Ahnengalerie im Bundeskanzleramt

Maler für offizielles Merkel-Porträt steht fest

Foto: Porträt einer Frau mit blondem Haar bei Veranstaltung, Publikum unscharf, blickt vorwärts
Foto: dpa

Angela Merkel

Nach ihrer Amtszeit werden alle deutschen Regierungschefs in einer Galerie im Kanzleramt verewigt. Angela Merkel hat sich Zeit mit der Wahl ihres Künstlers gelassen – doch nun steht fest, wer die Altkanzlerin malt

Der junge Maler Jérémie Queyras fertigt im Auftrag der Altkanzlerin das offizielle Kanzlerinnenporträts von Angela Merkel an. Laut "Zeit"-Bericht entwickelte sich das Projekt über Monate als eng abgestimmter Prozess zwischen Künstler und Dargestellter, inklusive Atelierarbeit und Gesprächen über Kunst und Politik.

Jérémie Queyras ist ein deutsch-französischer Maler, 1997 geboren bei Paris und aufgewachsen in Freiburg, der in London und Paris ausgebildet wurde. Seine Praxis bewegt sich laut Text zwischen klassischer Porträtmalerei, experimentellen Arbeiten und Auseinandersetzungen mit digitalen Bildwelten und KI.

"Die Zeit" beschreibt, Merkel habe den Künstler ausdrücklich vor den Folgen gewarnt und ihm geraten, "er solle sich das gründlich überlegen", da der Auftrag ihn in "die denkbar größte Medienöffentlichkeit“" bringe. Gleichzeitig habe sie großen Wert darauf gelegt, die Kontrolle über das Bild zu behalten und es als Leihgabe zu verstehen.

Porträt kann ab Juli im Bode-Museum besichtigt werden

Der Maler wiederum verfolgt nach Darstellung der "Zeit" das Ziel, "ein schönes Merkel-Porträt" zu schaffen, das der öffentlichen Erwartung standhält. "Zeit"-Kritiker Hanno Rauterberg ordnet das Werk als bewusst gesetztes Gegenbild zu klassischen Kanzlerporträts ein: Es sei "nicht lieblich", sondern betone die Spuren politischer Macht und bleibe zugleich in seiner Inszenierung eng von Merkel selbst gesteuert.

Die "Ahnengalerie" im Kanzleramt geht auf eine Idee von Helmut Schmidt zurück (der SPD-Politiker wählte den DDR-Maler Bernhard Heisig) und versammelt Porträts von allen bisherigen Staatsoberhäuptern. Konrad Adenauer wurde etwa von Hans Jürgen Kallmann gemalt, Gerhard Schröder ließ sich von Jörg Immendorf porträtieren.

Das Porträt von Merkel soll am kommenden Dienstag im Berliner Bode-Museum in Berlin vorgestellt werden. Vom 1. Juli bis 4. Oktober ist es dort zu besichtigen. Danach soll das Werk in die Ahnengalerie im Kanzleramt gehängt werden.