Museen
Die "Financial Times" stellt Christophe Leribault vor, den neuen Direktor des Louvre, der nach dem Juwelendiebstahl vor einem Jahr eine neue "Sicherheitskultur" im Museum etablieren will. Seitdem wurden Kameras installiert, Zugangstore repariert und zusätzliche Sicherheitskräfte eingesetzt; eine umfassende Modernisierung für mehr als 80 Millionen Euro hat begonnen. Gleichzeitig treibt Leribault das 1,1 Milliarden Euro teure Umbauprojekt des Louvre voran. Die Erneuerung sei "entscheidend für die Verbesserung der Sicherheit", sagt er – auch angesichts von Hochwassergefahr, Klimawandel und Überfüllung. Rund 40 Prozent der Kosten sollen in neue Klima- und Heiztechnik fließen. Für das Projekt wirbt Leribault weltweit um private Spenden.
Der "Telegraph" berichtet über eine Klage gegen das British Museum wegen eines fehlenden Audioguides für blinde Besucher der aktuellen Ausstellung des Teppichs von Bayeux. Die Anwälte des blinden Klägers sehen darin einen Verstoß gegen den britischen Equality Act. Das Museum verweist auf die begrenzte Besucherzahl und die 40-minütigen Zeitfenster, die den Besuchern wegen der empfindlichen Lichtbedingungen vorgegeben sind. Ein Audioguide könne den Besucherstrom verlangsamen. Der Kläger fordert unter anderem eine Änderung der Zugangspolitik und erklärt: "Ich möchte den Teppich von Bayeux besuchen und ihn selbst erleben." Das Museum betont, an besseren Zugangsmöglichkeiten zu arbeiten; ein Audioguide soll Anfang Oktober verfügbar sein.
Gedenkkultur
Raoul Löbbert kommentiert in der "Zeit" die Pläne für einen zentralen Erinnerungsort zum deutschen Kolonialismus. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer habe Bremen als möglichen Standort ins Spiel gebracht. Löbbert hält die Wahl für naheliegend, da die frühere Handelsstadt stark vom deutschen Kolonialismus profitiert habe und bereits über eine ausgebaute regionale Gedenklandschaft verfüge. Weimer könne daran institutionell anknüpfen, zumal sein Haushalt für 2027 keine Mittel für einen nationalen Gedenkort vorsehe. Bremen müsste deshalb einen Teil der Kosten selbst tragen. Löbbert erinnert zudem daran, dass die Stadt bereits 2019 ein großes Dokumentationszentrum plante, das 2023 jedoch nicht weiterverfolgt wurde. Die Hansestadt könnte sich nun zum "deutschen Gedenkmeister" in der Aufarbeitung des Kolonialismus entwickeln.
Kunstmarkt
Bloomberg berichtet, dass der Hedgefonds-Gründer und Kunstsammler George Weiss nach der Insolvenz seines Unternehmens 16 Werke aus seiner Sammlung bei Sotheby’s versteigern lassen will. Mit den Erlösen soll ein Kredit der Bank of America zurückgezahlt werden, der seit 2018 durch die Kunstwerke besichert ist. Welche Arbeiten genau zum Verkauf stehen, wurde bei einer Gerichtsanhörung nicht bekannt gegeben. Weiss’ Sammlung umfasst unter anderem Werke von Francis Bacon, Paul Cézanne, Pablo Picasso und Andy Warhol. Der Gründer seiner gleichnamigen Investmentfirma hatte im vergangenen Jahr Insolvenz beantragt.
Das besondere Kunstwerk
Olivia Diaz berichtet in der "New York Times" über die Restaurierung von Alexander Calders "Mountains and Clouds" im Hart Senate Office Building in Washington. Die monumentale Skulptur von 1986 besteht aus einer Stahlkonstruktion und daran aufgehängten schwarzen Aluminiumwolken. Wegen statischer Bedenken nach einem Erdbeben wurden die Wolken 2014 abgenommen, seitdem fehlte dem Werk ein zentraler Teil. Nun wurden vier neu gefertigte Wolken aus Carbonfaser wieder installiert. Die Restaurierung kostet 12 Millionen Dollar und wurde von den privaten Mäzenen Kim und Jon Shirley finanziert. Ein neuer Motor soll die Wolken ab November wieder sanft bewegen. Calders Enkel Alexander S. C. Rower betont: "Damit es ein Calder ist, müssen die Wolken da sein, und sie müssen sich bewegen." An der jahrelangen Wiederherstellung waren auch Abgeordnete beider Parteien beteiligt.