Die Auszeichnung wird am 6. November 2026 in Köln verliehen, teilte die Gesellschaft am Dienstag mit. Der 1936 geborene Künstler, der im japanischen Kamakura lebt, ist Mitbegründer der japanischen Mono-ha-Bewegung und zählt seit den 1970er-Jahren zu den international einflussreichen Positionen minimalistischer Malerei und Objektkunst.
Die Gastjurorin Mami Kataoka, Direktorin des Mori Art Museum in Tokio, hob Lees jahrzehntelange Auseinandersetzung mit Existenz, Wahrnehmung und kulturellen Beziehungen zwischen Ost und West hervor. Auch Museum-Ludwig-Direktor Yilmaz Dziewior begrüßte die Entscheidung: Werke Lee Ufans stünden seit Langem auf seiner "persönlichen Wunschliste", zumal der Künstler in den 1970er-Jahren mehrfach in Nordrhein-Westfalen ausgestellt wurde, bislang aber nicht in der Sammlung vertreten sei.
Der Preis ist mit bis zu 100.000 Euro für den Ankauf eines Werks oder einer Werkgruppe verbunden. Die erworbene Arbeit wird vom 7. November 2026 bis 4. April 2027 im Museum Ludwig präsentiert. Finanziert wird der Preis durch Beiträge der Mitglieder der Gesellschaft für Moderne Kunst.
Unmittelbare Begegnung zwischen Künstler, Material und Raum
Lee Ufan studierte Philosophie in Tokio und war von 1973 bis 2007 Professor an der Tama Art University. 2001 erhielt er den Praemium Imperiale für Malerei. Als Vertreter der Dansaekhwa- und Mono-ha-Bewegungen arbeitet er mit reduzierten Gesten – Punkten, Linien, Flächen –, die er als unmittelbare Begegnung zwischen Künstler, Material und Raum beschreibt.
Der Wolfgang-Hahn-Preis wird seit 1994 jährlich vergeben und ehrt etablierte künstlerische Positionen, die im Museum Ludwig noch nicht vertreten sind. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern zählen unter anderem Haegue Yang, Betye Saar, Francis Alÿs, Kerry James Marshall, Cindy Sherman und Franz West.