Kulturpolitik
In der "New York Times" beschreibt Zachary Small den Konzeptkünstler und politischen Strategen Matthew Taylor als eine Schlüsselfigur hinter Donald Trumps Umbau der US-Kulturinstitutionen. Taylor, der als Berater im National Endowment for the Humanities arbeitet, unterstütze Projekte wie den National Garden of American Heroes und die Neugestaltung Washingtons. Small schreibt, Taylor verbinde seine Kunstauffassung mit konservativer Politik: "Er ist in erster Linie Künstler und erst in zweiter Linie Konservativer", habe Steve Bannon über ihn gesagt. Taylor selbst erklärte bereits 2018: Einen Kandidaten zu verkaufen bedeute, ein Konzept zu verkaufen. Small zeigt, wie der Duchamp-Anhänger zugleich als Filmemacher für rechte Kampagnen aktiv war und nun mit seiner ästhetischen Vision Trumps Kulturagenda mitprägt.
Bücher
Gerhard Steidl räumt im Gespräch mit der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" ein, dass sich der renommierte Göttinger Steidl Verlag in einer schweren Krise befindet. Zahlungsrückstände, Mahnungen und Kündigungen hätten den international bekannten Kunstbuchverlag unter Druck gesetzt. Steidl betont jedoch: "Wir wollen nichts einsparen", sondern den Verlag in seiner bisherigen Qualität weiterführen. Die Schwierigkeiten führt er auf eine angespannte wirtschaftliche Lage zurück: "Es gibt im Moment keinen Verlag auf der Welt, dem es gut geht. Alle Verlage sind in einer Schieflage." Trotzdem zeigt er sich zuversichtlich, das Unternehmen stabilisieren zu können. Der Verleger macht deutlich, dass für ihn die verlegerische Arbeit und die Qualität der Bücher weiterhin Vorrang hätten – trotz der finanziellen Probleme.
Künstler auf Geldscheinen
Bernard Richards argumentiert im "Telegraph", dass das berühmte Turner-Porträt auf dem britischen 20-Pfund-Schein sehr wohl ein Selbstporträt sein könnte. Er widerspricht damit der These des Kunsthistorikers James Hamilton, der das Werk John Opie zuschreibt. Richards verweist auf ein Detail der Kleidung: Die Weste sei spiegelverkehrt geschlossen – ein typischer Fehler bei Selbstporträts, die nach einem Spiegel gemalt wurden. Ähnliche Beispiele fänden sich bei Vincent van Gogh, Rembrandt, Claude Monet oder Édouard Manet. Richards schreibt: "Es ist nichts Ungewöhnliches daran, dass Turner das spiegelverkehrte Bild nicht korrigierte." Die falsch geknöpften Westen und Jacken hätten den Künstlern womöglich "das Spiel verdorben" – oder sie hätten sich schlicht nicht daran gestört.
Jan Krüßmann berichtet im "Tagesspiegel", dass die Europäische Zentralbank zehn Entwürfe für neue Euro-Banknoten vorgestellt hat. Zur Wahl stünden die Themen "Europäische Kultur" und "Vögel und Flüsse". Die Kultur-Serie zeige Persönlichkeiten wie Maria Callas, Ludwig van Beethoven, Marie Curie, Miguel de Cervantes, Leonardo da Vinci und Bertha von Suttner. Krüßmann schreibt, die Auswahl berge politischen Sprengstoff, da 21 Euroländer, aber nur sechs Banknoten vertreten seien. Während einige Staaten gleich mehrfach repräsentiert würden, gingen andere leer aus. Die Alternative mit Vogel- und Flussmotiven dürfte dagegen "sicher weniger Diskussionen auslösen als das der historischen Persönlichkeiten". Auf Stefan Trinks wirken viele Entwürfe beliebig, schreibt er in "FAZ", oder gar wie KI-Designs. Er bezweifelt zudem, dass die Auswahl der Persönlichkeiten Europa angemessen abbilde. Als nachvollziehbar akzeptiert er dagegen das Ziel, Fälschungen besser vorzubeugen. Sein Fazit: "Man hätte wohl besser die bisherigen Scheine fälschungssicher ertüchtigt."