Britischer Fotograf

Martin Parr stirbt mit 73 Jahren

Er dramatisierte das Banale, bis es zu etwas Besonderem wurde: Mit Martin Parr ist ein zentraler Protagonist der neuen britischen Fotografie verstorben

Der britische Fotograf Martin Parr ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Wie die Martin Parr Foundation und seine Agentur Magnum Photos mitteilten, verstarb er am Samstag in seinem Zuhause in Bristol.

Parr wurde am 23. Mai 1952 in der Londoner Vorstadt Epsom geboren und gilt als einer der einflussreichsten Fotografen der Gegenwart. Als Mitglied und früherer Präsident von Magnum Photos prägte er die dokumentarische Fotografie mit einem unverwechselbar satirischen, gesellschaftskritischen Blick auf Alltag, Konsum und britisches Leben. International bekannt wurde er Mitte der 1980er-Jahre mit der Serie "The Last Resort", die das Leben britischer Arbeiterklasse-Urlauber am Meer zeigte und als Wendepunkt der europäischen Farbfotografie gilt.

Neben seiner fotografischen Arbeit war Parr ein leidenschaftlicher Sammler und Förderer der Fotografie: Er gründete die Martin Parr Foundation in Bristol und setzte sich dafür ein, auch vergessene oder marginalisierte fotografische Arbeiten zugänglich zu machen. 

Unter dem Titel "Grand Hotel Parr" läuft noch bis zum 22. Februar im Neuen Museum Nürnberg die erste große Fotobuch-Retrospektive Parrs.