Medienschau

"Sonne, Meer und Sicherheit"

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Stimmen zur Art Cologne auf Mallorca, das Versagen des Kunstmarkts im Umgang mit Täterkunst und Gericht erlaubt vorerst Weiterbau von Trumps Ballsaal: Das ist unsere Medienschau am Montag

Kunstmarkt

In der "Art Newspaper" berichtet Georgina Adam über die wiederbelebte Kunstmesse Art Cologne Palma Mallorca als Treffpunkt wohlhabender Deutscher. Ein Galerist frohlockt: "Das ist eine deutsche Messe!", während sich laut Adam tatsächlich viele Besucher aus Deutschland rekrutierten. Verkäufe liefen vor allem im unteren Preissegment gut, während hochpreisige Werke "langsamer" Absatz fanden. Direktor Daniel Hug verweist auf staatliche Förderung und eine stärkere kulturelle Ausrichtung der Insel. Vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten könne Mallorca profitieren: Es biete "Sonne, Meer und Sicherheit", weshalb vermögende Sammler eher hierher kämen als etwa nach Dubai. Im "Tagesspiegel" schildert Christiane Meixner den Mallorca-Ableger als vorsichtig kalkulierten Neustart: Galerien reisten mit "Kunst im Koffer" an, setzten auf transportable, gut verkäufliche Arbeiten und moderate Preise. Georg Imdahl hebt in der "FAZ" den "Lifestyle-Faktor mit Dachterrasse und Meeresblick" hervor, konstatiert jedoch ein "schwankendes Niveau". Händler agierten abwartend, zugleich biete das Kongresszentrum bessere Bedingungen als der gescheiterte Versuch von 2007. Für Monopol berichtete Stefan Kobel von Mallorca.

Auf "Artnet News" analysiert Kate Brown die deutsche Kunstmarktkrise zwischen Regionalisierung und globalem Druck. Trotz neuer Dynamik durch Messen wie Art Cologne Palma Mallorca und Art Düsseldorf bleibe der Markt schwach; Verkäufe seien zuletzt sogar gesunken. Händler setzten verstärkt auf lokale Käufer, doch das sei trügerisch: Der "rheinische Sammler" sei "ein Mythos", so ein Galerist. Steuererleichterungen hätten zwar "Erholung" gebracht, seien aber "nicht transformativ". Statt Rückzug zeige sich eine Verschiebung: Galerien suchten internationale Kundschaft gezielt vor Ort auf. Brown folgert, die Hinwendung zum Lokalen sei weniger Strategie als "semantisches Rebranding" – die globalen Verflechtungen des Kunstmarkts blieben bestehen. 

Im "Standard" analysiert Olga Kronsteiner die anhaltende Kontroverse um Werke von Otto Muehl und klagt über ein Versagen des Kunstmarkts im Umgang mit sogenannter "Täterkunst". Trotz wachsender Kritik werde weiterhin die "Trennung von Leben und Werk" propagiert – ein Ansatz, dem ehemalige Mitglieder der Muehl-Kommune widersprechen, da die Kunst Teil eines "Vermarktungs- und Verschleierungssystems" gewesen sei. Kronsteiner zeigt, dass insbesondere Österreich ein zentraler Handelsplatz bleibt und selbst problematische Werke zirkulieren. Das Auktionshaus Dorotheum habe zuletzt zwei Arbeiten erst kurz vor der Auktion zurückgezogen und Versäumnisse eingeräumt. Insgesamt, so der Tenor, fehle es weiterhin an konsequenter ethischer Prüfung – und an der Einbeziehung der Perspektiven von Missbrauchsopfern. Warum auch Museen sich dieser Geschichte stellen müssen, kommentierte Elke Buhr in Monopol.

Kunstszene

In der "FAZ" greift Frauke Steffens die Debatte um ein Essay von Josh Kline in "October" auf (s. Medienschau vom Freitag), das den Exodus von Künstlern aus New York beklagt. Kline zeichnet ein System steigender Mieten, Prekarität und Anpassungsdruck; Erfolg hänge von Netzwerken und "Zufallsbegegnungen" ab, während Künstler zugleich "Karriere-Türsteher unterhalten" müssten. New York sei zum "Kernproblem der Kunst in Amerika" geworden, ja "feindlich". Klines Forderung: Künstler sollten in günstigere Städte abwandern und neue Szenen aufbauen. Aruna D’Souza betont in "Hyperallergic", dass hier ein lange bekanntes Problem erst jetzt als Krise wahrgenommen wird, da es auch privilegierte Künstler treffe. Sie plädiert gegen die Abwanderung und für politischen Widerstand vor Ort – und hält fest: "Anders als Josh Kline entscheide ich mich für New York."

Architektur

Im Streit um den geplanten Ballsaal von US-Präsident Donald Trump am Weißen Haus dürfen die Bauarbeiten vorerst weitergehen. Ein Berufungsgericht in Washington entschied der "Washington Post" zufolge, dass das gewaltige Projekt bis auf weiteres fortgesetzt werden kann, während die juristische Auseinandersetzung weiterläuft. Eine führende US-Denkmalschutzorganisation hatte gegen das Projekt geklagt. Trump hatte für den Bau den historischen Ostflügel des Weißen Hauses abreißen lassen. Die Denkmalschützer warnen, das neue Gebäude könnte das Weiße Haus daneben klein wirken lassen. Ein Richter in Washington hatte Ende März daraufhin einen Baustopp für den bis zu 400 Millionen Dollar teuren Ballsaal angeordnet, solange das US-Parlament das riesige Projekt nicht genehmigt. Ein Präsident sei nicht Eigentümer des Weißen Hauses, schrieb er in seinem Urteil. Zugleich hatte er der US-Regierung zwei Wochen Zeit gegeben, gegen die Entscheidung gerichtlich vorzugehen, und angekündigt, Ausnahmen für Arbeiten zuzulassen, die der Sicherheit des Präsidentensitzes dienen. Die US-Regierung legte daraufhin umgehend Berufung ein. Sie argumentiert, die Bauarbeiten seien eng mit sicherheitsrelevanten Maßnahmen am Weißen Haus verbunden. Ein Stopp bedrohe "gravierend die nationale Sicherheit", erklärten Anwälte des Justizministeriums laut  "Washington Post". Demnach soll der geplante Anbau auch Schutz vor Drohnen, Raketen und anderen Angriffen bieten. Unter dem Ballsaal sei zudem ein umfangreicher unterirdischer Komplex vorgesehen. Trump vertritt die Auffassung, er brauche keine Zustimmung des Kongresses – unter anderem, weil der Bau mit Spenden bezahlt werde. Die Anwälte der Kläger argumentierten dagegen der "Washington Post" zufolge, es sei schwer nachvollziehbar, dass das Fehlen eines großen Ballsaals die nationale Sicherheit gefährden könne. Ein dreiköpfiges Richtergremium des Bundesberufungsgerichts wies den Richter der Vorinstanz nun an, genauer zu klären, inwiefern sein Urteil die Sicherheit des Weißen Hauses und seiner Bewohner während des laufenden Rechtsstreits beeinträchtigen könnte.