Nach Missbrauchsvorwürfen

Louis Vuitton entfernt von Michael Jackson inspirierte Entwürfe aus Kollektion

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Der Kreativchef von Louis Vuitton, Virgil Abloh, hat sich für seine zweite Kollektion in dem französischen Modehaus von Michael Jackson inspirieren lassen. Nach erneuten Missbrauchsvorwürfen gegen den Sänger werden einige Teile nicht produziert

Virgil Abloh, seit vergangenem Sommer Chefdesigner beim französischen Modehaus Louis Vuitton, hat seiner zweiten Kollektion ein Thema gegeben: Michael Jackson. Als Einladung zu der Präsentation ließ Abloh je einen einzelnen weißen, juwelenbesetzten Handschuh verschicken, auf dem die Worte "There’s only one" standen. Eine Anspielung auf den Handschuh, den der verstorbene Popsänger bei seinen späten Auftritten trug, und natürlich auf Jacksons singulären Status als King of Pop. 

Nun hat das Modehaus bekanntgegeben, dass es die Jackson-inspirierten Stücke aus der Kollektion nimmt. "Mir ist klar, dass die Modenschau für emotionale Reaktionen gesorgt hat, gerade vor dem Hintergrund dieser Dokumentation. Ich verurteile jede Form des Kindesmissbrauchs, der Gewalt oder der Beschneidung von Menschenrechten. Die Präsentation sollte eine Referenz auf Michael Jackson als Teil der Popkultur sein. Es ging um sein öffentliches Leben, wie wir es kennen, und um sein künstlerisches Erbe, das eine ganze Generation von Künstlern und Designern beeinflusste", ließ sich Abloh vom Online-Magazin "Highsnobiety" zitieren. Von der französischen Firma hieß es, dass zum Zeitpunkt der Modenschau noch nichts von dem Film wusste. Die von Jackson inspirierten Modelle sollen nicht in Produktion gehen. "Louis Vuitton stellt sicher, dass die Kollektion nur die Werte des Kreativchefs und der Firma widerspiegelt. Auch wird es keine Stücke mit direkten Jackson-Referenzen geben", so das Modehaus in einer Stellungnahme.

Der Dokumentarfilm "Leaving Neverland" ließ erneut Missbrauchsvorwürfe gegen Michael Jackson aufkommen. In dem von HBO produzierten Film, der am 25. Januar auf dem Sundance-Filmfestival vorgestellt wurde, erzählen zwei Männer, wie sie in ihrer Kindheit wiederholt von Jackson missbraucht wurden. Die Louis-Vuitton-Modenschau fand schon vor der Premiere am 17. Januar statt. Aber bereits zu diesem Zeitpunkt stand Abloh in der Kritik für die Präsentation. "Der Michael, an den ich dachte, ist der universell akzeptierte, seine gute Seite, sein humanitäres Ich", erklärte Abloh dem US-Magazin "The New Yorker"

Die Modenschau begann mit dem Jackson-Lied "Wanna Be Startin' Somethin’", das Bühnenbild erinnerte an das Musikvideo zu dem Song "Billie Jean". Für die Live-Musik sorgte der Musiker und Choreograf Dev Hynes.

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