Museen
Unter anderem die "New York Times" berichtet über den Besucherandrang zur Ausstellung des berühmten Teppichs von Bayeux im British Museum. Weil Besucher beim Fotografieren den Publikumsfluss aufhielten, gilt nun ein Fotografie- und auch ein Zeichenverbot. Das Museum begründet die Maßnahme mit dem "enormen Interesse" und erklärt: "Unsere Priorität ist es, sicherzustellen, dass alle Besucher die bestmögliche Erfahrung machen." Besucher haben etwa 40 Minuten Zeit, der eigentliche Blick auf das 68 Meter lange mittelalterliche Stickwerk dauert teils nur knapp 20 Minuten. Eine Besucherin findet das Fotografieverbot dennoch sinnvoll: Es sei "etwas Besonderes", den Teppich zu erleben, "ohne dass alle ihre Handys draußen haben".
Nicola Kuhn berichtet im "Tagesspiegel" über einen neuen Leitfaden zur Identifizierung von Raubkunst aus dem sogenannten "Boxerkrieg" in China. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste hat gemeinsam mit dem Palastmuseum Peking die Recherchehilfe "Tracing Loot from the 'Boxer War' in China" erarbeitet. Sie soll Museen helfen, geraubte Objekte zu erkennen und ihre Herkunft zurückzuverfolgen. Im Zuge der Niederschlagung des Boxeraufstands 1900/01 kam es zu systematischen Plünderungen durch die Truppen der Acht-Nationen-Allianz, darunter deutsche Soldaten. Betroffen sind auch deutsche Sammlungen, etwa Porträts aus dem Pekinger Winterpalast. China hat bislang keine offiziellen Restitutionsanträge gestellt; Yuan Hong vom Palastmuseum spricht von "einer bleibenden Wunde".
Peter Richter porträtiert in der "SZ" Jörg-Uwe Neumann, der die von der Schließung bedrohte Kunsthalle Rostock seit 2009 leitet und mit einer Mischung aus DDR-Kunst, Gegenwartskunst und populären Themen zum Erfolg geführt hat. Statt ausschließlich auf internationale Gegenwartskunst zu setzen, zeigte Neumann etwa Janosch, die Olsenbande, den Palast der Republik oder DDR-"Ost-Western" und lud mit "Rostock kreativ" die Bevölkerung ein, eigene Arbeiten einzureichen. Das Konzept habe die Besucherzahlen von nur 20.000 in den 2000er-Jahren auf zuletzt 72.000 gesteigert. Neumann sagt: "Schlechtes Strandwetter = gut fürs Museum" und erklärt seine Strategie mit einer "Mischkalkulation". Zugleich will er Gegenwartskunst nicht aufgeben und versteht Rostock als "nördlichstes Ausstellungshaus von Berlin".
Kunstmarkt
"Der "Tagesspiegel" berichtet, dass Prinzessin Delphine von Belgien Medienberichte über einen angeblichen Verkauf ihrer Kunst bei Aldi korrigiert: Der Discounter verkaufe keine Originalwerke von ihr, sondern gerahmte Reproduktionen eines Wandbild-Designs, das Delphine für die Initiative Warme William zur Aufklärung über die psychische Gesundheit junger Menschen geschaffen habe. Die für 24,99 Euro angebotenen Reproduktionen seien weder signiert noch nummeriert. Delphine schreibt, sie sei "zutiefst aufgebracht" über die "irreführende Überschrift". Sie habe dem Verkauf der Reproduktionen zugestimmt, um auf das Anliegen aufmerksam zu machen.
Im ORF spricht Armin Wolf mit dem Galeristen Thaddaeus Ropac über dessen Aufstieg vom Betreiber einer kleinen Salzburger Galerie zu einem der international bedeutendsten Galeristen. Ropac, der Künstler wie Anselm Kiefer, Tony Cragg und Joan Snyder sowie Nachlässe von Joseph Beuys, Georg Baselitz und Robert Rauschenberg vertritt, spricht über seine Weltkarriere, die mit einem Kunstwerk aus "drei Regenrinnen, zwei Tischen, einem Stuhl und einem Eimer voller Wäsche" begann. Thema sind außerdem der globale Kunstmarkt und seine Exzesse, die Macht großer Galeristen und Ropacs Verhältnis zu Österreich. Sein Selbstverständnis beschreibt er mit den Worten: "Wir verkaufen nicht einfach, wir platzieren Kunst."