Gründes des Museum Barberini

Mäzen Plattner will Deutschland nach Einführung der Vermögenssteuer verlassen

Foto: dpa
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Hasso Plattner im Museum Barberini

Falls die Vermögensteuer in Deutschland wieder eingeführt wird, will der Kunstsammler Hasso Plattner das Land verlassen. Der Stifter des Potsdamer Museum Barberini befürwortet hingegen ein Grundeinkommen

Das sagte der 75-Jährige, dessen Vermögen auf 16,2 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, der "FAZ". Auf dem SPD-Parteitag wurde kürzlich die Wiedereinführung der Vermögensteuer gefordert. Bis 1997 wurden Vermögen ab 120.000 Euro mit einem Prozent versteuert, bei Körperschaften lag der Steuersatz bei 0,6 Prozent.

"Seit 25 Jahren versuche ich der Politik zu erklären, dass das für Deutschland schwere Konsequenzen hätte", so Plattner. Für ihn fühle sich das "wie Enteignung" an. Er wünscht sich stattdessen ein Grundeinkommen: "Wir kommen nicht um eine Diskussion über das Grundeinkommen herum. Wir müssen jedem eine Wohnung, ein ordentliches Einkommen und eine Gesundheitsversorgung zur Verfügung stellen."

Plattner ist Mitbegründer und Aufsichtsratchef des Softwareunternehmens SAP und gehört laut "Bilanz"-Magazin zu den zehn reichsten Deutschen. Er sammelt Kunst des Impressionismus und der DDR. Er soll auch der Käufer des Bildes "Meules" des Impressionisten Claude Monet sein, das im Mai beim New Yorker Auktionshaus Sotheby's für 110,7 Millionen Dollar versteigert wurde - der höchste Auktionsrekord des Jahres.

2017 hatte Plattner in Potsdam das Museum Barberini mit insgesamt 2200 Quadratmeter Ausstellungsfläche hinter der Fassade des historischen Palais Barberini aus dem 18. Jahrhundert wiedererrichtet. In der brandenburgischen Landeshauptstadt will er auch ein Museum für Kunst aus der DDR eröffnen.