Museen
In der Kunstzeitschrift "October" schildert Steven Nelson, ehemals Dekan des Center for Advanced Study in the Visual Arts an der National Gallery of Art in Washington, Fälle "weicher Zensur" unter der Trump-Regierung. Als Beispiel beschreibt er, wie die National-Gallery-Leitung nach einem Besuch von Elon Musks Regierungseffizienzbehörde DOGE das Symposium "Color Lines Across the United States and Mexico" aus Sorge vor Konflikten mit der Regierung kurzfristig von der Institution auslagerte und die Veranstaltung von 400 auf 80 Plätze verkleinerte. Nelson bewertet dieses Verhalten als "vorauseilenden Gehorsam" und zieht eine Parallele zum Fall der Künstlerin Amy Sherald, die ihre Schau am National Portrait Gallery zurückzog, nachdem eines ihrer Werke wegen möglicher Verärgerung Trumps zur Debatte stand. Museen würden durch solche Schritte nicht neutral, so Nelson, sondern zu "Akteuren autoritärer Herrschaft".
Kunstmarkt
In der "Welt" spricht Hans-Joachim Müller mit dem Kunsthändler Michael Werner anlässlich des Buches "National-Galerie. Gespräche über notwendige Kunst" (Hatje Cantz), das er gemeinsam mit Nils Emmerichs verfasst hat. Werner beschreibt seine frühe Haltung so: "Ich stellte mich gegen das Bürgertum, gegen die gepflegte Gesellschaft, gegen das, was man mir vorgesetzt hat. Ich bin sichtbar zum Störfaktor geworden." Sein Ziel sei gewesen, deutsche Künstler wie Georg Baselitz, den er 1963 in Berlin erstmals ausstellte, international zu etablieren: "Ich wollte wichtige deutsche Künstler auf ein internationales Niveau heben, die Blockaden sprengen." Unter "deutscher" Kunst versteht Werner laut Müller vor allem störrisches Einzelgängertum. Zur anhaltenden Ablehnung seiner Programme sagt Werner: "Wer zu früh ist, zu deutlich, wer nicht über die richtige Ironie verfügt oder den passenden Stallgeruch mitbringt, wird zum Störfaktor erklärt."
Street Art
Die BBC berichtet, dass drei Banksy Werke britische Steuerzahler bislang fast 150.000 Pfund gekostet haben. Allein das im September 2025 an den Royal Courts of Justice in London gemalte Wandbild – ein Richter, der mit seinem Hammer auf einen Demonstranten einschlägt – schlug laut Justizministerium mit über 85.000 Pfund für Reinigung und Sicherheit zu Buche. Der Schatten-Justizminister Nick Timothy kritisierte: "Unsere Gerichte sind ein nationales Symbol für Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit. Banksys Vandalismus muss unterbunden werden, und er sollte die Kosten dafür tragen." Die Kunstkritikerin Estelle Lovatt verteidigte den Künstler dagegen und erklärte, er mache Kunst zugänglich, "weil kein Museumseitritt anfällt". Auch eine Statue nahe Trafalgar Square sowie ein bemalter Polizei-Wachkasten verursachten laut BBC zusätzliche Kosten.
Debatte
Die britische Harry-Potter-Schauspielerin Bel Powley sieht die Ansichten der Autorin J.K. Rowling zum Thema Geschlecht kritisch. "Ich lehne J.K. Rowlings Ansichten zum Thema Geschlecht entschieden ab", sagte die 34-Jährige dem "Telegraph". In der neuen Harry-Potter-Serie, die Ende des Jahres erscheinen soll, übernimmt Powley die Rolle von Harry Potters grimmiger Tante Petunia Dursley. "Ich finde, dass die Trans-Community Sicherheit und Würde und Respekt und uneingeschränkte Akzeptanz verdient", sagte Powley. Rowling macht seit Jahren mit umstrittenen Äußerungen - oft in sozialen Medien – zur Debatte über Trans- und Frauenrechte auf sich aufmerksam und wird dafür massiv kritisiert. Sie vertritt die Auffassung, das biologische Geschlecht könne nicht geändert werden und warnt etwa vor Gefahren für Frauen, wenn nach Geschlechtern getrennte Räume Transmenschen offenstehen. Stars aus der Harry-Potter-Filmreihe wie Daniel Radcliffe (37) hatten sich vor Jahren von Rowling distanziert. Trotz der verschiedenen Ansichten zu dem Thema sei sie allerdings ein großer Fan der weltberühmten Buchreihe. "Ich liebe Harry Potter. Ich bin mit den Büchern aufgewachsen. Ich gehöre zu dieser ersten Generation von Lesern", schwärmte Powley laut "Telegraph". Sie liebe "Magie und Gruseliges". Der Streamingdienst HBO Max kündigte den Start der Harry-Potter-Serie, in der Powley mitwirkt, für Weihnachten 2026 an. In den Hauptrollen sind Dominic McLaughlin als der berühmte Zauberlehrling Harry Potter, Arabella Stanton als Hermine Granger und Alastair Stout als Ron Weasley zu sehen.