die 18. Version ist die ghanaisch-schottische Architektin und Autorin Lesley Lokko, die 2015 die Graduate School of Architecture in Johannesburg gegründet hat und international an zahlreichen Einrichtungen lehrte. Auf der Biennale wird dann eine Fachjury Goldene Löwen vergeben.