Art-Basel-Mutterkonzern

MCH Group meldet deutliche Zuwächse bei Umsatz und Gewinn

Vor der Art Basel Qatar
Courtesy Art Basel Qatar

Den Anstieg des Betriebsertrags gegenüber der Vorjahresperiode führt der MCH-Konzern hauptsächlich auf die erste Austragung der Art Basel Qatar zurück 

Der Mutterkonzern der Art Basel, die Schweizer MCH Group, meldet bei Umsatz und Gewinn erfreuliche Zahlen

In ihrem Halbjahresbericht meldet die börsennotierte AG ein im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 222 auf 249 Millionen Franken gestiegenen Betriebsertrag. Gleichzeitg vervierfachte sich der Halbjahresgewinn von 4,4 auf 18,4 Millionen Franken. Allerdings ist der Anstieg ausschließlich dem Bereich Community Platforms zu verdanken, zu dem die Kunstmessen gehören. Hier stiegen der Ertrag auf 155 Millionen Franken (2025: 118 Millionen) und das Betriebsergebnis (EBIT) von 12,4 auf 22,6 Millionen Franken.

Umsatzstärkster Markt waren Nord- und Südamerika (von 79 auf 94 Millionen Franken), während die Schweiz zurückfiel (von 83 auf 63 Millionen Franken). Auch Asien/Pazifik/Afrika überholten die Schweiz mit einer Steigerung von 50 auf 72 Millionen Franken. Im restlichen Europa hat sich der Betriebsertrag von gut auf knapp 20 Millionen Franken fast verdoppelt. 

Den Anstieg des Ertrags gegenüber der Vorjahresperiode führt der Konzern hauptsächlich auf die erste Austragung von Art Basel Qatar zurück sowie auf zwei Bauindustriemessen in der Schweiz und den USA zurück. Sorgen bereitet nach wie vor die eigene Messebau-Tochter Expomobilia, die bereits im letzten Jahr rund ein Viertel der Stellen in der Schweiz abgebaut hatte. Die Kunstmessen der Art Basel werden in dem Bericht nicht gesondert ausgewiesen, so dass Rückschlüsse über deren Entwicklung nur begrenzt möglich sind.

Art-Basel-Standorte außerhalb Basels legen zu

Zudem plant die MCH gemeinsam mit dem vor allem in Asien aktiven britischen Messe- und Eventkonzern Informa Markets die Lancierung der neuen Fachmesse Basilia Jewellery & Watch Fair für Schmuck und Uhren, die im Frühjahr 2027 in Basel Premiere feiern wird. Im Jahr 2020 musste die MCH die bis dahin führende Uhrenmesse Basel World aufgrund des Rückzugs der wichtigsten Marken einstellen. Hier versuchen die Schweizer, verlorenes Terrain gutzumachen, nachdem sie ihre ehemalige Cashcow nicht zuletzt durch Managementfehler und überzogene Preise sowohl bei der Messe selbst, als auch in Basels Gastgewerbe verloren hatten. Letzteres dürfte Kunstmarktteilnehmern vertraut vorkommen.

Einstweilen scheinen die Basler mit ihrer Kunstmesse in Basel noch am meisten Prestige zu genießen. Doch die anderen Standorte legen zu. Und bei der Messeleitung könnte sich die Verbundenheit mit der Region in Grenzen halten. Schließlich haben sowohl der Hauptaktionär James Murdoch, als auch Art-Basel-CEO Noah Horowitz ihren Wohnsitz in New York. Die Art Basel in Basel ist eben nur noch ein Produkt in einem Konzern, in dessen Reich die Sonne niemals untergeht. Das ist der Preis der globalen Expansion des Erfolgsmodells Art Basel.